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Slowenischer Hersteller Adria wird offensichtlich verkauft

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Slowenischer Hersteller Adria wird offensichtlich verkauft

November 29, 2016 - 08:05
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Schon länger halten sich Gerüchte um den Verkauf der slowenischen Erfolgsmarke, die bisher stets dementiert wurden. Jetzt scheint der Verkauf endgültig zu sein.

Adria Mobil hat sich in den letzten 50 Jahren prächtig entwickelt. Durch den Verkauf soll die angeschlagene Firmengruppe ACH gerettet werden. (Foto: Werk)

Die Firma Adria Mobil wurde 1965 im damaligen Jugoslawien gegründet. Stand der Staatsbetrieb lange als Billigmarke da, deren Wohnwagen es an Qualität und Ambiente mangelte, hat sich das Unternehmen unter Führung von Sonja Gole zu einer erfolgreichen Marke in ganz Europa entwickelt.

Mittlerweile gehört Adria Mobil mit 99,7 Prozent zur slowenischen ACH Firmengruppe. Neben der Tätigkeit als slowenischer Importeur für Mercedes Benz und weiteren Handelsaktivitäten in Kroatien und Bosnien-Herzegowina ist ACH unter anderem mit Union Hotels im Tourismus aktiv. Zusätzlich engagiert sich ACH im Finanz- und IT-Sektor. In den letzten Jahren hat das Unternehmen ACH viele Schulden aufgehäuft und will im Rahmen einer Restrukturierung aktuell die Firma Adria Mobil verkaufen.

Adria Mobil wiederum hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht und ACH außergewöhnlich gute Ergebnisse beschert. Lange hat Geschäftsführerin Sonja Gole versucht, den Verkauf zu verhindern. Zwischenzeitlich hatte Frau Gole sogar versucht, mit Hilfe des schwedischen Herstellers Kabe durch die Ausgabe von Vorzugsaktien an die bestehenden Aktionäre, eine Mehrheit an Adria Mobil zu erwerben. Dieser Versuch schlug fehl. Fast ironisch ist die Tatsache zu werten, dass die Firma ACH zu rund 91 Prozent der Investitionsgesellschaft Protej gehört, an der Sonja Gole zu gut 14 Prozent beteiligt ist.

Jetzt hat das Adria Management nach rund eineinhalbjähriger juristischer Auseinandersetzung mit Einverständnis des Betriebsrats dem Verkauf zugestimmt. Bedingung ist, dass die Fahrzeuge am bisherigen Standort in Novo Mesto gefertigt werden und der Markenname erhalten bleibt. Rund ein Dutzend Gebote soll es gegeben haben, darunter auch aus Frankreich und Deutschland. Nach der Bestätigung des Verkaufs bleibt nur noch die Frage nach dem neuen Eigentümer. Hier wird erwartet, dass ACH zum kommenden Jahreswechsel eine endgültige Antwort geben kann.

Info: www.adria-mobil.com, www.ach.si