Premiere - Camping im Oman

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Premiere - Camping im Oman

Oktober 26, 2015 - 09:25
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Die Firma Burow, bisher bekannt als Ausbauer hochwertiger Kastenwagen, entwickelt derzeit ein Reisemobil auf Basis eines Geländewagens mit Wohnkabine. Das Camper Journal hat sich den Prototypenbau vor Ort etwas genauer angesehen.

Für Abenteuer aus 1001 Nacht - der neue Oman von Burow. (Foto: Werk)

Es muss nicht immer die Arabische Halbinsel sein, um Abenteuer im Oman zu erleben. Manchmal reicht auch ein Ausflug in das Städtchen Mering bei Augsburg. Dort wo normalerweise hochwertige Kastenwagen nach Kundenwünschen in Handarbeit ausgebaut werden, entsteht derzeit der Prototyp eines geländegängigen Reisemobils. Der Oman - so der Name des Neuen - ist auf Grund der steigenden Zahl an Kundenanfragen nach einem geländegängigen Reisemobil entstanden. Der Vorteil des Kastenwagens ist seine kompakte Bauweise, mit der man (fast) überall relativ unauffällig übernachten kann. Leider sind die Offroad-Eigenschaften in dieser Fahrzeugklasse meist bescheiden, so dass sich Claus Burow und sein Team nach neuen Lösungen umgeschaut haben.

Das Lastenheft

Geländegängigkeit mit Allradantrieb und eine kompakte Bauweise, das waren die wichtigsten Merkmale, die das neue Fahrzeug aufweisen sollte. Dazu zählt natürlich auch eine stabile Kabine. Da es an den schönsten Ecken der Welt häufig an Ver- und Entsorgungseinrichtungen mangelt, muss das Mobil für autarkes Leben in der Natur ausgerüstet sein. Damit schied Gas als Energiequelle aus. Weil Abenteuer nicht nur im Sommer stattfinden, gehörte die frostsichere Unterbringung der kompletten Technik einschließlich  der Wasseranlage ins Pflichtenheft. Neben "fließend" Wasser sollte es in der Wildnis auch "fließend" Strom geben - natürlich 240-Volt. Wenn schon – denn schon. Schließlich sollte der Oman für zwei Personen unterwegs einen guten Komfort bieten. Eine der schwierigsten Vorgaben ist aber sicher der angepeilte Grundpreis von unter 50.000,- Euro.

Das Fundament

Bei den üblichen Kastenwagen war den Meringern um Claus Burow die geforderte Geländegängigkeit entweder zu gering oder zu teuer. Also fiel die Wahl nach intensiven Vergleichen auf einen Ford Ranger. Neben einem extrem stabilen Fahrwerk und den soliden Motoren spielte auch das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis eine entscheidende Rolle. Ein weiteres Plus ist das weltweite Servicenetz von Ford, das möglichen Pannen fernab der Heimat ihren Schrecken nimmt.

Da nicht jeder Kunde eine extreme Offroad-Variante braucht, verrichten in der Grundversion 125 Pferde ihre Arbeit unter der Haube. Wem das Drehmoment von 320 Newtonmetern nicht ausreicht, kann sich in der Zubehörliste von Ford eine stärkere Motorisierung aussuchen. Gleiches gilt für das Offroad-Paket bestehend aus Motorschutz, Tankschutz und Sperrdifferential, das auch nur als Option angeboten wird.

Der Aufbau

Die Kabine besteht aus GfK-Sandwich mit einem Metallrahmen. Gerade dieser Rahmen verleiht dem Aufbau eine hohe Stabilität. Um das Gewicht und den Preis möglichst niedrig zu halten, ist die Kabine fest mit dem Fahrgestell verbunden. Erfahrungen von Afrika-Reisenden veranlassten Claus Burow, einen optionalen Durchstieg zum Fahrerhaus mit einzuplanen. Bei Gefahr muss man das Auto nicht mehr verlassen, sondern kann direkt starten. Diese Option kann allerdings nicht nachgerüstet werden. Ein Besonderheit der Kabine ist sicherlich der Doppelboden. Neben viel Stauraum für Campingutensilien und Ausrüstung sorgt er gerade in kalten Regionen für zusätzliche Isolierung des Wohnraums.

Die Küche

Gleich neben dem Eingang befindet sich im Heck die Küche. Vier Schubladen und ein Unterschrank nehmen die notwendigen Kochutensilien und das Geschirr auf. Selbst an einen Mülleimer wurde gedacht. Die Lebensmittel finden im Hängeschrank ihren Platz. Ohne Gasversorgung kommt natürlich nur ein Kompressorkühlschrank in Frage, der rechts vom Eingang in einem raumhohen Schrank seinen Platz findet. Dank höherer Kühlleistung bleiben die Lebensmittel auch in heißen Ländern länger frisch.

Das Bad

Neben der Küche schließt sich auf der linken Seite im Heck das Bad an. Der Boden des Sanitärbereichs besteht aus einem Stück - eine Eigenentwicklung aus dem Hause Burow-, die durch eine dünne Schaumschicht leicht flexibel ist. So kann beim Duschen oder Waschen kein Wasser unkontrolliert weglaufen. Nach derzeitigem Planungsstand sollen die Wände mit einer Oberfläche aus Naturstein verkleidet werden. Die Muster sahen nicht nur gut aus, sondern haben auch eine tolle Haptik.

Die Toilette ist mit einem eigenen Frischwassertank ausgestattet und kann somit – Frostschutz vorausgesetzt - ganzjährig verwendet werden, ohne dass der Oman mit gefüllten Frischwassertanks unterwegs ist. Die Entsorgung erfolgt wie üblich per Kassette. Verbaut wird eine Toilette mit Keramik-Inlet aus dem Hause Dometic.

