Europäische Unfallstatistik: Besser aber nicht gut

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Europäische Unfallstatistik: Besser aber nicht gut

April 17, 2017 - 07:55
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Zwar konnten die EU-Staaten die Zahl ihrer Verkehrstoten seit 2010 um knapp ein Fünftel reduzieren. Allerdings reicht das längst nicht aus, das anvisierte Ziel eines Rückgangs um die Hälfte zu erreichen.

EU Unfallstatistik: Über 25.000 Personen starben 2016 auf Europas Straßen. (Foto: jn)

Obwohl der Trend glücklicherweise nach unten zeigt, ist die Zahl der Verkehrstoten nach wie vor dramatisch. Rund 25.500 Menschen haben im vergangenen Jahr ihr Leben auf den Straßen der Europäischen Gemeinschaft verloren, rund drei Viertel davon waren männlich.

Dabei kommen die Autobahnen statistisch gut weg. Obwohl dort am schnellsten gefahren wird, entfallen nur acht Prozent aller Verkehrstoten auf die Autobahnen. Trauriger Spitzenreiter sind die Landstraßen mit 55 Prozent, gefolgt vom städtischen Bereich mit 37 Prozent.

Für das Jahr 2016 konnte die EU-Kommission zum erstmals Daten zur Zahl der Schwerverletzten im Straßenverkehr veröffentlichen. Diese werden in 16 Mitgliedstaaten und damit für rund 80 Prozent der Bevölkerung nach einer neuen gemeinsamen Definition erfasst. Auf Basis dieser Daten schätzt die Kommission, dass im vergangenen Jahr 135.000 Menschen in der EU schwer verletzt wurden. Ein Großteil der Schwerverletzten entfällt auf besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer.

Auch zwischen den einzelnen Staaten bestehen nach wie vor große Unterschiede. Im Jahr 2016 war Schweden das Land mit den wenigsten Verkehrstoten je einer Million Einwohner (27), gefolgt vom Vereinigten Königreich (28), den Niederlanden (33), Spanien (37), Dänemark (37), Deutschland (39) und Irland (40). Am schlechtesten schnitten Bulgarien (99), Rumänien (97), Lettland (80) und Polen (79) ab.

Zu den Ländern, in denen in den Jahren 2015 und 2016 die Zahl der Verkehrstoten am stärksten zurückging, zählen Litauen (22 Prozent), Lettland und die Tschechische Republik (jeweils 16 Prozent). Zudem konnte fast die Hälfte der Mitgliedstaaten ihre bislang beste Bilanz in der Straßenverkehrssicherheit seit 1965 vorweisen.

Die größte Gruppe der Verkehrsopfer (46 Prozent) bilden die Fahrzeuginsassen. Zusammengenommen erreichen die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Fahrradfahrer und Motorradfahrer denselben Anteil. 21 Prozent aller Verkehrstoten waren Fußgänger. Ihr Anteil ging langsamer zurück als der anderer Verkehrsteilnehmer (seit 2010 um elf Prozent im Vergleich zu einem Rückgang um 19 Prozent insgesamt). Acht Prozent aller in der EU im Straßenverkehr tödlich Verunglückten sind Radfahrer. Auf Motorradfahrer entfallen 14 Prozent der Verkehrstoten.

Die gute Nachricht ist, dass Europas Straßen nach wie vor zu den sichersten der Welt gehören. Pro Millionen Einwohner starben 2016 in der EU 50 Menschen, weltweit waren es mit 174 Menschen rund dreieinhalb Mal soviel.

Info: ec.europa.eu