Funk-Schließsysteme immer noch unsicher

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Funk-Schließsysteme immer noch unsicher

April 06, 2017 - 14:32
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Autos gelten als fahrende Computer, aber ihre Hersteller hinken meilenweit hinter den Sicherheitsstandards der IT-Branche hinterher. Der Komfort bietet Autohackern immer mehr Möglichkeiten.

Moderne Fahrzeuge mit Keyless-Technik sind für Diebe leichte Beute. (Foto: ADAC)

Seitdem der ADAC die Sicherheitslücken bei Keyless-Systemen im März 2016 bekannt gemacht hat, haben die Autobauer beim Diebstahlschutz nicht nachgebessert. Ein erneuter Test von 100 Neuwagen-Modellen kam zu einem vernichtenden Ergebnis: Ausnahmslos alle ließen sich mit einfachen Mitteln sekundenschnell öffnen und wegfahren.

"Wir decken dieses herstellerübergreifende IT-Problem bei immer mehr Marken auf", sagte Thomas Burkhardt, Vizepräsident für Technik beim ADAC.

Die erforderliche Technik für einen Diebstahl lässt sich für rund 100,- Euro selbst zusammenlöten. Da sich die Diebstähle schnell durchführen lassen und kaum Spuren hinterlassen, sind die Bedingungen für Langfinger optimal.

Auch wenn Keyless-Systeme im Reisemobilbereich nur wenig verbreitet sind, bieten viele Hersteller zumindest in der Zubehörpreisliste Zentralverriegelungen mit Funkfernbedienung an. Auch diese Systeme haben ihre Schwachstelle. Die meisten Fahrer drücken den Verriegelungsknopf der Fernbedienung erst beim Weggehen und kontrollieren anschließend nicht das Fahrzeug nicht. Anstatt die Reichweite zu verlängern, setzen die Diebe in diesem Moment sogenannte „Jammer“ ein. Diese Störsender blockieren die Frequenzen der Fernbedienung mit einem stärkeren Signal, so dass der eigentliche Schließimpuls unterdrückt wird und das Fahrzeug offen bleibt. Daher der dringende Rat: Immer alle Türen und Klappen überprüfen, ob sie wirklich abgeschlossen sind. Im Falle eines Diebstahls gibt es ansonsten Problem mit der Versicherung. Ohne Aufbruchspuren geht die Versicherung von einem offenen Fahrzeug aus und das ist nicht versichert.

Info: www.adac.de/keyless