Sicherungsseil bei Anhängern unbedingt erforderlich

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Sicherungsseil bei Anhängern unbedingt erforderlich

Juni 16, 2017 - 13:12
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Was Camper wissen sollten: Anders als in Deutschland, gelten in den Niederlanden, in der Schweiz und in Österreich besondere Vorschriften, einen Anhänger zu sichern. An diese Vorgaben müssen sich auch deutsche Wohnwagenfahrer halten, wenn sie im Ausland unterwegs sind.

So ist der Anhänger auch für die Niederlande ordentlich gesichert. (Foto: ADAC)

Fehlerhafte Ladungssicherung ist eine häufige Unfallursache. Entsprechend wenig Toleranz gibt es bei Gesetzgeber und Polizei. Ähnlich verhält es sich bei der Sicherung von Anhängern. Löst sich die Verbindung zum Zugfahrzeug, wird ein Anhänger oder Wohnwagen zum unkontrollierten Geschoss. Aus diesem Grund muss zum Zugfahrzeug eine Verbindung bestehen, die im Fall der Fälle die Bremse auslöst. Wer die Sicherung nicht ordnungsgemäß verbindet, muss mit hohen Geldbußen rechnen. Dabei gelten in den Ländern unterschiedliche Vorschriften:

Deutschland

In Deutschland werden Anhänger mit Auflaufbremse zusätzlich mit einem Abreiß- oder Sicherungsseil gesichert. Das ist in der Regel ein ummanteltes Stahlkabel mit einer Länge von einem Meter. In den hier aufgeführten anderen Ländern haben diese Sicherungen auch andere Bezeichnungen wie z. B. „Losreißvorkehrung“ oder „Sicherheitsvorkehrung“, Kabel, Ketten, Seil, etc. In Deutschland gilt, dass für ungebremste Anhänger bis 750 kg kein Sicherungsseil vorgesehen und auch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Anhänger über 750 kg sind gebremste Anhänger und müssen ein Sicherungsseil haben. Sofern technisch möglich, ist eine Befestigung des Sicherungsseiles durch eine Öse oder eine vorhandene Bohrung an der Kupplung vorzunehmen. Auch Abschleppösen bieten gute Befestigungsmöglichkeiten, wenn sie am Fahrzeugheck möglichst mittig angebracht sind. Ansonsten könnten sie bei Kurvenfahrten die Bremse auslösen. Der Karabinerhaken des Sicherungsseiles soll in diesem Fall in die vormontierte Öse an der Karosserie eingehakt werden und so den Anhänger sichern. Ist das nicht möglich, genügt es das Sicherungsseil als Schlaufe über den Kugelhals der Anhängerkupplung zu legen.

Niederlande

Alle Anhänger, sowohl ungebremste als auch gebremste Anhänger, benötigen eine „Sicherheitsvorkehrung“ oder genauer „Losreißvorkehrung“. Begrifflich gleich zu setzen mit dem Sicherungsseil in Deutschland. Zu beachten ist, dass die sowohl für ungebremste wie auch gebremste Anhänger vorgeschriebenen Sicherungsseile (Kabel/Ketten) zusätzlich mit Hilfe einer speziellen Öse oder Bügel an der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs befestigt sein müssen. Es reicht nicht aus, wenn das Sicherungskabel lose über den Kugelhals der Anhängerkupplung gelegt wird. Informationen zur korrekten Anbringung findet man auf den Internetseiten des niederländischen Partnerclubs ANWB. Due Geldstrafe bei Nichtbeachtung beträgt bis zu 230 Euro.

Schweiz

In der Schweiz müssen auch alle Anhänger ohne Bremse mit einer zusätzlichen Sicherheitsverbindung (Seil, Kette) mit dem Zugfahrzeug verbunden werden. Das Gesetz enthält keine konkreten Bestimmungen, wie die Sicherheitsverbindung zu befestigen ist, dennoch sollte unbedingt das Sicherungsseil an einer schon vorhandenen Öse oder aber an einer speziellen Befestigungsöffnung (Bügel, Schelle) an der Anhängerkupplung fest angebracht werden, um einer Strafe zu entgehen. Nicht ausreichend ist das einfache Überlegen der Sicherheitsleine über den Kugelhals. In bestimmten Fällen könnten auch die unter der Niederlande beschriebenen Sicherungen in Frage kommen. Bei Nichtbeachtung drohen Strafen bis zu 500 Schweizer Franken. Was rund 460 Euro entspricht.

Österreich

In Österreich benötigen alle Anhänger ohne Bremse, also auch Anhänger unter 750 kg, eine zusätzliche Sicherungsverbindung wie eine Reißleine oder Sicherungskette mit dem Zugfahrzeug. Spezielle Bestimmungen zur Befestigung der Sicherungsverbindung sieht das Gesetz nicht vor. Im Gegensatz zu den Niederlanden und der Schweiz reicht es im Allgemeinen aus, die Reißleine bzw. Sicherungskette über die Anhängerkupplung zu legen. Doch auch hier empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen die Befestigung an einer Öse. Das Nichtvorhandensein der Sicherungsverbindung wird in der Regel mit einer Strafe bis zu 100 Euro geahndet. Das Bußgeld droht nicht nur dem Fahrzeugführer, sondern auch dem Fahrzeughalter.

Fazit

Auch wenn in Deutschland noch die lockerste Regelung herrscht, sollte man den Anhänger oder Wohnwagen ein Abreißseil stets fest mit dem Zugfahrzeug verbinden. So verhindert man die unnötige Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und gewöhnt sich an die "EU-kompatible" Bestigung seines Wohnwagens.

Info: www.adac.de, www.anwb.nl