Ganz schön ausgekocht - Teil 3

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Ganz schön ausgekocht - Teil 3

September 24, 2017 - 07:50
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​Kocher sind für Camper die mit dem Zelt unterwegs sind ein Muss. Doch auch für Reisemobilisten und Wohnwagen-Urlauber ist eine Kochstelle außerhalb des Fahrzeugs sinnvoll, was aber von den meisten Herstellern geflissentlich ignoriert wird. Wir haben eine kleine Übersicht zusammen gestellt.

Mit dem richtigen Kocher macht das Outdoor-Kochen Spaß. (Foto: CC0)

Immer mehr Deutsche zieht es mit dem Camper in die freie Natur. Wo dann auch mal gekocht oder gegrillt werden darf. Aber mit offenem Feuer ist das so eine Sache. Das ist, etwa auf vielen Campingplätzen, erst recht im Wald aus gutem Grund schlicht verboten. Da bleiben als Alternativen ein Kocher oder ein handlicher Grill.

Kocher mit Holz

Eine Sonderstellung nehmen sicherlich Campingkocher ein, die Holz als Brennstoff benötigen. Allerdings ist der Bertieb in einigen Gegenden auf Grund von Feuerverboten nicht unproblematisch. Ansonsten ist der Holzkocher eine gute Alternative, da es den Brennstoff nahezu überall umsonst gibt. Dabei darf man Holzvergaser nicht mit normalen Hobo-Kochern verwechseln. Bei letzteren handelt es sich um eine alte Konservendose, in der Feuer gemacht wird. Das Prinzip der Holzvergasung ist die Pyrolyse. Unter Sauerstoffmangel wird das Holz erhitzt, wodurch Holzgas frei wird. Dieses kann nach Durchmischung mit Sauerstoff in der sogenannten Sekundärverbrennung entzündet werden. Den Brennstoff in Form von kleinen Holzstücken gibt es unterwegs meist gratis. Der Nachteil ist, dass die Temperatur nur zeitverzögert über die Holzzufuhr regelbar ist. Während der Holzvergaser von Lixada schon ab 15 Euro erhältlich ist, kostet der Solo Stove lite rund 70 Euro. Die größeren Modelle von Solo sind entsprechend teurer. Gerade die billigen Kocher sind natürlich als Notreserve ideal. Etwas größer fällt da schon der Raketenofen rf33 von Petromax aus. Mit gusseisernen Teilen  die Wärme speichern können und der Isolierung wiegt er rund 6,5 Kilogramm. Dafür kann der aber von der Seite mit Brennmaterial versorgt werden. Der Raketenofen kostet circa 130 Euro.

Wer hauptsächlich Wasser für Tee, Kaffee oder Tütensuppen erhitzen will, ist mit der Petromax Feuerkanne gut beraten. Sie ist Kocher und Kanne in einem und mit 0,5 Liter sowie 1,2 Liter Füllvolumen erhältlich. Während Zweige, Rinde und Tannenzapfen knisternd in der Feuerschale verbrennen, steigt die Hitze Feuers durch das Innere der Kanne auf und bringt das Wasser in der Wand der Feuerkanne zum Kochen. Sobald das Wasser brodelt und kocht, pfeift die Dampfpfeife. Dank der drei Füße hinterlässt die Feuerkanne keine Brandstelle und steht sicher auf jedem Untergrund. Besonders platzsparend transportiert wird die Feuerkanne, indem man die Feuerschale verkehrt herum in die Feuerkanne steckt. Die Kannen kosten je nach Größe zwischen 50 und 70 Euro.

Der Biolite Campstove lässt sich ebenfalls mit Holz und Tannenzapfen befeuern, nimmt aber das Schmiedefeuer-Prinzip als Grundlage. Ein integrierter Ventilator bläst  Luft unter das Feuer, dass so ordentlich angefacht wird. Laut Hersteller ist eine Heizleistung von bis zu fünf Kilowatt möglich. Die Besonderheit des Biolite ist, dass man mit ihm auch elektische Geräte laden kann. Ist die Flamme heiß genug, wird zunächst über einen integrierten Thermogenerator der interne Pufferakku geladen. Anschließend können über einen USB-Ausgang handelsübliche Geräte mit bis zu zwei Watt geladen werden. Zusaätzlich gibt es für den Biolite noch einiges an Zubehör, wie zum Beispiel eine Grillplatte oder eine Wasserkanne, in die der Kocher verstaut werden kann.  Der Biolite Camp Stove 2 ist ab rund 150 Euro erhältlich.

