Sieben Jahrzehnte VW Bus

Benötigte Zeit zum Lesen
2 Minuten
Bisher gelesen

Sieben Jahrzehnte VW Bus

August 06, 2017 - 07:55
Veröffentlicht in:

Seit Donnerstag wird der VW Bus von seinen Fans in Wolfsburg mit einem Festival gefeiert. Dabei wird der Bus, dessen Serienfertigung einst im Jahre 1950 im VW-Werk in Wolfsburg begann, schon lange nicht mehr dort produziert. Seine Produktion wurde 1956 ins neue Werk nach Hannover verlegt.

Lässt Sammlerherzen höher schlagen - der T1 Samba-Bulli erzielt bis zu sechsstellige Preise. (Foto: gp)

Im Wolfsburger Allerpark feiern seit Donnerstag Tausende Besitzer und Fans ihren "Bulli". Zur Entstehung des Spitznamens Bulli gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass der Name eine Kombination aus den Begriffen Bus und Lieferwagen sei. Eine andere behauptet, dass sich der Name vom Adjektiv bullig ableite und dass Mitarbeiter von VW den Bus während der Entwicklung des T1 so genannt haben. Fakt ist, dass VW bis 2007 den Namen Bulli offiziell nicht verwenden durfte. Die Namensrechte lagen bei der Kässbohrer Geländefahrzeug AG mit Sitz in Laupheim. Dort werden Fahrzeuge zur Pflege von Skipisten produziert, die weltweit in Wintersportgebieten zum Einsatz kommen. Vor zehn Jahren verkaufte Kässbohrer, passend zum 60-ten Geburtstag des VW Busses und zum Bulli Treffen in Hannover, die Namensrechte an VW.

Die Geschichte des Bully beginnt 1947

Die Story des Bulli startet 1947 mit der inzwischen legendären Zeichnung des damaligen niederländischen VW-Generalimporteurs Ben Pon. In seinem Notizbuch skizzierte Pon seine Vorstellung eines Transporters. Inspirieren ließ er sich durch einen im VW-Werk für den internen Transport eingesetzten „Plattenwagen". Bon regte an, auf einem herkömmlichen Pkw-Fahrgestell einen Transporter mit viel Platz und einer Zuladung von 750 Kilogramm zu bauen. Der Bulli war geboren, 1950 startete seine Serienfertigung - als T1 - im VW-Werk in Wolfsburg. Seine Technik stammte weitgehend vom Käfer.

Im Jahre 1967 führte VW den T2 ein. Das Grundkonzept mit Heckmotor und -antrieb behielt man bei, Fahrwerk und Karosserie wurden verbessert. Mit dem T3 wurde die äußere Form deutlich kantiger. Das Fahrzeug war geräumiger, erstmals gab es eine bei Steyr Daimler Puch in Österreich gebaute Allradversion.

Als komplette Neukonstruktion startete der T4, der nach 34 Jahren die Ära des Heckmotors beendete. Das neue Antriebskonzept mit quer liegenden Reihenmotor trieb die Vorderräder an und machte eine durchgehende Ladefläche möglich. Im Jahre 2003 kam der T5 auf den Markt. Im Grunde ist das Modell bis heute - mit einem Facelift 2009 - auf dem Markt. Seit seinem zweiten Facelift 2016 läuft der Bus als T6 vom Band.

Der Bulli - Das Reisemobil

Seit den 1960er Jahren zogen die Freaks und Weltreisenden über die sogenannten Hippie-Trails von Europa nach Südasien. Dabei hatte der VW-Bus eine ganz besondere Bedeutung. Bunt bemalt und bewohnbar gemacht dienten T1 und T2 als Reisefahrzeuge. Das galat auch in den USA und in der dortigen Hippie-Bewegung.

Die Bandbreite der Modelle - beim T1 bis zum T6 - ist vielfältig. Den Bus gibt es als Pritschenwagen, als Transporter oder Kombi. Die Polizei, die Post, die Feuerwehr, der Grenzschutz und die Bundeswehr nutzten den Bulli ebenso wie Handwerker, Einzelhändler oder Familien.

Kaum ein anderes Fahrzeug ist so klassenlos und variabel einsetzbar, vom Reisemobil bis zum gepanzerten Geldtransporter reicht die Palette. Und wohl kaum ein anderes Modell eines Herstellers versammelt auf Treffen eine so große Zahl an Besitzern und Fans. Eine vierstellige Zahl von ihnen reiste aus aller Welt an, um den 70-ten Geburtstag des Bulli zu feiern. Mit dabei waren in Wolfsburg Familien, Surfer, Studenten und (Alt-)Hippies. Denn der VW Bus ist mehr als ein Transporter, er ist Kult. Gut erhaltene T1 erreichen locker sechsstellige Euro-Preise. In Wolfsburg waren alle Modellgenerationen vertreten. Den Abschluss der Veranstaltung bildet ein großer Konvoi am heutigen Sonntag, in dem 350 Fahrzeuge von Wolfsburg nach Hannover rollten wo die Veranstaltung in einer großen Party vor dem Werksgelände in Stöcken endet.

Info: www.bullisummerfestival.de