Der Reise-Bus - Spacecamper LightOpen

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Der Reise-Bus - Spacecamper LightOpen

September 30, 2017 - 07:59
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Die RW-Fahrzeugbau GmbH in Darmstadt kennen wohl nur wenige. Ihre Reisemobile werden unter dem Namen Spacecamper vertrieben und sind erheblich bekannter. Eines von vier Modellen im Angebot ist der LightOpen auf Basis des VW T6.

Der SpaceCamper LightOpen bietet bis zu vier Schlafplätze. (Foto: gp)

Rund 40 Beschäftigte zählt das Unternehmen in Darmstadt mittlerweile. Etliche von ihnen besitzen selbst einen Spacecamper, alle in der Firma arbeiten unter dem Motto „wir leben das“. Diese Begeisterung für die Fahrzeuge merkt man dem Team und den Campingbussen an, rund zehn Exemplare werden monatlich gefertigt. Mit viel Enthusiasmus ganz vorne dran ist Ben Wawra, der Entwickler der Firma und einer ihrer beiden Geschäftsführer. Er selbst bezeichnet sich höchst bescheiden als „Vielcamper“. Kein Wunder, denn er lebt – und arbeitet – ganzjährig in einem Spacecamper.

Seit gut einem Jahrzehnt werden die Mobile nun in Darmstadt gebaut, mit dem Light Open hat sich Wawra jetzt einen lang gehegten Traum erfüllt. Den von einem multifunktionalen Alltagsfahrzeug mit Campingfunktion, mit einem im Tisch integrierten Raclettekocher. Obendrein merkt man dem Open Light an etlichen Details an, dass sich Entwickler Wawra auch in der Praxis mit dem Leben im Camper bestens auskennt. Das wird etwa an der dimmbaren LED-Beleuchtung deutlich, oder am Landstromanschluss. Der liegt vor fremdem Zugriff geschützt unter der Motorhaube – und spart so obendrein Schnitte ins Karosserieblech.

Campingbus mit zwei Schiebetüren – Why not?

Basis des Light Open ist im Falle des Testwagens ein VW Bus in vollem Ornat. Also mit dem großen Dieselmotor, der 204 muntere Pferde unter der Haube antraben lässt, mit 4Motion-Antrieb und allen möglichen anderen Extras. Und mit zwei Schiebetüren. Die anfängliche Skepsis gegenüber der zweiten Tür auf der Fahrerseite weicht im Alltag rasch einer gewissen Gewöhnung und gerät fast zur Begeisterung. Warum ist auf die Idee mit den zwei Schiebetüren eigentlich nicht schon früher jemand gekommen? Kinder lassen sich auf der Rückbank besser an- und abschnallen, bis zu drei Kindersitze lassen sich montieren. Als Fahrer kann man fix mal die Einkäufe „hinten rein“ werfen ohne ums Auto laufen zu müssen. Obendrein lässt sich der Wagen bei sommerlichen Temperaturen einfach belüften.

Das neben der zweiten Schiebetür andere Kernstück des Light Open ist seine breite Rückbank. Die bietet drei Sitzplätze und zwei Schubladen, ist ratz-fatz zur Liegefläche von mit zwei Meter Liegelänge und 155 cm Breite umgebaut, verdammt bequem und herausnehmbar. Dann taugt der Light Open als Transporter mit großem Ladevolumen. Auf der Fahrerseite bietet die Sitzbank eine – etwas klein geratene – herausziehbare Spüle plus Wasserhahn, der auch als Außendusche am Heck eingesetzt werden kann. Ein in die Heckklappenverkleidung integriertes Duschzelt schützt vor neugierigen Blicken und sorgt für Privatsphäre. Frischwasser spendet serienmäßig ein Kanister, ein 70 Liter großer Tank kann gegen Aufpreis unterflur montiert werden. Der Mehrpreis dürfte sich nicht nur bei häufiger Nutzung der Außendusche lohnen.

