Unfall bei der Probefahrt: Autokäufer haftet

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Unfall bei der Probefahrt: Autokäufer haftet

Februar 23, 2017 - 06:45
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Wer einen Gebrauchtwagen kauft, entscheidet meist nach einer Probefahrt. Doch wer haftet, wenn dabei ein Unfall passiert?

Unfälle bei Probefahrten können für den Kaufinteressenten teuer werden. (Foto: Gellinger)

Bei einem normalen Unfall ist die Sachlage klar: Grundsätzlich deckt die Haftpflichtversicherung Schäden bei anderen ab. Die Schäden am Fahrzeug sind Sache der Vollkaskoversicherung. Bei einer Probefahrt haftet jedoch der mögliche Käufer. Dieser müsste im Schadenfall die Mehrkosten zahlen, also mindestens die Selbstbeteiligung und die Höherstufung des Versicherungsnehmers, darauf weist das Infocenter der R+V Versicherung hin. Gerade bei gebrauchten Reisemobilen kann das teuer werden.

Vor der Fahrt Vereinbarung abschließen

Wie ist das Fahrzeug versichert? Wie hoch die Selbstbeteiligung? Wer diese Fragen vor der Testfahrt klärt, kann böse Überraschungen vermeiden. Eine schriftliche Vereinbarung kommt dabei beiden Seiten zugute. Den Verkäufer entbindet sie von sämtlichen Ansprüchen, die durch Verkehrsverstöße bei der Probefahrt entstehen könnten - zum Beispiel auch, wenn der Kaufinteressent mit 60 Stundenkilometern durch eine Tempo-30-Zone rast. Das Fahrzeug ist während der Testfahrt ganz normal weiter versichert. Um den Versicherungsschutz trotz Probefahrtvereinbarung aber nicht zu verlieren, sollte sich der Verkäufer vom Interessenten auf jeden Fall einen gültigen Führerschein und Personalausweis zeigen lassen.

Andere Regeln bei Händlern

Etwas anders sieht die Rechtslage bei Händlern aus. Bieten sie Autos für eine Probefahrt an, können Käufer davon ausgehen, dass der Wagen versichert ist. Den Käufer schützt die sogenannte stillschweigende Haftungsfreistellung. Solange der Händler nicht ausdrücklich auf das Gegenteil hinweist, kann der Probefahrer davon ausgehen, dass der Wagen vollkaskoversichert ist. Das bedeutet auch, dass der Käufer bei Unfällen nicht haftet und auch keine Selbstbeteiligung leisten muss. Ausnahme: Der Probefahrer handelt grob fahrlässig oder mit Vorsatz.

Musterformulare für eine schriftliche Probefahrtvereinbarung bieten unter anderem die Automobilclubs zum Herunterladen an. Dabei sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass im Schadensfall das Fahrzeug möglicherweise an Wert verliert.

Info: www.infocenter.ruv.de