Neue Verkehrsvorschriften im Ausland

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Neue Verkehrsvorschriften im Ausland

Januar 02, 2017 - 07:59
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Nicht nur in Deutschland bedeutet der Jahreswechsel die Einführung neuer Gesetze und Richtlinen. Auch im benachbarten Ausland ändern sich einige Regeln.

Das neue Jahr bringt auch einige verkehrsrechtliche Änderungen in Europa mit sich. (Foto: Stefanie Hofschlaeger/pixelio.de)

Vor allem die Bußgeldkataloge werden überarbeitet. Sofern noch nicht bis zum Jahreswechsel geschehen, wollen einige Länder in 2017 die Strafen deutlich verschärfen. Das betrifft mit der sogenannten „Todsündenliste der EU“ eine deutliche Strafverschärfung für Berufskraftfahrer bei schwereren Delikten. Doch auch für Verstöße bei Privatfahrten gibt es eine deutliche Verschärfung. Klare Tendenz: Das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung wird europaweit immer teurer. Die Anschaffung einer Freisprecheinrichtung kommt definitiv billiger.

Italien

In Italien werden zum 1. Januar 2017 die Geldsanktionen für Verstöße im Straßenverkehr angehoben. Bei Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung soll künftig sofort der Führerschein eingezogen werden (15 Tage bis 2 Monate). Dies bedeutet für Inhaber ausländischer Fahrerlaubnisse ein Fahrverbot in Italien. Hinzu kommen Bußgelder zwischen 161 und 646 Euro. Für ausländische Autofahrer kommt das einem Fahrverbot gleich. Das gilt für deutsche Führerscheininhaber aber nur für das italienische Staatsgebiet, nicht für Deutschland. Bei einem Unfall kann zudem auch das Handy eingezogen werden. Eine Überschreitung des Tempolimits von mehr als 50 km/h wird mit mindestens 530 Euro bestraft. Nachts (22 bis 7 Uhr) können sich die Bußgelder übrigens um ein Drittel erhöhen. Alkoholsündern droht der Verlust des Autos: Ab 1,5 Promille Alkohol im Blut kann der Wagen enteignet und zwangsversteigert werden, sofern der Fahrer selbst der Halter ist. Darüber hinaus gilt: Fahranfänger dürfen in den ersten drei Jahren nur maximal 100 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn fahren. In den Sommermonaten bis zum 14. Oktober herrscht ein Winterreifenverbot.

Griechenland

Griechenland hat als einziges EU-Land den EU-Rahmenbeschluss zur gegenseitigen Vollstreckung von Geldbußen noch nicht umgesetzt. Möglicherweise ist mit einer Umsetzung in 2017 zu rechnen. Durch offene Knöllchen kann es heir Probleme mit der Wiedereinreise geben.

Frankreich

Bereits im November haben die Franzosen eine Handschuhpflicht für Motorradfahrer eingeführt.

Niederlande

Die Bußgeldsätze werden erhöht.

Schweiz

Wer den Führerschein für mindestens zwölf Monate oder auf unbestimmte Zeit wegen Missachtung von Tempovorschriften abgeben muss, erhält den Führerschein nur mit der Auflage zurück, während fünf Jahren nur noch Kraftfahrzeuge zu führen, die mit einer Blackbox (Datenaufzeichnungsgerät) ausgerüstet sind.  Wem der Führerausweis wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand auf unbestimmte Zeit entzogen wird, darf nach der Durchführung einer Therapie und aufgrund einer günstigen Prognose, während fünf Jahren nur noch Kraftfahrzeuge fahren, die mit einer Atemalkohol-Wegfahrsperre ausgerüstet sind. Verkehrsverstöße, insbesondere Überschreitungen des Tempolimits, werden mit drastischen Strafen geahndet. Ab 40 km/h zu schnell in einer Tempo-30-Zone oder 80 km/h über dem zulässigen Limit auf Autobahnen droht mindestens ein Jahr Haft. Auf Autobahnen herrscht ein generelles Tempolimit von 120 km/h (keine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h wie in Deutschland).

Belgien

Ab dem 1. Januar 2017 gilt in Flandern, der Wallonie sowie der Hauptstadtregion Brüssel außerhalb geschlossener Ortschaften eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h statt bisher 90 km/h. Diese Beschränkung gilt nicht auf Autobahnen sowie Schnellstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren pro Richtung, die durch einen Mittelstreifen getrennt sind. Hier gelten für PKW nach wie vor 120 km/h und über 3,5 Tonnen Gesamtmasse 90 km/h Höchstgeschwindigkeit. Durch die neue Geschwindigkeitsbegrenzung versprechen sich die Regionen mehr Verkehrssicherheit und geringere Kosten durch weniger Schilder.
(Vielen Dank für den Hinweis an unseren Leser Martin Kennis aus den Niederlanden)

Knöllchen schnell zahlen

Schnelles zahlen lohnt sich: Rabatte bis zu 50 Prozent der ursprünglichen Summe gewähren Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Griechenland, wenn innerhalb bestimmter Fristen gezahlt werde. Liegt die Höhe der Strafzettel unter 70 Euro, kann es allerdings bei der Wiedereinreise zu Problemen kommen. Unter Umständen kann sogar das Fahrzeug des Beschuldigten eingezogen werden. Auch bei Verstößen in Nicht-EU-Ländern drohen Probleme bei der Wiedereinreise, die Konsequenzen sind je nach Land schwer abzuschätzen.

Kein Fahrverbot in Deutschland

Glück im Unglück hingegen haben Raser, die im Ausland ein Fahrverbot verpasst bekommen. Zwar kommen sie um die saftige Geldstrafe nicht herum und müssen das Steuer dort künftig dem Beifahrer überlassen, jedoch wirkt sich das Fahrverbot nicht auf den deutschen Straßenverkehr aus.

Autofahrer sollten sich vor Abfahrt informieren. In einigen Ländern drohen nicht nur hohe Strafen, sondern auch einige Besonderheiten bei den Verkehrsregeln. So ziehen einige Länder Autos ein, wenn die Fahrer stark betrunken waren. Außerdem sind die Toleranzen etwa bei überhöhter Geschwindigkeit im Ausland teils geringer als hierzulande.