Pössl Campster auf Basis Citroën Spacetourer: Rolling Home

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Pössl Campster auf Basis Citroën Spacetourer: Rolling Home

Mai 20, 2018 - 14:47
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Freiheit und Freizeit stehen gerade hoch im Kurs bei den Deutschen und ihren europäischen Nachbarn. Vor allem kompakte Reisemobile in Form von Camper-Vans erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit.

(Fotos: Pössl / Wolfgang Groeger-Meier)

Einer dieser kompakten Camper-Vans ist der Pössl Campster auf Basis des Citroën Spacetourer in der mittleren Länge „M“ . Der feierte im März 2016 in Genf Premiere und ist - weitgehend baugleich - auch als Peugeot Traveller oder Toyota Proace Verso zu haben.

Mit dem Campster bietet Pössl, beheimatet im Berchtesgadener Land, einen kompakten Campingbus zu einem günstigen Kurs an. Mit dem 70 kW / 95 PS leistenden 1.6 BlueHDI 95 Motor ist der Camping-Van zu einem Basispreis ab 37.999 Euro zu haben. Ein ebenfalls mit Küchen- und Schrankzeile ausgestatteter VW California steht in der Version Coast mit einem Einstiegspreis von 52.806 Euro bei den Händlern.

Besonders kompakt

Mit einer Länge von knapp unter fünf Meter (495 cm) und einer Höhe von 196 bis 199 cm passt er nicht nur in (Tief-)Garagen und auf innerstädtische Parkplätze, sondern er taugt auch als Alltagsfahrzeug. Selbst Parkplätze an Strandregionen, an denen Schranken in zwei Meter Höhe „echten“ Reisemobilen die Zufahrt verwehren, sind für einen Campster während der Urlaubsreise erreich- und befahrbar. Bei Auflastung auf drei bzw. 3,1 Tonnen (zu einem Preis von 990 Euro) können die beiden stärkeren Modelle des Campster - mit 150 bzw. 180 PS - mit bis zu sieben Sitzplätzen ausgestattet werden.

Das Konzept des Campster ist schon seit Urzeiten bewährt: Die Vordersitze sind drehbar, auf der klappbaren Sitzbank im Heck können zwei Personen (Liegefläche 212 x 112 cm) schlafen. Zwei weitere finden Platz im aufstellbaren Schlafdach (Liegefläche 190 x 110 cm), das zudem für Stehhöhe im geparkten Fahrzeug sorgt. Serienmäßig ist das manuell zu bedienende Aufstelldach in Weiß gehalten, gegen 990 Euro Aufpreis kann man es in Wagenfarbe lackiert bestellen. Eine nette Idee ist das serienmäßige Panoramafenster des Daches: Der vordere Teil der Zeltplane lässt sich öffnen und ermöglicht so den Ausblick aus luftiger Höhe - und lässt die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen ins Fahrzeug. Anders als beim VW California ist die Verdunkelung für die Nacht nicht ins Fahrzeug integriert, sondern sie stammt aus dem Zubehörmarkt. Das tut der Funktion jedoch keinen Abbruch, das Fahrzeug lässt sich absolut „dicht“ machen, die Schläfer sind so vor neugierigen Blicken geschützt und der Innenraum für geruhsamen Schlaf abgedunkelt.

Küche inklusive

Der Campster verfügt auf der Fahrerseite über die klassenübliche Küchenzeile mit Frisch- und Abwasserkanister, Spüle und zweiflammigem Gaskocher. Der Küchenblock des Campster lässt sich samt Kocher, der 2,8 Kilo Gasfasche und Wasserkanistern herausnehmen und als Outdoorküche nutzen. Voraussetzung ist eine Verlängerung der Stromversorgung, die es für 199 Euro gibt. Wirklich sinnvoll ist die Außenküche nur in Verbinung mit einer zweiten Schiebetür auf der Fahrerseite. Manuell betätigt gibt es die Schiebetüren rechts und links für 550 Euro, elektrisch betätigt (mit Keyless Öffnungssensor) sind 2.300 Euro fällig.

