Leichtes Spiel für Einbrecher: Sicherheitslücke bei Ducato & Co

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Leichtes Spiel für Einbrecher: Sicherheitslücke bei Ducato & Co

März 31, 2018 - 14:30
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Aktuell ist beim Fiat Ducato und baugleichen Fahrzeugen von Citroën, Peugeot und RAM eine große Sicherheitslücke aufgetaucht, zu der sich die Hersteller in Schweigen hüllen. Jetzt gibt es eine Lösung von Thitronik um das Reisemobil wieder sicher zu machen.

Mit der ''Replay Attacke'' lassen sich Reisemobile aus der Ferne öffnen. (Foto: Werk)

Seit einiger Zeit häuft sich die Zahl der Einbrüche bei Reisemobilen. Die Besonderheit: In vielen Fällen gibt es keinerlei Einbruchspuren. Das macht es nicht nur für die Polizei nahezu unmöglich einen Täter zu ermitteln, auch Versicherungen verweigern häufig die Regulierung wenn kein Einbruch nachweisbar ist. Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich um Fiat Ducato und dessen baugleiche Modellen RAM Promaster, Citroën Jumper und Peugeot Boxer. Damit sind über 70 Prozent der Reisemobil-Basisfahrzeuge von dem Problem betroffen.

Störsender waren gestern

Die Schwachstelle tritt nur auf, wenn Fahrzeuge mit der Funkfernbedienung abgeschlossen werden. Bereits seit längerem ist bekannt, dass Fahrzeugdiebe mit Störsendern, den sogenannten sogenannten Jammern arbeiten. Sie stören die Funkübertragung, so dass die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Auto nicht zustande kommt und die Zentralverriegelung dadurch nicht mehr abschließt. Dabei nutzen die Diebe die Bequemlichkeit der Besitzer, die häufig ihre Türen nach dem Abschließen nicht mehr kontrollieren. Sind die Besitzer außer Sichtweite, wird das geöffnete Auto oder Reisemobil in sekundenschnelle ausgeräumt. Auch hier gibt es weder Lärm noch Spuren.

Laptop statt Brecheisen

Anders sieht es bei den aktuellen Fällen aus. Auffallend ist, dass alle Besitzer der betroffenen Reisemobile ausgesagt haben, dass sie ihr Fahrzeug kontrolliert hatten, ob sie ordentlich verschlossen waren. Dieses Detail weckte das Interesse des Kieler Elektronikspezialisten Thitronik, die eine Sicherheitslücke in der Fahrzeugelektronik vermuteten. Recht schnell war die Funkfernbedienung des Schlüssels als Problem identifiziert. Der Schlüssel sendet unkodierte Signale. Dieses Verfahren ist schon lange nicht mehr Stand der Technik. Mit einem Laptop, einem Transceiver und kostenloser Software lassen sich die Signale problemlos aufzeichnen und wiedergeben. Durch diese sogenannte "Replay Attacke" lassen sich Fahrzeuge problemlos auch aus größerer Distanz öffnen und schließen, ohne auch nur die geringste Spur zu hinterlassen. Ein beunruhigendes Gefühl, gerade für die Besitzer von Reisemobilen.

Sicherheit zum Nachrüsten

Da die Hersteller keinerlei Lösungen anbieten, kommt Hilfe jetzt aus Kiel. Die Firma Thitronik hat mit dem safe.lock System eine Basis-Lösung zur Nachrüstung entwickelt. Das Originalmodul wird abgeklemmt und damit die fahrzeugseitige Sicherheitslücke durch unkodierte Fahrzeugschlüssel geschlossen. Anschließend wird die unsichere Originalelektronik des Fahrzeugschlüssels gegen die Platine von Thitronik ausgetauscht. So kann das Fahrzeug, geschützt durch rund vier Milliarden sich ändernde Codes, wieder sicher ver- und entriegelt werden. Eine Replay Attacke ist so unmöglich.

Neben einer Lösung für Endkunden, die das System beim Händler nachrüsten lassen können, bietet Thitronik auch maßgeschneiderte OEM-Varianten an. So können Hersteller von Freizeitfahrzeugen zukünftig ihre Modelle schon ab Werk perfekt geschützt an die Kunden ausliefern.

Modularer Ausbau nach Wunsch

Durch die Nachrüstung mit dem safe.lock Modul wird automatisch auch die Original-Alarmanlage als Sicherheitslücke deaktiviert. Wer nicht nur einen sicheren Schlüssel haben möchte sondern das komplette Reisemobil absichern möchte, sollte sich die WiPro III einbauen lassen. Sie lässt sich modular um Gaswarner und Magnetkontakte erweitern. Da alle Sensoren per Funk verbunden werden, ist der Installationsaufwand minimal. So lassen sich nicht nur alle Fenster und Dachluken bequem überwachen, selbst die Außenklappen können bequem gesichert werden. Insgesamt können bis zu 100 Funk-Komponenten zur Absicherung gekoppelt werden. Dabei verfügt das manipulationssichere System über eine Störsender-Erkennung. Das Ergebnis ist eine perfekt geschützte Hülle, die auf eine Innenraumüberwachung durch Bewegungsmelder verzichten kann. Damit werden Fehlalarme vermieden und Camper können die Alarmanlage auch dann benutzen, wenn das Sicherheitsbedürfnis besonders hoch ist - bei Anwesenheit im eigenen Fahrzeug!

Ein besonderes Feature ist die vent check Funktion. Ähnlich wie bei der elektrischen Trittstufe wird bei Motorstart überprüft, ob alle Fenster, Dachluken und Klappen ordnungsgemäß geschlossen sind – vorausgesetzt es sind entsprechende Sensoren installiert. Als modulares System arbeitet die WiPro III auch mit dem safe.lock System zusammen, so dass unsichere Fahrzeugschlüssel der Vergangenheit angehören. Das optionale Pro-finder Modul ermöglicht die Ortung des Fahrzeugs im Alarmfall. Selbst die Integration zukünftiger Erweiterungen wurde bereits bei der Entwicklung berücksichtigt.

Die kompletten Systeme sind "made in Germany", womit auch der Service nach dem Kauf gesichert ist.

Info: www.thitronik.de

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