Happy Birthday: drei Jahrzehnte VW California

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Happy Birthday: drei Jahrzehnte VW California

Mai 10, 2018 - 07:30
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Er ist wohl so etwas wie das Reisemobil schlechthin: Der California von VW Nutzfahrzeuge. In diesem Jahr feiert der kompakte, wendige Campingbus seinen dreißigsten Geburtstag. Grund genug für einen Road-Trip mit dem Camper durch den namensgebenden, drittgrößten Bundesstaat der Vereinigten Staaten.

(Foto: VWN/Stephan Lindloff)

Für die Pkw-Fertigung von VW in Wolfsburg ist für das Jahr 2020 eine Auslastung von 820.000 Fahrzeugen durch das Unternehmen garantiert. Da nehmen sich die 15.155 Neuzulassungen der California-Baureihe von VW Nutzfahrzeuge (VWN) im vergangenen Jahr vergleichsweise eher bescheiden aus. Aber bei dem in Limmer gefertigten California ist eben manches anders.

Das beginnt damit, dass er alles andere als ein „Nutzfahrzeug“ ist. Zwar dient auch dem California der VW Bus - aktuell in der Version als T6 - als Basisfahrzeug. Aber mit einem Lieferwagen für Pakete oder dem Transporter des Klempners oder Elektrikers hat er im Innenraum nur noch wenig gemeinsam. Das macht schon ein Blick auf die Preisliste klar. Die startet bei 43.221 Euro, für einen California Beach mit dem 62 kW / 84 PS leistenden Motor, Frontantrieb und fünfgängigem Schaltgetriebe. Beim California Coast geht es bei 52.806 Euro los, der California Ocean ist ab 60.785 Euro zu haben. Grundpreis, versteht sich.

Damit ist dann auch rasch klar, warum der California - trotz vergleichsweise „geringer“ Stückzahl - ein echtes Erfolgsmodell ist. Denn in Grundausstattung und mit der eher kargen Basismotorisierung rollt kaum ein Cali aus der Fertigung in Limmer. Mehr als die Hälfte aller ausgelieferten Calis verfügen aktuell über den traktionsfördernden Allradantrieb - und auch bei der mehr als reichhaltigen Aufpreisliste machen die Kunden gerne etliche Kreuzchen.

160.000 Campingbusse

Seit der Vorstellung des ersten California vor drei Jahrzehnten sind bis heute rund 160.000 Camper an ihre Besitzer übergeben worden. Und mit mehr als 15.000 Neuzulassungen im Jahre 2017 dürfte VWN einer der größten, wenn nicht gar der größte Reisemobil-Hersteller in Deutschland sein. Und, anders als beim Ford Nugget oder dem Maco Polo von Mercedes, bei denen der Ausbau von Westfalia stammt, fertigt VWN den California komplett selbst.

Bei Westfalia begann eigentlich auch die Geschichte des California. Denn dort verpasste man dem ab 1950 gebauten T1, auch liebevoll von seinen Fans „Bulli“ genannt, zunächst eine mobile Campingbox. Im Jahr 1961 entstand ein „echter“ Campingbus mit zwei Schlafplätzen, Wassertank, Kocher und Kühlschrank. Im Jahre 1967 wurde die erste Bulli-Generation dann vom VW T2 abgelöst. Schon damals gab es wahlweise ein Klapp- oder Aufstelldach - und Westfalia schuf eine seinerzeit noch unbekannte Fahrzeugklasse: Die der kompakten Reisemobile. Die waren nicht nur in Deutschland schnell beliebt. Auch in den USA gewannen die Fahrzeuge, etwa in der Hippie-Szene, zahlreiche Fans. Die bemalten ihre Fahrzeuge bunt und phantasievoll, rollten damit durch die USA und machten den VW Bus zum fahrenden Symbol von Flower-Power, Peace und Happyness. Bis heute sind etliche der „alten“ Bullies noch in Kalifornien unterwegs, oft liebevoll restauriert, etliche aber auch mit ehrlicher Patina und von der Zeit gezeichnet.

Großauftrag an Westfalia

Im Jahre 1988 ging der Caravan Salon - damals noch in Essen beheimatet - über die Bühne. Und Volkswagen präsentierte vom 1. bis 9. Oktober einen echten Knaller: Den California. Der war seinerzeit noch ein Sondermodell auf Basis des T3 Transporters mit Heckmotor. Das Reisemobil basiert auf dem Joker von Westfalia, der in den USA als Vanagon Camper verkauft wird.

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