Zug-Nummer: Unicat Expeditionsfahrzeug MD75h MAN TGS 6x6 plus Trailer WT69

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Zug-Nummer: Unicat Expeditionsfahrzeug MD75h MAN TGS 6x6 plus Trailer WT69

Dezember 16, 2018 - 07:30
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In Dettenheim entstehen Fernreise- und Expeditions-Mobile der Extraklasse, „made in Germany“. In die Gemeinde im nördlichen Landkreis Karlsruhe kommen Kunden aus aller Welt, auch mit nicht ganz alltäglichen Wünschen. Etwa der Mann aus Kasachstan, der Motorrad-Rallyes fährt - und ein passendes Fahrzeug für sein zweirädriges Hobby suchte. Inklusive mobiler Werkstatt in einem eigens gefertigten und komplett ausgestatteten, zweiachsigen Anhänger.

Als Zugfahrzeug des „Gespanns“ dient ein Unicat MD75h, ein reinrassiges Expeditionsmobil. Als Basisfahrzeug kommt ein dreiachsiger MAN TGS 6x6 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 26 Tonnen (Leergewicht 19,5 Tonnen) zum Einsatz. Angetrieben wird der MAN von einem in Reihe angeordneten Sechszylinder, der aus 12,4 Liter Hubraum 397 kW / 540 PS holt und über ein maximales Drehmoment von 2.500 Nm verfügt. Gekoppelt ist der hubraumstarke Diesel an ein 12-Gang-TipMatic-Getriebe, das vom Fahrer vollautomatisch oder manuell per Tipphebel am Lenkrad betrieben werden kann. Das Kupplungspedal entfällt, auch einen Schaltknauf gibt es nicht mehr. Der Fahrer wird nicht abgelenkt und kann sich voll auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren. Die Kickdown-Funktion sorgt für hohe Fahrdynamik. Zur Entlastung des Fahrers trägt zudem die integrierte Anfahrhilfe MAN EasyStart bei. Der MD75h führt 750 Liter Diesel mit sich, aus einem 150 Liter fassenden Benzintank können die mitgeführten Motorräder betankt werden.

Auch auf Matsch, Schnee oder Geröll bleibt das Fahrzeug dank permanentem Allradantrieb mit Längssperre sowie Differenzialsperren an Vorder- und Hinterachse nicht stecken. Den richtigen Weg weist jederzeit ein Garmin Satelliten-Navigationsgerät, ein Funkgerät dient der Kommunikation. Sowohl das Expeditonsmobil als auch der Anhänger sind mit Lichtmasten und ausfahrbaren LED-Arbeitsscheinwerfern versehen. So kann bei Flutlicht auch in der Nacht an den Motorrädern gearbeitet werden. Obendrein ist ein Videosystem zur Überwachung des Umfelds installiert.

Wie bei Unicat üblich ist der Wohnaufbau des 9,96 Meter langen Zugfahrzeugs (Breite 248 cm, Höhe 398,4 cm) aus GfK-Verbundplatten mit einer Isolierung aus PU-Hartschaum gefertigt. Die isolierte Bodenplatte ist mit einem eingeschäumten Stahlrahmen verstärkt. Für den Einsatz bei winterlichen Temperaturen und Minusgraden ist eine gute Heizung Pflicht. Hauptheizung ist eine mit Diesel betriebene Warmwasser-Zentralheizung (9 kW), zudem ist für den Einsatz bei extrem niedrigen Temperaturen eine Benzinheizung (5,2 kW) an Bord. Über einen 60 Liter Wärmetauscher wird auch die Motorwärme zur Beheizung des Aufbaus und zur Erzeugung von Warmwasser genutzt. Bei wärmeren Temperaturen kommen zwei Dachklimaanlagen und ein Lufttrockener zum Einsatz. Die Frisch-, Abwasser- und Fäkaltanks sind innenliegend und beheizt ausgeführt. In insgesamt vier Tanks können 1.100 Liter Frischwasser gebunkert werden, der Abwassertank fasst 150 Liter, das Fassungsvermögen des Fäkaltank liegt bei 140 Liter. Die Tanks können vom Fahrerhaus und vom Wohnaufbau aus über pneumatische Ablassschieber entleert werden. Für ausreichend „Saft“ zum Betrieb elektrischer Geräte aller Art sorgen sechs AGM-Batterien (630 Ah, 24 Volt), eine 1.250 Watt Solaranlage, zwei Wechselrichter und ein benzinbetriebener Zweizylinder-Generator (14,5 kW / 13,4 kVA Dauer-Ausgangsleistung).

