Acht thermoelektrische Kühlboxen für 12 und 230 Volt im Test

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Acht thermoelektrische Kühlboxen für 12 und 230 Volt im Test

Mai 26, 2017 - 07:45
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Wer während der heißen Sommermonate oft mit dem Auto unterwegs ist, sei es im Urlaub oder beim Outdoor-Hobby, profitiert von einer Kühlbox. Ob die günstigen, thermoelektrischen Modelle halten was sie versprechen, hat die GTÜ getestet.

Die GTÜ hat acht thermoelektrische Kühlboxen getestet. (Foto: GTÜ/Emmerling)

Die GTÜ hat zusammen mit dem ACE acht thermoelektrische Kühlboxen, die mit Peltier-Kühlelementen arbeiten, getestet. Mit von der Partie waren sieben Boxen zwischen 48 und 90 Euro sowie eine zu knapp 200 Euro. Damit fallen die Boxen deutlich preiswerter aus als die Varianten mit Kompressor.

Das Prinzip

Ein Peltier-Element ist ein elektrothermischer Wandler, der basierend auf dem Peltier-Effekt bei Stromdurchfluss eine Temperaturdifferenz erzeugt. Peltier-Elemente können sowohl zur Kühlung als auch – bei Stromrichtungsumkehr – zum Heizen verwendet werden. Die größten Vorteile eines Peltier-Elements sind die geringe Größe, das geringe Gewicht. Für die Verwendung in Fahrzeugen spricht zudem die Vermeidung jeglicher bewegter Bauteile, Gase und Flüssigkeiten. Eine Kältemaschine benötigt dagegen immer ein Kältemittel und in den meisten Fällen einen Kompressor. Peltier-Elemente können überall dort eingesetzt werden, wo nur eine geringe Kühlleistung erforderlich ist.

Klarer Sieger

Als eindeutiger Sieger ging das preisgünstigste Produkt, die mit "sehr empfehlenswert" ausgezeichnete Mobicool T 26 AC/DC, hervor, gefolgt von der Box mit dem höchsten Anschaffungspreis, der Dometic TropiCool TCX 21, von den Testern ebenfalls als "sehr empfehlenswert" eingestuft. Auf den weiteren Plätzen mit jeweils "empfehlenswert" reihten sich die Powerbox Plus von Campingaz, die KB 2922 von Severin, die U30 DC/AC von Fritz Berger und die Electric Cooler E26 M von Ezetil ein. Die Plätze sieben und acht mit je "bedingt empfehlenswert" belegten die KK29 von AEG und die KB 3537 von Clatronic.

Stabile Gehäuse

Ein Ergebnis überraschte die GTÜ-Prüfer ganz besonders: In der Kategorie "Stabilität" verhielten sich die Boxen mustergültig. Einen nach ISO 22248 genormten Falltest mit einem Sturz aus 80 Zentimeter auf Betonboden überstanden alle Kandidaten unbeschadet und waren anschließend noch voll funktionsfähig. Das spiegelte sich auch im Qualitätseindruck, den die Testteilnehmer bei den GTÜ-Prüfern hinterließen, wider. Hier gab es Bestnoten für alle.

So hat die GTÜ getestet

Gravierende Differenzen zeigten sich hingegen bei den Messungen im Labor der GTÜ. In einer Klimakammer hatten die Testteilnehmer einen definierten Prüfzyklus zu durchlaufen. Dabei ging es unter anderem um die Abkühlleistung. Nach sechs Stunden Betrieb mit 12 Volt Spannung bei einer Außentemperatur von + 24 Grad Celsius zeigte die Mobicool T 26 in ihrem Staufach eine Temperatur von + 12 Grad, die Campingaz Powerbox Plus immerhin nur knapp über + 13 Grad. Schlusslichter waren die Clatronic KB 3537 mit etwa + 20,8 Grad und die AEG K29 mit 21,3 Grad.

Wenig Kühlung in der MIttagshitze

Anschließend wurde den Kandidaten in der Klimakammer über vier Stunden auf knapp + 46 Grad kräftig eingeheizt. Eine Temperatur, die im Glashaus namens Fahrzeuginnenraum während der Mittagshitze selbst im Schatten schnell erreicht ist. Den Temperaturanstieg konterte die Mobicool mit einer Erhöhung in ihrem Staufach auf + 29,5 Grad und auch die Temperatur im Campingaz-Stauraum überstieg nicht + 29,7 Grad. Empfindlicher reagierten wiederum die Clatronic mit einer Temperaturerhöhung im Inneren auf rund 38,5 Grad. Die AEG quittierte die "Mittagshitze" mit + 39,6 Grad.

In der Disziplin "Isoliervermögen", während der die Boxen nach erneuter Abkühlung bei einer Außentemperatur von abermals + 24 Grad von ihrer Stromversorgung getrennt und nach zwei Stunden gemessen wurden, gab die Dometic die beste Figur ab, gefolgt von der Mobicool. Die hinteren beiden Plätze belegten wieder AEG und Clatronic. In Sachen Effizienz konnten die Boxen weniger gut punkten. Ihre Kühlung hängt stark von der Umgebungstemperatur ab und das kostet Strom - ein Manko des thermoelektrischen Prinzips. Als wahre Stromfresser entpuppten sich besonders AEG und Clatronic. Einen Tiefentladeschutz für die Autobatterie boten aber nur die Exemplare von Campingaz und Dometic. Alle Boxen waren alternativ zu 12 Volt Gleichstrom auch mit 230 Volt Wechselstrom zu betreiben. Somit lässt sich Kühlgut zuhause, auf dem Campingplatz oder im Ferienhaus vorkühlen.

Ein eher schwaches Bild gab im GTÜ-Test das Gros der Boxen in puncto Ladungssicherung ab. Mit dem Sicherheitsgurt im Auto ließen sich ausschließlich die Exemplare von AEG und Ezetil verbinden. Hier sollten die Anbieter der anderen Kandidaten nacharbeiten. Bei einer Vollbremsung können sich ungesicherte Boxen schnell in Geschosse verwandeln.

Grundsätzlich eignen sich thermoelektrische Boxen nicht nur zum Kühlen: Kehrt sich die Richtung, in der der Strom das Peltier-Kühlelement durchfließt um, lassen sich Lebensmittel damit auch erwärmen und warmhalten. Allerdings boten dieses Merkmal nicht alle Testkandidaten. Eine per Schalter zu aktivierende Warmhaltefunktion war bei Clatronic, Dometic und Severin vorhanden.

Fazit

Alles in allem zeigte der Test von GTÜ und ACE: Wer nicht auf eine hohe Kühlung von Lebensmitteln oder gar Medikamenten um den Gefrierpunkt und bei klimatisch extremen Bedingungen angewiesen ist, sondern den zeitlich beschränkten Einsatz im Urlaub oder beim Hobby im Auge hat, ist mit thermoelektrischen Kühlboxen gut bedient. Wer eine hohe und stabile Kühlleistung benötigt, muss auf Kompressor betriebene Kühlboxen zurückgreifen.

DIe Übersicht der Testergebnisse gibt es hier als PDF.

Info: www.gtue.de