Rohbau steht: Richtfest bei Dethleffs

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Rohbau steht: Richtfest bei Dethleffs

März 01, 2018 - 14:39
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In der neuen Werkshalle konnte Dethleffs jetzt Richtfest feiern. Bei der Halle handelt es sich um neue Produktionsstätte und das Kompetenzzentrum Camper Vans der Erwin Hymer Group.

Nach knapp sechs Monaten Bauzeit ist es soweit: Der Rohbau der neuen Werkshalle auf dem Dethleffs Gelände in Isny steht. Mit einem traditionellen Richtfest wurde dieser Bauabschnitt gestern im Beisein von den beiden Dethleffs Geschäftsführern Alexander Leopold und Günther Wank, dem Vorstandsvorsitzenden der Erwin Hymer Group, Martin Brandt, Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter, Bauamtsleiter Claus Fehr und den Architekten Stefan Redle und Jürgen Waizenegger sowie allen für den Neubau verantwortlichen Mitarbeitern gefeiert.

Auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern erweitert Dethleffs das bestehende Werk nicht nur um eine weitere Produktionsstätte sondern auch um das neue Entwicklungs- und Kompetenzzentrum für Camper Vans. Dort soll das gesamte Know-how der Erwin Hymer Group diese spezielle Fahrzeuggattung betreffend gebündelt werden.

Die neue Produktionsstätte wird zwei Fertigungslinien und eine Teilefertigung sowie ein eigenes Serienlager beherbergen und soll die modernste Camper Van Produktion der Branche werden. Auf einer zweiten Ebene mit circa 5.000 Quadratmetern werden die Dethleffs Academy mit dem Ausbildungs- sowie LEAN-Schulungszentrum, eine Kaizen-Werkstatt sowie ein großes Marken- und Besucherforum errichtet. Zusätzlich gibt es noch ein dreistöckiges, „angedocktes“ Verwaltungsgebäude, in dem die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen Camper Vans und Urban Vehicles sowie Sozialbereiche für die Mitarbeiter eingerichtet werden. Im neuen Werk können höchst flexibel zwischen 4.000 und 8.000 Einheiten von der Vorfertigung bis zur Endabnahme komplett autark produziert werden. Die Produktion soll im Mai 2018 beginnen.

Investitionen und Arbeitsplätze

Insgesamt investieren Dethleffs und die Erwin Hymer Group in den kommenden drei Jahren 50 Millionen Euro in den Standort Isny. Dazu gehören nicht nur die Investitionen für den Neubau, sondern auch Ersatzinvestitionen und Umstrukturierungen im bestehenden Werk. „Durch die Verlagerung der Produktion der Camper Vans und Urban Vehicles vom bestehenden Werk in die neue Produktionsstätte gibt es eine Fokussierung von Produktlinien auf einzelne Fertigungsbereiche zur Effizienzsteigerung“, erklärt Günther Wank. „Unser bisheriges Werk lief durch den hohen Auftragseingang die letzten Monate 20 Prozent über der maximalen Kapazität. Durch die Produktionsverlagerung wird es eine Entzerrung geben. Die Fokussierung auf einzelne Fertigungsbereiche an den Produktionslinien kommt nicht nur der Produktivität zugute, sie führt auch zu einer Qualitätssteigerung.“

180 Arbeitsplätze entstehen zusätzlich am Standort in Isny. „Wir haben schon im Januar mit den Neuanstellungen begonnen, um eine gute Einarbeitung und einen reibungslosen Produktionsstart zu gewährleisten“, führt Wank fort. „Doch auch die nächsten Wochen werden wir noch kräftig einstellen und sind weiter auf der Suche nach Facharbeitern für die Produktion und die Logistik.“

Ziel: Effizienteste Produktion der Branche

In der neuen Produktionshalle arbeiten die Bereiche Logistik, Vorfertigung und Montage im Kundentakt. Das bedeutet, dass nicht nach der Kapazität der Fertigung, sondern nach Kundenbedarf gefertigt wird. An einigen Fertigungsbändern werden schon heute Wertschöpfung, Nebentätigkeit, und Verschwendung nach dem LEAN-Prinzip voneinander getrennt. Durch diese Trennung können Schwankungen reduziert und ein kontinuierlicher Arbeitsablauf gewährleistet werden. Der Vorteil für den Mitarbeiter ist die daraus resultierende gleichbleibende Arbeitsbelastung. Am Montageband wird Material für maximal 120 Minuten beziehungsweise die nächsten fünf Fahrzeuge angedient. Diese gezielte Andienung von Material im Pull-Prinzip ermöglicht eine höhere Transparenz und unterstützt die Fertigung nach dem Prinzip des One-Piece-Flow.

Angelehnt an die Automobilindustrie und unter Anwendung der LEAN-Philosophie wird im neuen Werk in der Logistik mit einer 100-Prozent-Kommissionierung im One-Piece-Flow gearbeitet, das heißt, dass alle Materialien für die Arbeitsplätze an den Produktionslinien fahrzeugbezogen und in Reihenfolge kommissioniert werden. Bisher ist dies nur teilweise erfolgt. Der Vorteil der neuen Logistik-Methode: Der Mitarbeiter hat alles vor Ort, muss selbst keine Materialien mehr beschaffen oder in der Nähe seines Arbeitsplatzes lagern. Durch diese Methodik können ineffiziente Prozesse und unnötige Laufwege eliminiert werden. Neu in der Erwin Hymer Group ist das Kommissionieren von Kaufteilen und Eigenfertigungsteilen in Losgröße 1.

Die Vorfertigung im neuen Werk zeichnet sich durch eine papierlose Fertigung aus. Alle Arbeitsunterlagen für die einzelnen Mitarbeiter werden über Bildschirme dargestellt. Jedes Einzelteil in der Möbelproduktion ist mit einem Etikett mit QR-Code versehen und wird mittels Scanner erfasst. Die komplett neue Struktur der Vorfertigung mit allen Belangen der Anlagentechnologien, Fertigungsprozessen und Layout-Gestaltung wurden in verschiedenen Workshop-Teams gemeinsam mit den entsprechenden Mitarbeitern, Bereichsleitern und Projektingenieuren erarbeitet. Insgesamt ist die neue Produktion so hoch flexibel ausgelegt, dass kurzfristige Anpassungen der Ausbringung jederzeit möglich sind.

Info: www.dethleffs.de