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Ganz schön ausgekocht - Teil 2

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Ganz schön ausgekocht - Teil 2

September 23, 2017 - 14:10
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​Kocher sind für Camper die mit dem Zelt unterwegs sind ein Muss. Doch auch für Reisemobilisten und Wohnwagen-Urlauber ist eine Kochstelle außerhalb des Fahrzeugs sinnvoll, was aber von den meisten Herstellern geflissentlich ignoriert wird. Wir haben eine kleine Übersicht zusammen gestellt.

Mit dem richtigen Kocher macht das Outdoor-Kochen Spaß. (Foto: SpaceCamper)

Immer mehr Deutsche zieht es mit dem Camper in die freie Natur. Wo dann auch mal gekocht oder gegrillt werden darf. Aber mit offenem Feuer ist das so eine Sache. Das ist, etwa auf vielen Campingplätzen, erst recht im Wald aus gutem Grund schlicht verboten. Da bleiben als Alternativen Spiritus-, Petroleum- oder Gas-Kocher. Oder ein handlicher Grill.

Der Klassiker - Gas

Wohl am weitesten verbreitet unter Campingfreunden sind Gaskocher. Das hat seine Gründe. Da Gas eine sehr hohe Energiedichte pro Kilogramm aufweist, haben die Kocher eine recht gute Brennleistung. Das heißt in der Praxis, das Kaffeewasser ist fix heiß. Zudem sind Gaskocher recht unkompliziert in der Handhabung und können - je nach Modell - auch ohne Streichholz oder Feuerzeug mittels Piezo-Zündung entzündet werden. Die Flamme lässt sich leicht regulieren, die Kocher selbst sind nahezu wartungsfrei und müssen nicht vorgeheizt werden. Aufdrehen – anzünden – brennt. Gaskocher funktionieren jedoch bei Temperaturen nahe 0°C und darunter nur noch eingeschränkt. Aber bei solchen Witterungsverhältnissen sind die meisten Menschen wohl ohnehin zum Kochen nicht im Freien. Wer längere Zeit unterwegs ist und öfter kochen möchte, sollte immer eine (passende) Gaskartusche als Reserve mitführen.

DIe Kartuschen

Bei Stech-Kartuschen sticht - wie der Name ja schon vermuten lässt - ein Dorn am Brenner ein Loch in die Kartusche. Der Brenner muss mit der Kartusche verbunden bleiben, sonst strömt das Gas aus der Kartusche. Obwohl sehr sicher, bleibt ein Restrisiko bei Undichtigkeiten beim Transport. Zudem vergrößert sich das Packmaß bei angesteckter Kartusche Bei Ventil-Kartuschen öffnet ein Stift am Brenner ein selbstschließendes Ventil. Auch wenn der Brenner entfernt wird, bleibt die Kartusche dicht. Beinahe alle hochwertigeren Kocher verwenden Ventilkartuschen. Einweiterer Vorteil des Systems ist, dass eine Kartusche für mehrere Geräte wie beispielsweise einer Gaslaterne verwendet werden kann. Nicht mehr für Backpacker geeignet sind die größeren Flaschen mit 1,8 beziehungsweise 2,75 Kilogramm. Die Gasmenge reicht zum Kochen auch für den großen Urlaub. Der Vorteil ist, dass die großen fünf beziehungsweise 11 Kilogramm Flaschen nicht mehr aus dem Fahrzeug rangeschleppt werden müssen. Trotzdem ist genug Energie vorhanden um auch einen mehrflammigen Kocher zu betrieben. Außerdem lassen sich "die blauen Flaschen" in vielen Ländern Europas tauschen. Für eine Kocherkombination mit den "kleinen" Gasflaschen ist auch keine jährliche Gasprüfung notwendig. 

Die Outdoor-Klassiker

Ein schon fast klassischer Gaskocher ist der Campingaz Kocher Bleuet 206 Plus, geeignet für Stechkartuschen. Er bietet neben einem Fuß und integriertem Windschutz vier ausklappbare Topfträger, wiegt rund 370 Gramm und ist ab etwa 45 Euro zu haben. Ziemlich kompakt verstauen lässt sich der Gaskocher Fire Stove für den Betrieb mit Gaskartuschen. Er wiegt weniger als 200 Gramm und kostet rund 30 Euro. Wer mit Reisemobil oder Wohnwagen unterwegs ist und vor dem Fahrzeug eine vermünftige "Kochplatte" möchte, findet im Camp'Bistro von Campingaz einen leichten und zuverlässigen Begleiter. 

