Schlaglochwarnung aus der Cloud

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Schlaglochwarnung aus der Cloud

März 24, 2017 - 07:45
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Am Aachener Ford Research and Innovation Center hat die Forschung an einem Warnsystem mit digitaler Schlagloch-Kartierung begonnen, die eine Echtzeit-Warnungen vor Schlaglöchern ermöglichen soll.

In Belgien testet Ford die Echtzeit-Schlaglochwarnung zur Vermeidung von Fahrzeugschäden und Unfällen. (Foto: Werk)

Kälte, Eis und Schnee sowie der Wechsel von Frost und Tauwetter setzen dem Straßenbelag zu. Die Folge sind oftmals tiefe Schlaglöcher, in denen sich zudem bei Regen Wasser sammelt. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch gefährlich.

Laut Untersuchungen der Europäischen Kommission tragen Schlaglöcher und sonstige Straßenschäden jedes Jahr europaweit zu mehr als einem Drittel aller Unfälle bei. Gerade für Reisemobile und Wohnwagen sind Schlaglöcher noch gefährlicher als für normale PKW.

Alleine im Jahr 2011 wurden in Europa 20 Millionen Schlaglöcher gemeldet, was nur die Spitze des Eisbergs sein dürfte. Und lediglich die Hälfte dieser offiziell erfassen Schlaglöcher wurde nachweislich repariert - die geschätzten Kosten hierfür lagen bei rund 1,2 Milliarden Euro. Je nach Land verbuchten europäische Autoversicherungen durchschnittliche Schlaglochschäden an Fahrzeugen in Höhe von 508 Euro - in Einzelfällen kann es auch wesentlich teurer werden.

"Eine virtuelle Schlaglochkarte könnte unterwegs Schlaglöcher anzeigen und den Fahrer auf Gefahren hinweisen. Einige unserer Baureihen verfügen bereits heute über Sensoren, die Schlaglöcher entdecken, nun gehen wir einen Schritt weiter", sagt Uwe Hoffmann, Research Engineer, Advanced Chassis Control Technologies, Ford of Europe.

Derzeit entwickelt das Ford Research and Innovation Center in Aachen eine Technik, die während der Fahrt detaillierte Informationen über Schlaglöcher sammeln sol. Diese virtuellen Schlaglochkarten werden dann automatisch in eine Daten-Cloud hochgeladen - und können in Echtzeit auf den Fahrzeugdisplays anderer Autofahrer abgerufen werden. Bei Bedarf schlägt das System sogar alternative Ausweichstrecken vor. Diese Technologie, die den Autofahrern und Versicherungen bares Geld sparen könnte, soll noch im Verlauf dieses Jahres ersten Praxistests unterzogen werden.

Ford prüft neue Baureihen bereits im Entwicklungsstadium auf einer 1,9 Kilometer langen Rüttel- und Holperstrecke auf dem Lommel Proving Ground in Belgien, wo einige der schlimmsten Schlaglochpisten der Welt zu Testzwecken realistisch nachgebildet wurden.

Info: www.ford.de, cordis.europa.eu