Dashcams überzeugen im Test nicht

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Dashcams überzeugen im Test nicht

September 24, 2018 - 07:30
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Der ADAC und die Computerzeitschrift c’t haben neun Kameras im Crash getestet. Dashcams sollen bei Unfällen den Verlauf aufnehmen und so für Beweismittel sorgen. Dabei erreichte die beste Cam nur ein „befriedigend“.

(Foto: ADAC)

TV-Sendungen und YouTube-Kanäle leben vom Matrial der Dashcams. Gerade in den Staaten des Ostblocks wird ständig gefilmt und dann veröffentlicht. In Deutschland ist das so nicht möglich. Das erste Problem dieser privaten „Verkehrsüberwachung“ ist der Datenschutz. Der Bundesgerichtshof hat zwar vor Kurzem entschieden, dass Aufnahmen einer Dashcam (Kunstwort aus englisch dashboard ‘Armaturenbrett‘ und camera) vor Gericht als Beweis dienen können – aber nur, wenn sie nicht permanent aufzeichnen und die Datenschutzrechte Dritter gewahrt bleiben.

Alle untersuchten Kameras filmten jedoch in Werkseinstellung ständig. Die Daten werden auf eine SD-Karte gespeichert und je nach Größe der Karte früher oder später überschrieben. Bei einem Crash oder einer Vollbremsung reagieren die Sensoren und die Unfallsequenz wird idealerweise markiert und schreibgeschützt. Zwei der getesteten Kameras (Blackvue und iTracker) erkannten jedoch den Crash nicht, die aufgezeichneten Daten waren nur aufwendig zu sichern.

Probleme gab es bei allen Modellen mit Saugnapf-Befestigung. Beim Crash klappten sie nach oben und filmten nur noch den Himmel beziehungsweise die Decke der Crash-Halle. Das führte im Testurteil zur Abwertung um eine Note. Der Test ergab, dass die Bildqualität ebenfalls bei allen Modellen verbesserungswürdig ist. Störend auch das Stromkabel, das lose vom oberen Scheibenrand zum Zigarettenanzünder hängt. Nur der Einbau vom Fachmann kann hier Abhilfe schaffen.

Insgesamt fiel das Ergebnis ernüchternd aus: Sieben Kameras bekamen ein „befriedigend“, zwei nur ein „ausreichend“. Ein "gut" oder gar "sehr gut" suchte man vergebens.

Der ADAC fordert die Hersteller auf, die Kameras technisch so zu konzipieren, dass sie nur bei relevanten Ereignissen zuverlässig speichern. Gleichzeitig sollte es juristisch Klarheit geben: „Im Moment rätselt jeder, wie lange gefilmt und gespeichert werden darf. Das Beste wäre, der Gesetzgeber würde klar regeln, welche Aufnahmen gegen Datenschutz verstoßen“, erklärt Christian Reinicke, Generalsyndikus des ADAC.

Info: www.adac.de