Reisemobil-Dauertest - LMC Breezer V 646 G Teil 3

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Reisemobil-Dauertest - LMC Breezer V 646 G Teil 3

Dezember 15, 2016 - 08:03
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LMC aus dem Münsterland ist der Spezialist für konsequenten Leichtbau in der Reisemobilbranche. Den LMC Breezer V 646 G der Modellreihe 2017 mit Einzelbetten im Heck begleitet die Redaktion drei Monate lang in einem Dauer-Praxis-Test. 

Ausflug ins Sauerland zur Quelle des flüssigen Brotes: Der LMC Breezer in Warstein: (Foto: alf)

Der Hersteller aus Sassenberg hat die LLT-Leichtbautechnik kreiert und baut solide, gut verarbeitete Reisemobile mit allem Drum und Dran in echtem Leichtbau. Nachdem wir im ersten Teil das Fahrzeug vorgestellt haben, konnten wir auf verschiedenen Touren Fahr- und Wohneindrücke in der Praxis sammeln. Teil drei des Praxis-Tests.

Knapp 7.000 Kilometer hat uns der LMC jetzt durch Dick und Dünn begleitet. „Keine besonderen Vorkommnisse“, könnte ein erstes Resümee über die jetzige Laufzeit heißen. Der Breezer ist ein komfortables Reisefahrzeug, das im praktischen Alltag seine Vorzüge ausspielen kann. Schauen wir uns die einzelnen Bereiche des Mobils einmal genauer an. 

Der Wohnraum

Der LMC Breezer V 646 G bietet einen klassischen Paar-Grundriss mit viel Platz und Bewegungsfreiheit. Die Sitzgruppe im Fond besteht aus Halbdinette, drehbaren Fahrerhaussitzen und einem durchaus praktischen "Notsitzchen", das aus dem Seitenschrank ausgeklappt werden kann. Der erweiterbare Einhängetisch ergänzt die typische Raumaufteilung in der Sitzgruppe, die locker für vier Personen ausreicht. Mit Hilfe des klappbaren Ergänzungsteils kann dann auch die fünfte Person auf dem Notsitz bequem an der gemütlichen Frühstücksrunde teilnehmen.

Auf der Fahrerseite schließt sich der Sanitärraum an, ihm gegenüber ist die Längsküche positioniert. Die Sitzbank der Halbdinette weist die übliche rechtwinklige Sitzposition aus, eine leichte Profilierungen der Sitz- und Rückenpolster lindern aber die sehr „aufrechte“ Sitzposition an der Sitzbank. Sehr gut durchdacht hat LMC den Stauraum der Sitztruhe. Muss man sonst die Sitz- und Rückenlehnenpolster aus der üblichen Klettbandbefestigung reißen und irgendwo im Gang parken, hebt man beim Breezer V 646 G einfach den seitlich angeschlagenen Truhendeckel samt Polster an.

Da der Deckel mit einem Teleskopaufsteller ausgestattet ist, kann man so äußerst bequem den Stauraum beladen. Prima Lösung! Positiv auch die Verteilung von 230-Volt-Steckdosen an der Sitzgruppe und die USB-Ladedose mit LED an der Küche. Unser Testmobil ist im Möbeldekor Acuto mit Nebendekor in Palisanderoptik ausgestattet, welches einen eleganten und wertigen Eindruck macht. Passend dazu die grau abgestufte Polstervariante Breezer Alessia, die eine frische Optik in den Wohnraum bringt.

Der Bodenbelag in Stäbchen-Parkettdesign rundet den gemütlichen Eindruck des Wohnraumes ab. Zu bemängeln waren am Möbelbau bisher nur die schlampig eingepassten und lockeren Rückwandteile der beiden vorderen Oberschränke und ein defekter Oberschrank-Schnäpper, der mit zu kurzen Schrauben befestigt war.

Die Küche

Der Arbeitsplatz unseres Hobby-Bocuse als kompakte Längsküche erfüllt alle Anforderungen an ein Zweipersonenmobil. Die großzügige Kocher- Spülekombination ist mit zwei bündig eingepassten Glasabdeckung versehen und nimmt den Großteil der Arbeitsplatte des Küchenblocks ein. Den Luxus dieser feinen Kombination bezahlt man mit etwas wenig Arbeitsfläche, wobei ein kleines Klapptischchen links am Küchenblock ein wenig Linderung von der Platznot bringt.

Dennoch: Der Dreiflammherd von Thetford mit seinem schmiedeeisernen Rost und den drei unterschiedlich großen Brennern ist erste Sahne, zumal er sehr praktisch zu reinigen ist und über einen Schmutzwasserablauf verfügt. So dürften auch mehrgängige Menus für vier Personen den Koch nicht so schnell in Platz-Bedrängnis bringen, die Vorbereitung mit der Bereitstellung von Kochwerkzeug und Vorräten einmal ausgenommen.

Lästig waren die sehr nervigen Klappergeräusche der Glasabdeckungen, die nur mit Unterlegen von Spüllappen und Handtuch reduziert werden konnten. Drei Filzpads aus dem Baumarkt haben Ruhe in den LMC gebracht. Zwei große Schubladen mit Soft-Close-Einzug, ein großes Staufach mit Klappe und die zwei Oberschränke reichen für Vorräte und Küchenuntensilien aus, der Absorber-Kühlschrank ist auf der linken Seite des Küchenblocks untergebaut.

Zum Thema Oberschränke: Der Breezer hat ein V im Namen, V wie Van-Klasse. Die Van-Klasse ist deutlich schmaler gebaut als die übrigen Reisemobile von LMC. Dieses Minus von 10-15 Zentimetern an Breite, welches den Wagen so handlich macht, merkt man im Wohnraum kaum, dafür aber an der Tiefe der Oberschränke im Fond sehr deutlich. Allerdings macht die stolze Anzahl von zehn Oberschränken im Breezer den Platzverlust beim Stauen mehr als wett.

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