Hitzeschäden auf Straßen - womit Autofahrer rechnen sollten

Benötigte Zeit zum Lesen
1 Minute
Bisher gelesen

Hitzeschäden auf Straßen - womit Autofahrer rechnen sollten

Juni 09, 2017 - 08:01
Veröffentlicht in:

Der TÜV Rheinland warnt vor sogenannten 'Blow-ups' auf Betonautobahnen, die ein tödliches Hindernis darstellen können. Auch Asphaltfahrbahnen haben im Sommer ein höheres Risiko. Ab 20 Grad Celsius ist Vorsicht geboten.

Blow-Ups können bei höheren Geschwindigkeiten eine tödliche Gefahr darstellen. (Foto: GVB)

Im Sommer 2016 traten sie auf Autobahnen besonders häufig auf - sogenannte Blow-ups. Sie entstehen auf den aus Betonplatten gefertigten Abschnitten. Bei heißen Temperaturen können sich im Extremfall die Platten wölben, platzen oder aus ihrer Verankerung springen.

"Ab einer Lufttemperatur von 28 Grad Celsius können Blow-ups entstehen. Auto- und vor allem Motorradfahrer sollten in diesem Fall auf Betonabschnitten vorsichtig fahren", sagt Steffen Mißbach, Kraftfahrt-Experte bei TÜV Rheinland.

Ab 30 Grad steigt die Wahrscheinlichkeit für Blow-ups nochmals deutlich, sodass die zulässige Höchstgeschwindigkeit durch entsprechende Beschilderung gesenkt wird. "Bei geringerer Geschwindigkeit haben Verkehrsteilnehmer bessere Chancen, mögliche Fahrbahnaufbrüche oder Schlaglöcher zu erkennen. Sollte ein Durchfahren nicht zu vermeiden sein, sind die Folgen erheblich geringer", weiß Mißbach. Bei Wasseransammlungen nach Regenfällen erhöht sich das Gefährdungspotenzial nochmals, da die Tiefe solcher Hindernisse nicht mehr erkennbar ist.

Die Hitzeschäden gehen normalerweise auf fertigungsbedingte und erhaltungsbedingte Mängel an der Betonfahrbahn zurück. Gerade bei fehlerhaften Fugen oder einer zu geringen Dicke der Fahrbahn, wie dies bei älteren Straßen der Fall ist, erhöht sich das Risiko deutlich.

Spurrillen bergen Aquaplaningrisiko

Auch asphaltierte Straßen werden von Hitzewellen beeinträchtigt. Weicher Asphalt verformt sich, wodurch Spurrillen entstehen können. "Spurrillen sind in der Regel nur sehr schwer zu erkennen. Nach Sommergewittern mit starken Regenfällen sammelt sich in diesen Vertiefungen das Wasser und erhöht die Aquaplaninggefahr", erklärt der Experte.

Verlängerter Bremsweg und verringerte Seitenhaftung

Erschwerend kommt hinzu, dass bei hohen Temperaturen die Asphaltfahrbahn schneller verschleißt, wodurch die Griffigkeit der Fahrbahn verloren geht. Dies kann zu verlängerten Bremswegen führen. Außerdem ist die Seitenhaftung geringer, wodurch das Fahrzeug bereits bei deutlich geringeren Kurvengeschwindigkeiten aus der Kurve getragen wird. "Durch gründlichen und rechtzeitigen Unterhalt der Straßen ließen sich Hitzeschäden verringern, etliche sogar ganz vermeiden. "Leider kommt das aber vielerorts zu kurz oder unterbleibt ganz", so Mißbach.

Daher gilt: Im Sommer lieber etwas langsamer fahren um im Zweifelsfall besser ausweichen oder bremsen zu können.

Info: www.tuv.com