Earthcruiser Escape auf Mercedes-Benz G Pro: Komfort im Outback

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Earthcruiser Escape auf Mercedes-Benz G Pro: Komfort im Outback

März 15, 2019 - 07:30
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Der englische Begriff Escape steht laut Wörterbuch für entkommen, füchten, entwischen, ausbrechen. Vor allem die letztere Bedeutung trifft wohl haargenau auf das neue Mobil von Earthcruiser aus Australien zu. Ausbrechen aus dem Alltag, ab nach draußen - ins wilde Outback. Und kaum ein Basisfahrzeug dürfte für ein Expeditionsmobil wie den Escape besser geeignet sein als eine G-Klasse von Mercedes.

Die natürliche Schönheit der Landschaft erleben, jenseits der Möglichkeiten, die ein „normales“ Reisemobil bietet. Das treibt die Kunden von Earthcruiser an, das ist es, was sie erfahren wollen. Die Fahrzeuge der australischen Firma kombinieren exzellente Offroad-Fähigkeiten mit möglichst hohem Komfort. Und sie ermöglichen es ihren Besitzern, auf der ganzen Welt Ort zu erreichen, die den meisten anderen Fahrzeugen wohl unzugänglich bleiben würden. Der Escape ist neu im Angebot von Earthcruiser, Basis ist der Mercedes-Benz G Pro mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,5 Tonnen. Über die Leistungsfähigkeit des G muss man keine großen Worte mehr verlieren, die stellt er unter anderem beim Einsatz in verschiedenen Streitkräften weltweit jeden Tag neu unter Beweis. Die Wahl der Australier fiel auch deswegen auf den G, weil er perfektes Offroad-Können auf der Basis von vergleichsweise kompakten Abmessungen bietet. Damit ist der Earthcruiser Escape das Fahrzeug der Wahl für Abenteurer, die ohne Einschränkungen auch abseits des Straßennetzes unterwegs sein wollen.

Angetrieben wird der Escape von einem Sechszylinder-Turbodiesel, der es auf eine maximale Leistung von 135 kW / 184 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm bringt. Gekoppelt ist der Motor an ein Automatikgetriebe mit fünf Gängen. Der G hat einen Radstand von 3.430 mm und verfügt über Differenzialsperren vorne, mittig und hinten. Verbaut sind außerdem stärkere Stoßdämpfer, ein Luft-Kompressor sowie eine Tankanlage, welche die Mitnahme von zusätzlichen 250 Litern Treibstoff ermöglicht. Schließlich finden sich im Outback nicht an jeder Ecke Tankstellen.

Dafür gibt es auf der anderen Seite, je nach Witterung, reichlich weichen Sand oder matschigen Schlamm. Sollte der Escape tatsächlich einmal steckenbleiben, helfen Seilwinden an Front und Heck mit einer Zugkraft von je 6,1 Tonnen zuverlässig aus dem Schlamassel. Sollte der Earthcruiser Escape von Zeit zu Zeit über weitere Entfernungen oder gar über Ozeane transportiert werden müssen, passt er mit seinen kompakten Außenabmessungen in einen Standard-ISO-Container. Möglich macht das auch das aufstellbare Dach der im Heckbereich angeschrägten Wohnkabine, das zudem während der Fahrt für einen geringen Luftwiderstand sorgt. Am Heck des Wohnaufbaus montiert sind zwei Reserveräder und Bergehilfen. Klappen geben rechts und links im Heck den Zugang zu Stauräumen frei. Nach unten abgeklappt dienen sie als Tisch oder Ablage. Seitlich angeordnet ist außerdem ein Fach mit Außendusche und zur Befüllung des 250 Liter fassenden Frischwasservorrats. Ein anknüpfbares Duschzelt stellt die Privatsphäre auch bei der Körperpflege im Busch sicher. Vor allzu heftiger Sonneneinstrahlung beim Aufenthalt im Freien schützt eine große Markise.

Den Zugang in die Wohnkabine gibt eine hinter der Fahrertür angeordnete Einstiegstür frei. Zwar gibt es einen schmalen Durchgang zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich, den wird man aber vermutlich nur im Notfall nutzen. Im Eingangsbereich untergebracht sind außerdem eine Duschtasse und ein einklappbares WC. Auf der rechten Fahrzeugseite ist der Küchenblock angeordnet, ausgestattet mit einem mit Diesel betriebenen Kochfeld, Spüle und einem kombinierten Kühl-/Gefriergerät mit einem Fassungsvermögen von 122 Litern. Im Heck angeordnet sind die Sitzgruppe mit Tisch sowie eine quer über die Breite angeordnete Liege. Wird der Tisch abgesenkt, entsteht in diesem Bereich die für zwei bis drei Personen geeignete Liegefläche.

Im Stand werden die in Lithiumbatterietechnologie gehaltenen Bordakkus von drei Solarmodulen geladen, in Fahrt übernimmt diese Aufgabe ein 120 A Fahrzeuggenerator. Eine an der Rückseite des Wohnaufbaus montierte unabhängige Klimaanlage kühlt die luxuriöse Unterkunft in heißen australischen Sommernächten, während der Fahrt übernimmt dies die integrierte Klimaanlage des G. Ein Touchscreen-Bildschirm dient als Kontrollboard für die Bord-Technik, er steuert zum Beispiel die Beleuchtung innen und außen am Fahrzeug. Draußen gibt es höhenverstellbare Suchscheinwefer zur Ausleuchtung des Übernachtungsplatzes am Heck sowie Fernscheinwerfer an der Frontpartie und eine LED-Lichtleiste auf dem mit Gepäckträger ausgestatteten Dach des Fahrerhauses. Inklusive 100 Liter Kraftstoff bringt der Escape 1,58 Tonnen auf die Vorder- und 2,32 Tonnen auf die Hinterachse, macht zusammen unter dem Strich 3,9 Tonnen. Damit bleiben dem Escape bis zum Erreichen des zulässigen Gesamtgewichts von 4,5 Tonnen noch rund 600 Kilogramm Zuladung. In Anbetracht der üppigen Tankkapazitäten für Frischwasser und Kraftstoff ist das zwar kein überragender, aber ein ausreichender Wert.

Zur Standardausstattung des Fahrzeugs gehören Satellitenortung und -überwachung mit fünf extern am Fahrzeug montierten Kameras, die in Kontrolle in Echtzeit und eine Speicherung über einen Zeitraum von 45 Tagen erlauben. GPS-Navigation und ein digitaler Hot-Spot sind ebenso an Bord wie Bluetooth- und iPhone-Konnektivität. Wirklich „billig“ ist der allradgetriebene Spaß von „down under“ nicht. Der Grundpreis des Escape liegt bei 348.965 australischen Dollar (AUD). Davon entfallen schon einmal rund 120.000 AUD auf das Basisfahrzeug und weitere 13.000 AUD alleine auf die Lithium-Akkus. Und schließlich wollen auch die rund 700 Arbeitsstunden, die im Auf- und Ausbau stecken, bezahlt sein.

Info: www.earthcruiser.net.au