Der Grill als Kocheralternative

Wer partout auf den typischen Geschmack von auf Holzkohle zubereitetem Essen nicht verzichten mag, greift auf einen Grill zurück. Einer der Kleinsten dürfte Grilliput sein. In einem kompakten Rohr steckt ein kompletter Grill, der aufgebaut eine Fläche von 23 mal 26 Zentimeter hat. Verpackt ist er etwa so groß wie der Stil eines Hammers. Optional gibt es eine Feuerschale. Grilliput kostet etwa 35 Euro. Etwa das Doppelte kostet der Edelstahl-Kohlegrill BBQ300S, dessen Grillrost in drei Stufen höhenverstellbar ist.

Für vier Personen taugt der Cobb Grill Premier Easy to go. Er fasst bis zu acht Grillbriketts und besteht aus Grillplatte, Brikettkorb, Innen- und Innenschale. Der Gag: Da es keine offene Flamme gibt, ist der Cobb außen kalt, innen heiß. Und damit auch in Gebrauch "tragbar". Außerdem gibt es normalerweise keine Probleme auf Plätzen, wo offenens Feuer verboten ist. Er wiegt rund 4,5 kg und kostet um die 100 Euro.

Ein Angebot für Technik-Freaks ist der Grill Vesuvio. Er verfügt über einen herausnehmbaren und per USB-Kabel wiederaufladbaren Lüfter. Auch der 130 Euro kostende Vesuvio lässt sich durch seine doppelwandige Ausführung während des Grillens bewegen.

Eine echte Anschaffung fürs Leben ist der FireQ. Er ist Reisegrill und Feuerschale in einem, gefertigt aus Edelstahl und daher extrem robust. In drei einfachen Schritten ist er zusammengesteckt. Ohne Fummelei mit Schrauben oder Muttern. FireQ ist aus zwei Millimeter starkem Edelstahlblech 18/10 gefertigt, etwa 4,5 Kilogramm schwer und äußerst stabil. Die Grillfläche ist 280 x 280 mm groß, der Grillrost mittels zweier Griffe höhenverstellbar. Zusammengelegt misst FireQ etwa 380 x 380 x 30 mm. Preis: 139 Euro.

Eine Sonderstellung nimmt auch der Son of Hibachi ein, der aus zwei Grillflächen besteht. Zum Anzünden wird in beide Hälften Kohle eingefüllt, die Grillroste aufgelegt und anschließend der Grill zugeklappt. Danach wird von unten(zwischen den beiden Grillflächen) angefeuert. Durch den Kamineffekt glüht die Kohle schnell durch. Anschließend auseinander klappen und normal grillen. Nach dem Grillen wird der Son of Hibachi zusammen geklappt und verschwindet in der mitgelieferten Tasche. Dabei ist die Temperatur fast egal.  Der Grill kostet rund 80 Euro.

Zubehör

Und auch beim Kochen und Grillen ist es wie beim Autokauf: Es gibt reichlich Zubehör. Etwa einen klappbaren und für Gaskocher geeigneten Toaster für etwa zehn Euro. Oder den etwa 45 Euro kostenden Omina Camping-Backofen, der sowohl auf offener Flamme als auch auf dem Elektro- oder Ceranfeld Zuhause genutzt werden. Die Hitze wird gleichmäßig verteilt, es entstehen Ober- und Unterhitze, etwa zur Zubereitung von Brot, Kuchen oder Aufläufen. Für das Outdoor-Kochen sollte man sich unbedingt einen Windschutz besorgen. Das verkürzt nicht nur die Kochzeit und spart Brennstoff, es sorgt auch für kontrolliertes Garen. 

Zum ersten Teil

Zum zweiten Teil