Hohe Geldbußen für Autofahrer im Ausland

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Hohe Geldbußen für Autofahrer im Ausland

April 08, 2018 - 15:13
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Im vereinigten Europa gelten unterschiedlichste Verkehrsvorschriften. Gesetzesverstöße können empfindliche Löcher in die Urlaubskasse reißen. Daher sollte man sich rechtzeitig vor Reiseantritt bei den Automobilclubs nach den geltenden Vorschriften erkundigen.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das gilt ausdrücklich auch für Verstöße gegen die Verkehrsregeln in anderen Ländern. Im Vergleich zu unseren Nachbarn fallen die Geldbußen in Deutschland vergleichsweise milde aus. In einigen Ländern werden Verstöße gegen die Verkehrsregeln teilweise sogar mit Haftstrafen geahndet. Es gibt auch Fälle, bei denen das Fahrzeug eingezogen wurde.

Besonders teuer wird es, wenn man die Höchstgeschwindigkeit überschreitet, unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss fährt oder am Steuer telefoniert. In Frankreich und Spanien sind beispielsweise sogar die hier so beliebten Headsets verboten. Das gilt nicht nur für Auto- sondern auch für Fahrradfahrer. Wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, zahlt in Italien 160 Euro Bußgeld, in Dänemark 200 und in den Niederlanden 230 Euro.

Rasen ist teuer

Die höchsten Bußgelder wegen Geschwindigkeitsverstößen verlangen Norwegen, Schweden, die Niederlande, die Schweiz und Italien. Während das Überschreiten des Tempolimits um 20 km/h in Deutschland mit günstigen 35 Euro geahndet wird, werden in Italien mindestens 170 Euro, in Schweden sogar 250 Euro fällig. Bei Spitzenreiter Norwegen kostet der Verstoß umgerechnet 375 Euro. In Italien gibt es sogar eine Nachtregelung. Zwischen 22 und sechs Uhr kostet das Überschreiten der Höchstegschwindigkeit einen Zuschlag von einem Drittel der Normalstrafe.

Besonders streng wird das Fahren unter Alkoholeinfluss geahndet. Obwohl gerade in Italien schon mittags gerne ein Wein zum Essen getrunken wird, kann die Polizei bei 1,5 Promille im Blut das Fahrzeug enteignen, sofern Fahrer und Halter identisch sind. In Dänemark besteht eine ähnliche Regelung ab 2,0 Promille. In Schweden droht bei 1,0 Promille und in Spanien ab 1,2 Promille sogar eine Freiheitsstrafe.

Auch Falschparken kann in Europa sehr teuer werden. Während in Deutschland die Mindeststrafe 10 Euro beträgt, sind es in Norwegen 80, in den Niederlanden 95 und in Spanien bis zu 200 Euro.

Europaweite Vollstreckung

Grundsätzlich gilt, dass alle Geldstrafen ab einer Höhe von 70 Euro europaweit vollstreckt werden können. Die Ausnahme ist Österreich: Hier beginnt die Grenze bereits bei 25 Euro. Aber auch darunter kann es bei einer Wiedereinreise in das Land zu Vollstreckungen kommen. Für Verkehrsverstöße im Ausland gibt es keine Punkte in Flensburg. Ein von einer ausländischen Behörde ausgesprochenes Fahrverbot hat in Deutschland keine Auswirkung. Bei fehlerhaften Bußgeldbescheiden rät der ADAC, juristischen Beistand zu suchen und gegebenenfalls unverzüglich Einspruch einzulegen.

Rabatte für Schnellzahler

Einige Länder haben sogar eine Art Rabatt-System. Während ein geringer Geschwindigkeitsverstoß in Frankreich bei sofortiger Zahlung nur 45 Euro kostet, werden nach einen Jahr rund 350 Euro fällig. Wird trotzdem nicht gezahlt, kommen dann die Gerichts- und Inkassokosten dazu. Ähnliche Regeln gibt es in Spanien und Italien.

Info: www.adac.de