Reisemobil auf zwei Rädern: MotoHome

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Reisemobil auf zwei Rädern: MotoHome

Juli 10, 2018 - 14:32
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Noch ist es ein Prototyp. Aber mit etwas Glück und finanzieller Unterstützung durch Crowdfunding könnte das MotoHome von Jeremy Carman vielleicht sogar in Serie gehen.

(Foto: MotoHome)

Mit dem MotoHome könnte der 26-jährige Amerikaner dann möglicherweise das erste Reisemobil auf zwei Rädern auf den Markt bringen. Aber zunächst will er selbst einmal auf Reisen gehen. Basis für Jeremys MotoHome ist eine Honda CBR 1000 F aus dem Jahre 1993. Die Frontpartie des ungewöhnlichen Motorrads stammt von einer Honda CR 500, einem Motocross-Bike. Vorne kommt ein 53 cm großes Vorderrad zum Einsatz, am Heck verrichtet das serienmäßige Hinterrad der CBR 1000 F seinen Dienst.

Die „Wohnkabine“ des MotoHome erinnerrt an einen Flugzeugrumpf. Die längs auf dem Fahrzeug montierte Sleeper-Box ist 183 cm lang, knapp einen Meter hoch und 86 cm breit. Das reicht nach Jeremys Auffassung für einen kleinen bis durchschnittlich gebauten Erwachsenen. Der Aufbau des Bikes besteht aus GfK, auch als Fiberglas bekannt, und einem stützenden Alurahmen. Versehen ist die rund 280 Kilogramm wiegende Box mit einer Isolierung, ein Plexiglas-Fenster lässt Licht in den Übernachtungsraum. Der ist mit Wildleder gepolstert und mit Zedernholz getäfelt - und bietet eine Matratze für geruhsamen Schlaf auf dem Bike. Alles in allem ist das höchst ungewöhnlich aussehende Zweirad satte 365 cm lang, bei einem Radstand von immerhin 260 cm. Kein Wunder, dass bei solchen Abmessungen auch noch Raum ist für einen wasserdichten, 133 Liter großen Stauraum im Bereich des Rahmens. Trotz des voluminösen Aufbaus soll das MotoHome mit rund 6,4 Litern Kraftstoff 100 Kilometer Fahrstrecke schaffen.

Das MotoHome ist Jeremys Bachelorarbeit an der Southern California School of Architecture. Der 26-jährige Kalifornier, der mittlerweile als Designer in einem Architekturbüro in Sacramento arbeitet, hat mit seiner Arbeit zwei seiner großen Leidenschaften miteinander verbunden: Das Motorradfahren und die Architektur. Motorräder, so sagt Jeremy, sind „athletische Maschinen, die uns wie kein anderes Fahrzeug die Möglichkeit zum unabhängigen Reisen geben“. Mit seinem Projekt MotoHome versucht er, Architektur auf zwei Räder zu bringen. Die Offroad-Fähigkeiten seines Bikes schätzt er deswegen, weil sie ihm die Möglichkeit geben weniger befahrene Wege zu nutzen und sich auch abseits von Straßen und Asphalt fortzubewegen. Das wird auch nötig sein, denn Jeremy will demnächst rund 20.000 Meilen unter die Räder nehmen - und mit seinem MotoHome zu einer Reise durch Südamerika aufbrechen, bis zum südlichsten Punkt, und zurück nach Kalifornien. Good luck, Jeremy.

Info: www.gofundme.com/MotoHome