Mit dem Pinnacle Canister Stove (Direktanschluss) und dem Pinnacle 4 Season Stove (mit Schlauchanschluss) stieg GSI Outdoors ein den Markt der Gaskocher ein. Mit einem Gewicht von 68 beziehunmgsweise 164 Gramm gehören beide Kocher zu den leichtesten ihrer Klasse. Der Pinnacle Canister Stove kostet rund 50 Euro, lässt sich kompakt packen (53 x 41 x 76 mm) und ist mit 2.820 Watt leistungsstark und leise. Der Pinnacle 4 Season Stove mit Drei-Bein-Konstruktion punktet wie alle Gaskocher mit Schlauchanschluss mit guter Standfestigkeit durch niedrigen Schwerpunkt. Er hat einen Generator, der auch bei Kälte dafür sorgt, dass der Kocher zuverlässig brennt. Preis: Rund 80 Euro.

Ebenfalls von Primus stammt der Gaskocher Eta Lite. Der Ein-Mensch-Kocher wiegt 355 Gramm, ist klein (Packmaß: ø 100 x 150 mm) und unempfindlich gegen Wind. Der Triangle Joint Bajonettverschluss von Topf und Kocher ist mit einem Klick ver- oder entriegelt. Optional gibt es den Eta Lite auch mit einer Kaffeepresse. Preis 129,95 Euro ohne und 139,95 Euro mit Kaffeepresse.

Der Lite XL von Primus eignet sich mit seinem 1,0 Liter-Topf auch für zwei Personen. Der Topf besteht aus harteloxiertem Alu mit Keramik-Antihaftbeschichtung, hat einen integrierten Wärmetauscher/Windschutz am Boden und Silikon-überzogene Klappgriffe. Der transparente Deckel dient als Sieb. Unterwegs passen der knapp 150 Euro teure Kocher mit Piezo-Zünder, die mitgelieferte Kunststoff-Schüssel, der faltbare Standfuß plus eine 100 Gramm-Gaskartusche in den Topf. Gesamtgewicht: 450 Gramm. 

Campingküche

Für gehobenere Ansprüche gibt es auch mehrflammige Kocher. Ein Vorteil ist die deutlich höhere Standsicherheit auf ebene Flächen gegenüber den kleinen Geräten. Ein Klassiker ist der Base Camp von Campingaz. Schlicht, ohne unnötigen Schnickschnack und für rund 38 Euro zu haben. Für zehn Euro mehr spendiert der Hersteller dem Gerät noch einen Deckel. Wie bei Grills gibt es mittlerweile mehrflammig Kocher auf einem Gestell. Ein zusätzlicher Tisch ist damit nicht mehr notwendig. Allerdings liegen diese Geräte rund 100 Euro über der Einstiegsklasse.

Richtig schick ist der zweiflammige Primus Campfire Onja im skandinavischen Design und gefertigt aus langlebigen, edlen Materialien: Edelstahl, Eichenholz, Messing und Leder. Dank seines Trageriemens kann man ihn überallhin mitnehmen. Aufgeklappt bildet er eine standfeste Kocheinheit, das Gehäuse schützt die Brenner vor Wind. Der Deckel aus Eichenholz dient als Schneidebrett. Betrieben wird der rund 130 Euro teure Onja mit 100 gr-, 230 gr- oder 450 gr Gaskartuschen.

Luxuriös wird es bei Kombinationen aus Herd und Ofen. Auch sie gibt es für unterwegs. Der Kampa Roast Master hat zwei unabhängige Flammen und einen Backofen. Sogar Jamie Oliver hat auf seiner Roadshow mit diesem Gerät gekocht. Auch preislich definieren diese Geräte die Spitze. Der Einstieg beginnt - je nach Hersteller - bei rund 300 Euro. 

..... Fortsetzung folgt

Zum ersten Teil

Zum dritten Teil