Nordschwarzwald – Erlebnis pur!

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Nordschwarzwald – Erlebnis pur!

Januar 08, 2017 - 07:55
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Nicht nur die geografische Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart hat die Macher und Organisatoren der CMT, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, zu dem klugen Entschluss gebracht, das relativ unbekannte Feriengebiet Nordschwarzwald zur Caravaning-Partnerregion für die CMT 2017 zu erwählen.

Wanderkarte eines Teils des Schwarzwälder Genießerpfades (Foto: hcb)

Dem Motto „Unendlich Erlebnis – Natur & Kultur im Nordschwarzwald“ folgend, machten sich im September eine Handvoll Reisejournalisten mit Wohnmobilen auf den Weg zu einer Entdeckungsreise durch eine Ferienregion, die nicht nur mit landschaftlichen, sondern auch mit kulturellen und gastronomischen Höhepunkten aufwarten kann. Auch wenn sich der südliche Teil des größten deutschen Mittelgebirges wegen der typischen Bauernhäuser, der Uhrenfabrikation, der traditionellen Trachten und nicht zuletzt wegen der weltbekannten Kirschtorte weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, braucht sich der nördliche Teil des Schwarzwaldes auf keinen Fall hinter seinem touristisch bekannteren Bruder im Süden zu verstecken. Unberührte Natur, kilometerlange und einsame Wanderrouten über Berg und Tal, Streuobstwiesen, verwunschene Bachläufe, geheimnisvolle Wälder, verträumte Seen, schmucke Dörfer und einmalige Aussichtspunkte über die so typische Landschaft des Nordschwarzwaldes konkurrieren nur wenige Kilometer weiter mit Geschäftigkeit, Tradition, Handwerk, Industrie und Kultur in den lebendigen und wirtschaftlich starken Städten wie Pforzheim und Karlsruhe.

Der Wasser-, Wald- und Wiesenpfad

Knapp zwei Stunden hat die gemütliche Reise mit den Wohnmobilen von Stuttgart in den Nördlichen Schwarzwald gedauert. Ganz bewusst auf Nebenstraßen und durch kleine Städte und Dörfer, um erste Eindrücke von einer Region zu gewinnen, die in den nächsten Tagen unsere Heimat werden soll. Blauer Himmel und angenehme Temperaturen begleiten uns, als wir am frühen Nachmittag neben dem „Wanderheim Zavelstein“ in Teinach unsere Reisemobile auf einem Wiesengrundstück abstellen und von den touristischen Vertretern der Region erste Informationen über den Nordschwarzwald erhalten, bevor wir uns auf eine Wanderung mit dem Schwarzwaldguide Jürgen Rust vorbereiten. Leichte Wanderstiefel und ein kleiner Rucksack mit Trinkflasche und Stullen sollten schon zur Grundausrüstung gehören, denn dieser Teilabschnitt des Schwarzwälder Genießerpfades hat es durchaus in sich. Mit einer Länge von rund 14 Kilometern und einem Gesamtanstieg von 365 Meter ist dieser Wanderweg von Bad Teinach über Burg Zavelstein und zurück ein absolutes Muss für jeden Besucher der Region. Startpunkt ist das „Wanderheim“, mitten im Naturschutzgebiet gelegen. Von dort aus geht es unter der Führung des sehr informativ und humorvoll agierenden Guides über weite Wiesen, vorbei an Fachwerkhäusern, kleinen Waldstücken, über hohe Bergrücken und durch tiefe Täler mit rauschenden Bächen mal bergauf, mal bergab - strammen Schrittes mit nur wenigen Pausen - vorbei an Streuobstwiesen, Bauernhöfen, Schutzhütten, Viehweiden und über schmale Brücken in Waldgebiete mit uraltem Baumbestand. Jürgen Rust, unser Schwarzwaldguide aus Passion und Profession, ein kleiner, drahtiger Mann, der bestimmt mehr Jahre auf dem Buckel hat, als die meisten in unserer Wandergruppe, der mit Sicherheit mehr Kilometer Erde, Stein und Waldboden im Nord- Schwarzwald unter den Sohlen seiner Wanderstiefel gespürt hat, als wir alle zusammen, für den sind sogar die rund 70 Kilometer der traditionellen 24-Stunden-Wanderung durch den Nordschwarzwald nur Spaß, Sport und Naturerlebnis pur. Über 100 verschiedene Entdeckertouren auf Schusters Rappen haben die „Outdoorspezialisten“ der Region zusammengestellt, um den Besuchern nicht nur Naturerlebnis und Pflanzen, Menschen und Tiere, Sagen und Legenden, sondern auch Wirtschaft, Kultur, Handwerk und Gastronomie der Region Nordschwarzwald so nah wie möglich zu bringen.

