Neoplan Skyliner: Mit den Kellys auf Tour

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Neoplan Skyliner: Mit den Kellys auf Tour

Oktober 23, 2017 - 07:59
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Im Jahre 1994 schaffte die Kelly Family 1994 ihren endgültigen musikalischen Durchbruch. Damals war die Familie schon zwei Jahrzehnte lang musikalisch aktiv und bestritt Konzerte in ganz Europa. Verbrachten sie ihre Reisen zuvor in eher etwas spartanischen Londoner Doppelstock-Bussen, kam mit dem großen Erfolg im Jahre 1996 der Umstieg auf einen Neoplan Skyliner-Gelenkzug.

Imposant - der alte Tourbus der Kelly Family. (Foto: Werk)

Ebenso groß wie der Erfolg der Kelly Family zum Ende der 1990-er Jahre war damals auch ihr Tourbus. Die singende Großfamilie reiste mit einem unübersehbaren Neoplan Jumbocruiser vom Typ N 138/4 durch Europa. Bereits bei seiner Vorstellung auf der IAA 1975 reizte der Skyliner-Gelenkzug mit satten 18 Tonnen Gesamtgewicht, 18 Metern Länge, vier Metern Höhe und zweieinhalb Metern Breite die maximal zulässigen Maße komplett aus. Ab Werk konnten die Kunden zwischen drei Ausbau-Varianten des Unterdecks im Nachläufer wählen: Zur Wahl standen die Versionen Bar, Toilette, Gepäck, nur Gepäckvolumen oder die Version mit Clubraum, Toilette und Gepäckunterbringung.

Im Jahre 1996 kaufte Joey Kelly den Bus in der Clubraum-Variante direkt vom Erstbesitzer, einem Dortmunder Reiseunternehmen. Das Fahrzeug ist von den insgesamt elf jemals gebauten Exemplaren die Nummer zwei. In dem Vierachser fanden ursprünglich 99 Fahrgäste einen Sitzplatz. Damit war das Mobil als Tourbus nur bedingt einsetzbar. Der Neoplan Skyliner mit Überlänge wurde daher komplett umgebaut und brachte es schließlich auf stattliche 28 Schlafplätze. Und das nur im Oberdeck. Die Sitzplätze im Unterdeck blieben hingegen erhalten.

„Die sechs Meter mehr im Vergleich zu anderen Bussen waren für uns natürlich hochinteressant. Wir haben den Bus dann Lindwurm getauft“, so sich Joey Kelly. „Wenn Du so davorstehst, ist das ein echtes Ungetüm.“

Angetrieben wird der „Lindwurm“ von einem Zwölfzylinder V-Motor, der bringt es mit Turbolader auf eine Leistung von über 500 PS. Der Motor befindet sich im Heck des Vorderwagens und damit an einer Stelle, an der die meisten Gelenkbusse ihr Drehkreuz haben. Dieses verlagerten die Entwickler bei Neoplan ins Zwischendeck. Dadurch ist der Nachläufer extrem seitenstabil und es gibt keine Rollbewegungen zwischen Motorwagen und Nachläufer. Noch immer ist Joey Kelly beeindruckt von der Performance des Großfamiliengefährts: „Der fährt wie ein Zug. Bei anderen Bussen musstest du, wenn’s bergauf geht, in den dritten Gang schalten. Hier nicht.“

Rund vier Jahre war der Jumbo-Skyliner für die Kelly Family im Einsatz. Er diente der Musikerfamilie treu als Tourbus und auch als privater Reisebus. Für ihre 180 bis 200 Konzerte pro Jahr brachte sie der Skyliner zuverlässig durch ganz Europa: Deutschland, Spanien, Frankreich, Schweiz, Osteuropa. Mit der Fähre ging es sogar bis nach Irland. Den riesigen Gepäckraum nutzte Joey Kelly unter anderem für sein BMW-Motorrad: „Ich habe eine Rampe gebaut, dann konnte man das Motorrad hinten reinstellen und mit Spanngurten festmachen. Wenn wir dann irgendwo waren, konnte ich raus und abdüsen“.

Der Bus ist seit mittlerweile 17 Jahren nicht mehr zugelassen. Dennoch hat er nichts von seiner Faszination eingebüßt. Zunächst stand er fünf Jahre als Leihgabe in einem Museum in Sinsheim, gleich neben dem Hausboot der Kellys. Als der Platz dort knapp wurde, nahm Joey den Bus wieder in seine Obhut. „Es ist wirklich ein skurriler Bus, aber das macht ihn ja so einzigartig. Die haben sich damals wirklich was dabei gedacht, noch mal sechs Meter dranzuhängen“, so der Musiker. Trotz seines Alters läuft der Doppeldecker tadellos. Also noch mal mit ihm auf Tournee gehen? Joey Kelly schmunzelt: „Der Bus ist 40 Jahre alt. Er ist zuverlässig, aber der Komfortanspruch ist bei meiner Schwester noch ein bisschen gestiegen. Bei mir nicht.“ Und, nein, verkaufen will er seinen „Lindwurm“ auf keinen Fall.

Info: www.kellyfamily.de, www.neoplan.de