Gegen einen Aufpreis von 699 Euro gibt es für den Campster eine Kühlbox, die zwischen den Sitzen des Fahrerhauses montiert werden kann. Im Prinzip ist das eine gute Idee, denn so ist während der Fahrt der Zugriff auf gekühlte Getränke möglich. Dummerweise ist die Kühlbox allerdings so voluminös ausgefallen, dass die Bedienung des Handbremshebels nicht mehr ganz problemlos erfolgen kann. Da ist die Kühlbox einfach im Weg, die Hand lässt sich nur schwer um den Handbremshebel herum führen. Empfehlenswerter scheint da die gleich teure, eingebaute Kühlbox.

Vier Motorvarianten sind für den Campster verfügbar, allesamt Diesel. Einstiegsmotorisierung ist der 95 PS starke 1.6 Liter BlueHDI. Für einen Tausender mehr gibt es 115 PS, zwei Tausender teurer kommt der 150 PS starke Motor. Ab 42.599 Euro ist die 180 PS starke Top-Motorisierung zu haben. Auf das stärkste Antriebsaggregat müssen Freunde der Automatik zurück greifen, denn die gibt es nur für das Spitzenmodell.

Modellvarianten in Planung

Pössl wird die Modellpalette des Campster, der seit Februar 2017 im Dethleffs-Werk Isny gebaut wird, künftig noch erweitern. Ähnlich wie beim VW California Beach könnte es einen „abgespeckten“ Campster geben, ohne Küchen- und Schrankzeile und mit einem lediglich optionalen Aufstell-/Schlafdach. Reisende, die gerne etwas mehr Platz haben möchten, dürften sich über die Ankündigung eines Campster in XL-Variante auf der Basis des Spacetourers mit langem Radstand freuen. Auch von einer denkbaren Allrad-Version ist die Rede.

Zur Serienausstattung des Campster gehören Klimaanlage und Zusatzklima hinten, drehbarer Fahrer- und Beifahrersitz, ABS und ESC, Berganfahrhilfe, LED-Tagfahrlicht, fernbedienbare Zentralverriegelung, die herausnehmbare und zum Bett umbaubare Zweiersitzbank sowie ein zusätzlicher Einzelsitz, eine 95 Ah Aufbaubatterie plus Ladeautomat und CEE-Außenanschluß sowie der herausnehmbare Küchenblock. Die Aufpreisliste ist erfreulich kurz und umfasst vor allem diverse Fahrer-Assistenzsysteme und Sicherheitspakete. Für all jene, die nicht nur im Sommer unterwegs sein wollen, ist die Webasto Air Top Standheizung für 2.199 Euro eine sinnvolle Ausgabe. Eine Einparkhilfe vorne und hinten mit 180° Rückfahrkamera, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln und Toterwinkelassistent ist für 1.310 Euro zu bekommen.

Mit bis zu vier Schlaf- und bis zu sieben Sitzplätzen ist der frontgetriebene Pössl Campster ein ausreichend ausgestattetes und kompaktes Reisemobil für Gelegenheits-Camper, die ihr Fahrzeug auch im Alltag einsetzen wollen.

Info: www.poessl-mobile.de

Pössl Campster - Technische Daten
Abmessungen (LxBxH): 4,95 x 1,92  x 1,96 bis 1,99 m
Sitzplätze: 4 - 7
Schlafplätze: 4
Kraftstofftank: 70 l
Serienbereifung: 215/60R17C 98R
   
Motoroptionen
Modell 1.6 BlueHDI 95 Leistung: 70 kW / 95 PS, manuelles Fünfgang-Getriebe, Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h, Gewicht max: 2.635 kg, Zuladung: 455 kg, Preis ab 37.999 Euro
Modell 1.6 BlueHDI 115 Leistung: 85 kW / 115 PS (85 kW), manuelles Sechsgang-Getriebe, Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h, Gewicht max: 2.680 kg, Zuladung: 500 kg, Preis ab 38.999 Euro
Modell 2.0 BlueHDI 150 Leistung: 110 kW / 150 PS, manuelles Sechsgang-Getriebe, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h, Gewicht max: 2.740 bis 3.100 kg, Zuladung: 560 bis 920 kg, Preis ab 39.999 Euro
Modell 2.0 Blue HDI 180 Leistung: 130 kW / 180 PS (130 kW), 6-Gang-Wandlerautomatik, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h,Gewicht max: 2.770 bis 3.000 kg, Zuladung: 590 bis 820 kg, Preis ab 42.599 Euro