Ganz schön ausgekocht - Teil 1

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Ganz schön ausgekocht - Teil 1

September 22, 2017 - 11:55
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​Kocher sind für Camper die mit dem Zelt unterwegs sind ein Muss. Doch auch für Reisemobilisten und Wohnwagen-Urlauber ist eine Kochstelle außerhalb des Fahrzeugs sinnvoll, was aber von den meisten Herstellern geflissentlich ignoriert wird. Wir haben eine kleine Übersicht zusammen gestellt.

Mit dem richtigen Kocher macht das Outdoor-Kochen Spaß. (Foto: GSI)

Immer mehr Deutsche zieht es mit dem Camper in die freie Natur. Wo dann auch mal gekocht oder gegrillt werden darf. Aber mit offenem Feuer ist das so eine Sache. Das ist, etwa auf vielen Campingplätzen, erst recht im Wald aus gutem Grund schlicht verboten. Da bleiben als Alternativen Spiritus-, Petroleum- oder Gas-Kocher. Oder ein handlicher Grill.

Notkocher

Der Esbitkocher, der dem ein oder anderen vielleicht noch aus alten Pfadfinderzeiten bekannt sein dürfte, ist in verschiedenen Größen erhältlich. Der Klappkocher wird mit Fest-Brennstoffwürfeln betrieben. Backpacker, die auf Gewicht und Packvolumen achten müssen, sind mit diesen Notkochern relativ gut versorgt, wenn es darum geht Konservendosen aufzuwärmen oder Teewasser zu kochen. Vollwertige Outdoor-Kocher sind sie jedoch nicht, insbesondere wenn für mehrere Personen gekocht werden soll.

Spirituskocher

Keinen sehr hohen Brennwert hat Spiritus. Daher brauchen mit Spiritus betriebene Kocher auch gut doppelt so lange wie andere, um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Deshalb haben sich Spirituskocher, wie etwa der Sturmkocher von Trangia aus Schweden, nicht wirklich durchsetzen können. Andererseits kommen Spiritusbrenner ohne verschleißempfindliche Bauteile wie Pumpen, Leitungen oder Dichtungen aus. Daher halten sie praktisch "ewig".

Bei den Spirituskochern offeriert etwa Dometic mit den Modellen Origo 1500 (einflammig, Preis rund 150 Euro) und Origo 3000 (zweiflammig, um 200 Euro) zwei Modelle, die ohne Druck arbeiten. Neu auf dem Markt sind die im Styling etwas rundlicher geratenen Modelle Origo One (Preis um 150 Euro) und der zweiflammige Origo Two (rund 210 Euro). Für alle Modelle gibt es auch Kardanaufhängungen, etwa für den Einsatz im Boot.

Benzin & Petroleum

Benzinkocher haben eine sehr gute Heizleistung bei relativ sparsamen Verbrauchswerten. Und Benzin als Brennstoff ist beinahe überall zu bekommen. Daher haben Benzinkocher vor allem unter Fernreisenden eine recht treue Fangemeinde. Bei einem Benzinkocher muss man allerdings schon mal häufiger schrauben, denn sie sind relativ wartungsintensiv und besitzen zudem einige Verschleißteile. Dichtungen und Düsen gehören gefinitiv ins Reisegepäck. Allerdings müssen diese Kocher vorheizen. Bis das Teewasser kocht dauert es daher länger als mit Gas. Beim Vorheizen brennen die Kocher mit gelber Flamme und rußen daher. Entsprechend ist auch der Geruch nach Benzin. Läuft der Kocher, verhält er sich fast wie ein Gaskocher.

Weitgehend ähnliche Technik wie die Benzinkocher nutzen auch Petroleum- und Dieselkocher. Petroleum ist sehr energiereich und brennt auch bei Kälte oder in großer Höhe gut. Er ist weltweit zu bekommen und - im Gegensatz zu Benzin - nicht explosionsgefährlich. Allerdings riechen Petroleum (und auch Diesel) ziemlich intensiv. Dennoch sind bei Expeditionen in entlegene Gegenden Petroleumkocher auch heute noch die Kocher der Wahl. Als Brennstoff sollte spezielles Kocher-Petroleum – und kein Brennstoff, der Duftstoffe enthält – verwendet werden. 

Multi-Fuel-Kocher

Multi-Fuel-Kocher (Mehr-Brennstoff-Kocher) kommen gleich mit mehreren Brennstoffe zurecht, etwa in der Kombination Benzin/Petroleum. Vor allem die Firma Primus entwickelte in den vergangenen Jahren diese Technik deutlich weiter. Mittlerweile gibt es Kocher für alle Flüssig-Brennstoffe, und sogar solche, die – inklusive Gas – alle marktüblichen Brennstoffe verdauen. Da die Brennstoffe jedoch unterschiedliche Dichten haben, müssen mindestens die Düsen der Mehr-Brennstoff-Kocher entsprechend gewechselt werden, je nachdem, womit sie befeuert werden. Aufbau, Pflege und der Betrieb ist, ähnlich wie bei Benzin- oder Petroleum-Kochern, relativ aufwändig.

 

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