Rundsitzgruppe mit Platz für sechs Personen

Im Expeditionsmobil findet das komplette Rallye-Team an einer großen Rundsitzgruppe Platz. Diese kann bei Bedarf zu einer Liegefläche von 170 x 200 Zentimeter umgebaut werden. Im vorderen Bereich wird gekocht und gegessen. Die neben der Einstiegstür angeordnete Küche mit ihrer Arbeitsplatte aus Teakholz ist komplett ausgestattet. Neben der Edelstahl-Spüle ist ein Induktions-Kochfeld mit zwei Kochstellen an Bord, zur Zubereitung der Mahlzeiten dient außerdem ein Miele-Backofen mit Dampfgarer. Ein 130 Liter fassender Kühlschrank hält, ergänzt durch ein 65 Liter großes Tiefkühlfach, Speisen und Getränke frisch. Töpfe, Pfannen und Geschirr sind rüttel- und pistenfest in Schubladen und Schränken verstaut.

Gegenüber der Küche liegen, jeweils über eigene Türen zugänglich, der Sanitärraum mit Porzellan-Spül-WC und separater Dusche sowie ein Trockenraum für Outdoor-Bekleidung. Im Heck befindet sich das geräumige Schlafzimmer mit einem unterlüfteten und beheizten Bett und einer 180 x 200 Zentimeter großen Liegefläche. Der Entspannung und Information dienen ein Fernseher und eine Multimedia-Anlage.

Der WT69 Anhänger baut auf einem Fahrgestell mit zwei Starrachsen und Blattfederung auf. Er hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 18 Tonnen und bietet in zwei Stockbetten (Liegefläche je 80 x 200 cm) Schlafplätze für vier Personen. Die beiden unteren Betten dienen zusammen mit einem höhenverstellbaren Tisch zudem als Sitzgruppe. Wie das Zugfahrzeug verfügt auch der 6,9 Meter lange Trailer über einen eigenen Sanitärraum und eine Küche.

Gekoppelt werden Zugfahrzeug und Anhänger über eine Nato-Zugöse, die bei Fahrten im Gelände eine hohe Beweglichkeit des Gespanns gewährleistet. Sowohl am Zugfahrzeug wie auch am Trailer sind Kameras verbaut, eine ist auf die Anhängekupplung gerichtet und erleichtert so das Ankoppeln des Anhängers.

Neben dem Wohnbereich birgt der WT69 auch eine von hinten über einen eigenen Eingang zugängliche Werkstatt mit Generator, Luft-Kompressor, Werkbank, Stauschränken, Werkzeug-Schubladen, Bohr- und Fräsmaschine. Selbst ein Schweißgerät ist installiert, das so ausgeführt ist, dass man problemlos auch ausserhalb des Hängers schweißen kann. Obendrein können im Anhänger in zwei Kraftstofftanks je 400 Liter Diesel und Benzin sowie zusätzliche 900 Liter Frischwasser mitgeführt werden.

Der Preis für das Gespann liegt bei rund 1,25 Millionen Euro. Auf das Zugfahrzeug entfallen etwa 800.000 Euro, auf den Trailer etwa 450.000 Euro.

Info: www.unicat.net