Auf-G-setzter: Mercedes-Benz G 290 mit Langer & Bock Wohnkabine

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Auf-G-setzter: Mercedes-Benz G 290 mit Langer & Bock Wohnkabine

September 24, 2018 - 13:17
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Seit mehr als einem Vierteljahrhundert entstehen in Göppingen im Schwabenländle individuelle Reisefahrzeuge. Michael Langer, Fahrzeugbaumeister und gelernter Schreiner, und Achim Bock, Schreiner und Werkstattmeister, haben dort ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie bauen maßgefertigte Allrad-Reisemobile, etwa auf der Basis des Mercedes G 290 Professional.

Schon bevor die beiden ihre Firma Langer & Bock gründeten, bereisten die beiden Outdoor-Fans Michael Langer und Achim Bock in einem umgebauten Wohnmobil die Welt. Ihre Ziele waren etwa Australien, Neuseeland, Nordafrika, die Durchquerung Amerikas von Alaska bis Feuerland, selbst der Dschungel Indonesiens wurde bereist. Sie sammelten während ihrer Reisen reichlich Erfahrungen, die dann für die Entwicklung und den Bau von Expeditionskabinen große Bedeutung bekamen. Die beiden erlebten hautnah, dass jede Region der Erde ihre Eigenheiten hat, die an Mensch und Material ganz spezielle Anforderungen stellt. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse fertigten die beiden ein neues Reisemobil: Ein flexibles Containersystem. das seinerzeit zwar innovativ, aber in Sachen Komfort noch durchaus ausbaufähig war.

Im Jahr 1990 folgte der nächste Schritt in der Kabinenentwicklung. Michael Langer und Achim Bock konzipierten und bauten ihre erste Kabine, ausgeführt in Sandwichbauweise. Und es kam, wie es oft kommt. Ursprünglich war die Kabine „nur“ für den eigenen Bedarf gedacht. Aber sie stellte sich als so gelungen heraus, dass die Idee nahe lag, sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Da kam ihnen ihre Ausbildung zum Schreiner und Fahrzeugbauer mit Meisterbrief entgegen, die beiden machten ihr Hobby zum Beruf. In den kommenden Monaten ging es dann Schlag auf Schlag. Die beiden nahmen an der CMT in Stuttgart teil und präsentierten eine Musterkabine auf dem Fahrgestell eines Mercedes G. Das war dann der endgültige Durchbruch. Im Jahre 1993 zogen Langer & Bock in ein größeres Gebäude um, nur so konnten sie der gestiegenen Kundennachfrage gerecht werden. Mittlerweile hat Langer & Bock in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weit mehr als 100 individuelle Expeditionsfahrzeuge entwickelt und gebaut, die auf allen Kontinenten der Erde zum Einsatz kommen. Alle Bauteile, Materialien und technische Installationen der Fahrzeuge sind im Einsatz unterschiedlichsten Klimazonen ausgesetzt und werden durch große Temperaturunterschiede, Erschütterungen, hohe Luftfeuchtigkeit, Trockenheit und Staub extrem beansprucht. Trotz der hohen Nachfrage ist Langer & Bock als kleines und sehr spezialisiertes Unternehmen nie der Versuchung erlegen, in die Massenproduktion einzusteigen. Die Kunden und Auftraggeber warten auch schon mal ein bisschen länger, ehe ihr neues rollendes Zuhause in schwäbischer Handwerksqualität fertig ist.

Die Wände, das Dach und der Boden der Kabinen von Langer & Bock bestehen aus Sandwichplatten mit einem Kern aus Polyurethan und einer beidseitigen glasfaserverstärkten Kunststoffdeckschicht (GfK). Das Material ist sehr leicht und bietet gleichzeitig eine hohe Festigkeit und gute Isolierwerte. Zudem ist die Außenseite der Kabine gegen Beschädigungen zusätzlich mit einem speziellen Gewebe versehen. Verstärkungen werden überall dort einlaminiert, wo eine Kraftverteilung stattfindet oder hohe Belastungen auftreten.

Ungewöhnlich für Langer & Bock ist eine GfK-Kabine mit elektrisch ausfahrbarem Aufstelldach mit Zeltstoff. Üblicherweise fertigen die Schwaben ihre Hubkabinen mit festen Wänden - meist allerdings auch auf größeren Basisfahrzeugen als einem Mercedes G 290 Professional, der hier in der Version eines Militärfahrgestells zum Einsatz kam. Für den Verzicht auf eine vollisolierte Hibkabine sprachen im Falle des G das geringere Gewicht und die kompakten Abmessungen.