Für das Waschbecken hat sich Claus Burow eine besondere Lösung einfallen lassen. Da zu wenig Platz für ein festes Waschbecken vorhanden ist und Klappwaschbecken von ihm nur abfällig als "Klapperwaschbecken" tituliert werden, musste ein Kompromiss her. Die Lösung war ein verschiebbares Waschbecken, das bei Nichtgebrauch durch die Wand in den Küchenblock geschoben werden kann. So fällt die Nasszelle – auch für große Menschen - durchaus großzügig aus.

Der Wohnbereich

Auf so kleinem Raum sind die Übergänge fließend. Eigentlich beginnt der Wohnbereich gleich an der Badezimmertür und mündet in eine Sitzgruppe vor dem Alkoven. Für zwei Personen ist sie absolut ausreichend. Für große gesellige Runden ist allerdings zu wenig Platz vorhanden. Der wurde lieber in einen Kleiderschrank investiert. Sinnvoll, wie wir finden. Der Oman ist eben eher ein Reisemobil als ein Wohnmobil. Außerdem fährt man nicht in entlegene Ecken der Welt, um die Zeit im Mobil zu verbringen.

Der Schlafbereich

Geschlafen wird ganz vorne im Alkoven. Der Oman hat – trotz begrenztem Platz - zwei vollwertige Längsbetten. Mit zwei Metern Länge fallen sie sogar größer aus als bei manchem Teilintegrierten. Baut man die Einzelbetten zum Doppelbett um, entsteht eine Liegefläche von über vier Quadratmetern. Allerdings wird dann der optionale Notdurchstieg zum Fahrerhaus von der Matratze verdeckt. Geschlafen wird standesgemäß auf Kaltschaummatratzen. Fenster in der Front des Alkovens sorgen für Ausblick und frische Luft.

Fazit

Obwohl der Prototyp des Oman noch im Bau ist, sind die ersten Ergebnisse und Fahrversuche vielversprechend, auch wenn das Fahrzeug noch nicht endgültig austariert ist. Der begrenzte Platz ist sehr gut genutzt, hier kommt sicherlich Burows jahrelange Erfahrung im Bau von Kastenwagen zum Tragen. Wenn sich der angepeilte Grundpreis von 49.990,- Euro realisieren lässt, könnte sich der Oman zu einem Erfolgsmodell entwickeln. Vor einem abschließenden Urteil werden wir den Oman allerdings erst einem gründlichen Test unterziehen müssen. Der Öffentlichkeit dürfte er spätestens zur CMT im Januar präsentiert werden.

Technische Daten Burow Oman

BASISFAHRZEUG
Basis: Ford Ranger Single Cab
Motor Basisversion: 2,2 Liter TDCi Turbodiesel mit 92 kW/125 PS und 320 Nm 
(optional 2,2 LIter TDCi mit 110 kW/150 PS und 375 Nm)
Antrieb: Sechsgang-Schaltgetriebe, Allradantrieb
Sicherheitssysteme: ABS, ASR, Fahrer- und Beifahrerairbag, ESP
   
MASSE/GEWICHTE
Masse im fahrber. Zustand: noch in Entwicklung
Techn. zul. Gesamtmasse: noch in Entwicklung
Zuladung: noch in Entwicklung
Abmessung (L x B x H): 5.590 x 2.750 x 2.090 mm
Bettenmaße (L x B):  Einzelbetten zirka 2 x 2.000 x 800 mm (umbaubar zum Doppelbett 2.000 x 2.050 mm)
Fahrsitz-/Schlafplätze: 2/2
Innenhöhe: etwa 1.930 mm
Frisch-/Abwasser Tanks: 85 l / 45 l frostsicher unterflur, zusätzlich 19 l Frischwasser für Toilette
Wasseranlage: Wasseranlage mit Druckpumpe  
Bord-Akku: 80 Ah AGM
Gasvorrat: ohne
Heizung: Dieselheizung nach Wunsch
PREISE
Grundpreis: ab 49.990,- Euro 
Optionen Testwagen:  ------
Fahrgestell / Aufbau

Ford Ranger mit Originalfahrgestell, 2,2 l TDCi 92 kW/125 PS (opt. 110 kW/150 PS), 6-Gang-Schaltgetriebe, Allradantrieb, Radstand 3.220 mm, Gesamtlänge 5.590 mm, Höhe ohne Aufbauten 2.750 mm, Breite 2.090 mm, GfK-Sandwich-Aufbau mit Metallrahmen und XPS-Isolierung, Doppelboden, 6 Austell-Rahmenfenster mit Mückengitter und Rollo,  zweistufige elektrische Trittstufe, 2 isolierte Garagenklappen, 80 Zentimeter Wattiefe

Wohnraum
Möbeldekor Eiche Arlington naturell,  Polster: James Malone, andere Möbel und Polsteroptionen möglich, kleine Dinette quer vor Alkoven
Küche
Heckküche, Herd nach Wunsch im Auszug, Edelstahlspüle mit Holz-Abdeckung, Kompressorkühlschrank, 1 breiter Hängeschrank, 1 Unterschrank mit 3 Schubladen und Schrankfach
Sanitär

Sanitärraum hinten links, Kunststoff-Duschwanne, Kassetten-Toilette, Wandverkleidung aus Echt-Stein. Weitere Details noch in der Entwicklung

Schlafen

Zwei Einzelbetten in Längsrichtung im Alkoven mit Kaltschaummatratze (quer eingebautes Doppelbett optional möglich), zwischen den Einzelbetten Durchstieg zum Fahrerhaus

HERSTELLER/VERTRIEB

Burow Reisemobile GmbH
Am Mühlanger 13
D-86415 Mering
Tel. 08233/4500
www.burow-reisemobile.de
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