Wiedereinführung der 50 mbar-Gasanlagen in Reisemobil und Wohnwagen

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Wiedereinführung der 50 mbar-Gasanlagen in Reisemobil und Wohnwagen

April 01, 2019 - 07:30
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Nachdem Europa die Einführung von 30 mbar Gasanlagen vorgeschrieben hat, will die Industrie eine Rückkehr zum alten Standard von 50 Millibar.

Trotz höherem Druck bleiben die Flaschen gleich. (Foto: Truma)

Fabrikneue Wohnwagen oder Wohnmobile sind mittlerweile immer mit einer Flüssiggasanlage ausgestattet, deren Betriebsdruck bei 30 Millibar (mbar) liegt. Dieser Druck ist europaweit vorgeschrieben, die Norm EN 1949 für alle Mitgliedsländer bindend. Dementsprechend sind die Gasgeräte für die Freizeitfahrzeuge, wie Boiler, Gasgrill, Kocher oder Heizungen auch für den Nenndruck von 30 Millibar ausgelegt.

Besitzer älterer Freizeitfahrzeuge haben noch 50 Millibar-Anlagen verbaut. Vor Einführung der EN 1949 war dies der Standard. Die älteren 50 mbar-Anlagen haben nach wie vor Bestandsschutz, müssen also nicht auf 30 mbar umgerüstet werden.

Jetzt will die Industrie zurück zum alten 50 mbar-Standard, Europa hat hierfür bereits Zustimmung signalisiert. Der Grund ist einfach: War das Camping in früheren Jahren eher eine spartanische Urlaubsform, sind die Ansprüche an den Komfort stetig gewachsen. Selbst ein guter Gasgrill benötigt schon 50 mbar. An die Gas-Außensteckdose von Wohnmobil und Caravan kann dieser Grill derzeit nicht angeschlossen werden, da die Geräte unterschiedliche Betriebsdrücke haben. Ähnlich verhält es sich mit mit Durchlauferhitzern für die Warmwasserbereitung oder leistungsfähigen Heizungen für das Wintercamping. Der Durchfluss ist mit maximal 1,5 Kilogramm pro Stunde einfach zu gering um alle Geräte versorgen zu können.

Anders sieht es aus bei bei 50 mbar-Anlagen. Hier können die Geräte mit maximal 4,5 Kilogramm Gas pro Stunde versorgt werden. Damit verdreifacht sich das Energieangebot von rund zehn auf zirka 30 Kilowatt. So lassen sich dann auch verbrauchsintensive Geräte problemlos betreiben.

Auch wenn die Sache noch nicht amtlich ist, hat der Technik-Ausschuss auf seiner Sitzung Ende März den neuen Standard genehmigt, wie der CIVD in einer Pressemitteilung am 1. April mitteilt. Stimmt die European Caravan Federation (ECF) auf ihrer Jahrestagung im Mai zu, werden wohl schon auf dem kommenden Caravan Salon in Düsseldorf die Reisemobile mit dem neuen Standard ausgerüstet sein.

Alte Geräte lassen sich weiterverwenden, wenn direkt vor dem Gerät ein Druckminderer auf 30 Millibar eingebaut wird. Auch bei der Gasprüfung wird sich nichts ändern.

Info: www.civd.de

Nachtrag vom 2. April
Üblicherweise trudeln in den ersten zwei Wochen des Aprils E-Mails und Briefe in der Redaktion ein. Meistens ist der Tonfall unfreundlich bis beleidigend. Der Tenor der Mails ist "ich kann ja viel Spaß verstehen und bin ein humorvoller Mensch, aber das geht eindeutig zu weit". Hier lassen "humorvolle" Menschen Ihren Frust ab, wenn sie auf einen April-Scherz hereingefallen sind. Hinzu kommen üblicherweise Klageandrohungen aus den unterschiedlichsten Gründen.

Wir geben uns beim Entwickeln und Schreiben der Aprilscherze große Mühen. Häufig müssen die Geschichten einen "Testlauf" im Freundeskreis bestehen. Wir möchten Euch damit eine Freude bereiten, lacht doch mal bitte wieder über Euch selbst. Also liebe Leser, verschont uns mit Euren Beleidungen. Sie beeindrucken uns genauso wenig wie Klageandrohungen. Deswegen aber an dieser Stelle der Hinweis: Bei der obigen Geschichte handelt es sich um einen Aprilscherz!!
Für die "humorvollen" Menschen noch ein Tipp: Überlegt Euch, ob Camping für Euch vielleicht die falsche Urlaubsform ist. Eigentlich gehen wir Camper offen und freundlich miteinander um.