GTÜ testet Pannensets

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GTÜ testet Pannensets

Juni 19, 2017 - 07:55
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In vielen Reisemobilen ist längst kein Ersatzreifen mehr an Bord. Oft erfolgt erst beim Zwangsstopp auf der Standspur die erste Bekanntschaft mit dem Pannenset, das den platten Reifen wieder abdichten und mit Druck versorgen soll.

Pannensets sollen beim Plattfuss schnelle Abhilfe schaffen. (Foto: GTÜ)

Gerade bei Reisemobilen versuchen die Hersteller an Gewicht zu sparen wo es nur geht. Deswegen sind Reserveräder häufig nur noch als aufpreispflichtiges Extra erhältlich. Im Pannenfall sollen Reparatur-Kits den schlappen Pneu wieder fit machen. Ob das so funktioniert, hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) zusammen mit der Fachzeitschrift „Auto Bild“ geprüft. Acht Reparatur-Kits zur Behebung einer Reifenpanne wurden unter die Lupe genommen.

Testsieger mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ wurde das Res-Q Tire Mobility Kit von Airman. Für knapp 50 Euro bietet es einen 180-Watt-Kompressor und eine 450-ml-Druckflasche mit Naturkautschuk als Dichtmittel. Der Kompressor pumpt in einem Arbeitsgang das Dichtmittel in den Reifen und sollte bei Stichverletzungen von nicht mehr als sechs Millimetern Durchmesser im Bereich der Lauffläche den erforderlichen Reifendruck liefern, um notfalls bis zu 200 Kilometer weit zur nächsten Werkstatt zu kommen.

Auf den weiteren Plätzen folgen drei empfehlenswerte Pannensets, nämlich das Reifenpannenset von Elastofit sowie das 1-2-Go Kit 2 Step Tire Repair von Terra-S und Pannex – Die schnelle Hilfe bei Reifenpannen. Alle drei setzen ebenfalls auf die Kombination Kompressor und Dichtmittel wie auch das von den GTÜ-Testern als „bedingt empfehlenswert“ eingestufte Smart repair von Slime. Als ebenso „bedingt empfehlenswert“ erwies sich der Reifen Pilot von Holts mit seiner klassischen Aerosol-Spraydose, die den defekten Reifen gleichzeitig mit Dichtmittel und Druck versorgen soll.

Das AIO Comfort Plus Reifendichtmittel von Premium-Seal und Dunlops Reifenreparaturset erfüllten die Testkriterien nicht. Im Fall von Premium-Seal blockierte bei mehrfachen Versuchen jedes Mal nach wenigen Sekunden die Dichtmittelzufuhr, so dass sich der Reifen überhaupt nicht befüllen ließ, und bei Dunlop reichte der maximale Druckaufbau von 0,6 bar schlicht nicht aus, um die Testfahrt antreten zu können.Wichtigstes Prüfkriterium im Test war die Wirkung der Pannensets. Für die Testkandidaten galt es, einen platten 17-Zoll-Reifen mit einem sechs Millimeter großen Durchstich am Rande der Lauffläche abzudichten und möglichst auf 2,5 bar wieder aufzupumpen. So sollte auch nach mehr als zehn Kilometern eine weitgehend risikolose Fahrt bei Tempo 80 notfalls durch wiederholtes Aufpumpen mit Hilfe des im Set enthaltenen Kompressors möglich sein.

Weitere Druckmessungen nach einer Stunde und nach 24 Stunden gaben ebenfalls Aufschluss darüber, wie gut die Sets dicht gehalten haben.Keines der Sets hatte den Reifendurchstich absolut perfekt abgedichtet. Aber selbst nach einem Tag lag der Druck bei Airman und Elastofit immer noch nahe des Ausgangswertes um 2,4 bar. Bei Terra-S zeigte das geeichte Manometer der GTÜ-Prüfer nach einer Stunde noch fahrfähige 2,013 bar, aber nach 24 Stunden nur noch 0,808 bar an. Pannex hielt nach zehn Kilometern Testfahrt noch 1,682 bar Reifendruck. Der fiel allerdings nach einer Stunde auf 1,017 bar ab und nach 24 Stunden auf den Wert Null. Slime lieferte bereits nach zehn Kilometern nur noch bedenkliche 1,239 bar und schon nach einer Stunde mit 0,128 bar fast keinen Reifendruck mehr. Das spezielle Problem von Holts Reifen Pilot: Der Druck in der Füllflasche reichte von Haus aus nur für bestenfalls knapp 1,461 bar. Ein weiteres Aufpumpen mit Kompressor ist aber nicht möglich, da das System ausschließlich auf den Druck aus der Flasche vertraut. Das ist zu wenig, um die Teststrecke wirklich sicher zu absolvieren.

In weiteren Tests der GTÜ-Experten ging es unter anderem um Fragen der Qualität, der Handhabung, der Sicherheit und der Kosten. Das ResQ Tire Mobility Kit sammelte da weiter fleißig Punkte. Zum Beispiel weil es über den leistungsstärksten Kompressor im Testfeld verfügt. Oder weil Konkurrenten wie Elastofit, Pannex und Slime anstelle von Druckflaschen mit eher unpraktischen von Hand zu quetschenden Dichtmittelflaschen arbeiten. Obendrein muss zum Einfüllen des Dichtmittels auch noch der Ventilkern herausgedreht werden.Zusatzpunkte konnten die Produkte mit Extras erzielen, wenn zum Lieferumfang etwa Warnweste, Handschuhe oder eine Beleuchtung für Einsätze bei Dunkelheit gehörten oder Adapter für den Kompressor zur Verwendung im Freizeitbereich, um Bälle, Luftmatratzen oder Fahrradreifen aufzupumpen. Hier schnitten besonders die beiden Erstplatzierten Airman und Elastofit gut ab. Die GTÜ rät vom Einsatz abgelaufener Füllflaschen grundsätzlich ab. Daher sollte regelmäßig das Verfallsdatum des Dichtmittels überprüft werden.

Info: www.gtue.de

Hier das Ergebnis-PDF zum Download.