Watt ihr Volt

Nach einem vorzüglichen Abendessen mit fast durchgehend regionalen und saisonalen Spezialitäten im 5-Sterne Family Resort Kleinenzhof in Bad Wildbad warteten gemütliche Betten in den Reisemobilen oder in Ferienwohnungen auf die rechtschaffen müden und mit vielfältigen Eindrücken bestückten, aber weiter neugierigen Nordschwarzwald-Gäste. Vier frisch gewaschene Fahrzeuge der unteren Mittelklasse standen am nächsten Morgen in Reih` und Glied vor dem Kleinenzhof-Restaurant bereit, um unsere Gruppe in die nur wenige Kilometer entfernte Kreisstadt Pforzheim zu bringen. Diese Tatsache ist eigentlich keiner Erwähnung wert, es sei denn, diese Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern weisen mit ihrer alternativen Antriebstechnologie den Weg in die ökologische Zukunft des Straßenverkehrs. Auf Knopfdruck starten in den Batteriefahrzeugen die E-Motoren, kommen mit nur einem Kontrollinstrument im Armaturenbrett aus, bringen ohne Auspuff-Krawall und hakeliges Schaltgetriebe ein ordentliches Drehmoment auf die Straße, überraschen durch komfortable Fahreigenschaften und transportieren uns völlig geräuschlos und frei von Abgasen und Rußpartikeln, zu einem ausrangierten Gasometer, der sich zu einem touristischen Höhepunkt der alten Gold- und Schmuckstadt Pforzheim entwickelt hat.

Rom im Jahre 312

„Ich bin live dabei, wenn Kaiser Konstantin im Jahre 312 n.Chr. feierlich mit seinen Soldaten in das spätantike Rom einzieht und dort die Macht übernimmt“ – genau dieses Gefühl soll ein Besucher empfinden, der in dem gigantischen Innenraum des Gasometers vor dem weltgrößten Panorama-Rundbild steht, das von dem Künstler Yadegar Asisi auf über 3.500 qm Bildfläche bei einer Gesamthöhe von 32 Meter geschaffen wurde. Über unzählige römische Paläste, antike Säulen, Straßenszenen, Fuhrwerke, Soldaten, Tempel und Mietskasernen am Ufer des Tibers geht der Blick vom römischen Stadtzentrum bis weit hinüber zu den Albaner Bergen am östlichen Horizont. Auf der 15 Meter hohen Besucherplattform inmitten des Rundbildes erlebt man als Besucher nicht nur, wie Kaiser Konstantin mit seinem Gefolge in die damalige Millionenmetropole einzieht, auch Stimmen, Schritte, Geschirrklappern, Vogelgezwitscher und Hundegebell ist im Hintergrund zu hören, während das gewaltige Panoramabild nicht nur der Atmosphäre und der Stimmung, sondern auch der Helligkeit des jeweiligen Tageslichts unterworfen wird. Das diffus-kühle Licht des frühen Morgens geht langsam über in gleißendes Sonnenlicht, taucht Minuten später Gebäude, Menschen und Situationen in die friedliche Wärme eines späten Nachmittags, bevor das riesige Rund des grandiosen Kunstwerks in tiefster Stille und nächtlicher Dunkelheit versinkt – bis am östlichen Horizont über den einfachen Hütten der römischen Sklaven am Stadtrand wieder ein neuer Tag beginnt, langsam die Sonne aufgeht, die ersten schemenhaften Schatten von Menschen und Gebäuden erkennbar werden und kurze Zeit später der historische Moment im Jahr 312 nach Christus im spätantiken Rom wieder in vollem Licht bewundert werden kann. Absolut faszinierend und unvergesslich. Erlebnis pur!

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