Gegen das Vergessen: DDR-Anhänger

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Gegen das Vergessen: DDR-Anhänger

März 04, 2018 - 17:12
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Mittlerweile ist die Mauer, die einst West- von Ostdeutschland trennte, länger weg als sie stand. So langsam geraten die Pkw der ehemaligen DDR wie Trabant oder Wartburg in Vergessenheit. 

Das Buch gibt einen guten Überblick über die Wohnwagen der DDR. (Foto: Verlag)

Ein ähnliches Schicksal dürfte auch den in Ostdeutschland für Freizeit und Gewerbe gebauten Anhängern drohen. Gut, dass sich Dirk Danny Müller ihrer in literarischer Form angenommen hat.

Die Auswahl an Pkw-Modellen war in der ehemaligen DDR deutlich kleiner als in der Bundesrepublik. Neben Wartburg und Trabant gab es aus hemischer Produktion gerade noch den Melkus RS 1000. Den allerdings nur für einen ausgewählten Personenkreis. Ansonsten mussten zur Befriedigung des Mobilitätsbedarfs Fahrzeuge aus den sozialistischen Brüderländern herhalten, wie etwa Dacia, Lada, Moswitsch, Saporoshez, Škoda oder Zastava. Für Neuwagen gab es teilweise Wartezeiten von mehr als zehn Jahren.

Bei den Anhängern sah das etwas anders aus, es gab eine schon fast verblüffend hohe Anzahl an Herstellern. Und deren Produkte hatten - wie die „Camptourist“ Faltzeltanhänger oder die im Westen unter dem Namen „Alpenkreuzer“ verkauften „Klappfix“-Modelle des VEB Fahrzeugwere Olbernhau - durchaus auch im nichtsozialistischen Ausland Verkaufserfolge zu verzeichnen. Die Wohnwagen von Intercamp wurden sogar hauptsächlich für den Export ins nichtsozialistische Ausland gebaut. Einge Firmen schafften nach der Wende sogar den Übergang in die Marktwirtschaft, wie beispielsweise die Firma Stema aus Großenhain.

Dirk Danny Müller interessiert sich seit seiner Jungend für die Fahrzeuge aus der DDR. Er stellt in seinem Typenkompass die Bandbreite der Anhängerproduktion in der ehemaligen DDR vor. Die Bandbreite reicht vom Pritschen- über den Klappzelt-Anhänger bis zum Wohnwagen und Verkaufsanhänger.

Er wolle mit seinem Nachschlagewerk „gegen das Vergessen ankämpfen“, schreibt der Autor in seinem Vorwort. „Eine kleine Übersicht, ein Nachschlagewerk“ solle sein Buch sein, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Für zwölf Euro bekommt der Leser ein 112 Seiten starkes Büchlein mit teils skurrilen, teils ausgesprochen modern anmutenden Anhängern. Es macht Spaß, da mal durchzublättern.

Info

DDR-Anhänger für Freizeit und Gewerbe
Dirk Danny Müller
Motorbuch Verlag Stuttgart
www.motorbuch.de

112 Seiten, 104 Farb-Abbildungen und 42 s/w-Abbildungen, sechs Zeichnungen
Format 140 x 205 mm, broschiert
erschienen Januar 2018
ISBN: 978-3-613-04070-0
Preis: 12,00 Euro