Klappt doch: Tisch hier, Tisch da

Seitlich der Sitzbank kann, wie auch auf der gegenüber liegenden Seite, eine kleine Tischfläche hochgeklappt und bei geöffneter Schiebetür genutzt werden. Drinnen lässt sich der zentrale, schwenk- und höhenverstellbare Tisch nutzen. Er wird platzsparend und zusammengeklappt hinter dem Fahrersitz verstaut. Der Tisch bietet in seiner Mitte ein integriertes Kochfeld, in dem Gas- oder Spirituskocher – oder auch eine Kombination aus beiden – verbaut werden können. Selbst mit der verbauten und in Betrieb genommenen Kocheinheit bleibt reichlich Platz zum Essen auf der Tischplatte. Die recht pfiffige Kombination von Tisch und Kocher kann auch Outdoor zum Einsatz kommen. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ist leicht erreichbar während der Fahrt eine 25 Liter fassende Kompressor-Kühlbox untergebracht, die auf einem Schlitten nach hinten in den Wohnraum gezogen werden kann.

Nicht komplett wäre ein Light Open ohne das am Heck angeschlagene Panorama-Aufstelldach mit einer Liegefläche von 195 x 110 cm. Es ist ab etwa 5.500 Euro zu haben, bringt Stehhöhe in den Wohnraum und kann – aufgestellt – im vorderen Bereich und an den Seiten komplett geöffnet werden. So entsteht oben ein Panorama-Freisitz mit bester Aussicht.

Faszinierend am Light Open ist seine große Flexibilität. Er taugt ebenso als familientaugliches Fahrzeug wie als rollendes Büro, als Transporter oder als Campingbus. Damit ist er privat ebenso gut einsetzbar wie zu beruflichen Zwecken. Mit der 204 PS starken Maschine ist er mehr als ordentlich motorisiert, selbst längere Strecken lassen sich mit dem „Reise-Bus“ schnell und bequem – und mit angemessenem Kraftstoffverbrauch – zurücklegen. Der 4Motion Allradantrieb lässt den Wagen sicher auf der Straße liegen, macht ihm zum idealen Begleiter auch in der kalten Jahreszeit oder abseits befestigter Straßen – und zum guten Zugfahrzeug.

Ab 52.995,44 Euro kommt man in den Besitz eines Light Open mit der 84 PS leistenden Einstiegsmotorisierung. Dieser Grundpreis lässt sich jedoch kräftig in die Höhe treiben. Das klappt dann mit Optionen von VW ebenso wie mit solchen von Spacecamper. Im Testwagen stecken rund 17.500 Euro in Extras von Volkswagen, darunter die Air Care Climatronic, 3.200 kg zulässiges Gesamtgewicht, LED-Rückleuchten und Hauptscheinwerfer, Luft-Stand- und Sitzheizung, Navigationssystem Discover Media mit DAB+, Sprachverstärkung, App-Connect, Media Control und Rückfahrkamera, Multifunktions-Lederlenkrad und ACC bis 210 km/h. Bei Spacecamper schlägt etwa die Ausstattung Fahrerhaussitze und der Rückbank in Leder-Alcantara-Kombination mit Rautensteppung mit 4.200 Euro zu Buche. Für die schicke Zweifarblackierung Oryxweiß Perlmutt unten und Anthrazit Metallic oben werden weitere 2.600 Euro fällig. Weitere 2.750 Euro addieren sich mit den anthrazit lackierten 18" EtaBeta Tettsut Leichtmetallfelgen zur Gesamtrechnung.

Und dann kann man noch hier und da und dort weitere Kreuzchen in der Zubehör- und Ausstattungsliste machen. So etwa bei der in die Schiebetür integrierten, klappbaren Bordtoilette, einem Ladebooster für intelligentes und Batterie schonendes Laden während der Fahrt, die LED-Lichtleiste am Dachanschluss, Moskitonetz, und und und. Wer der Versuchung nicht widerstehen kann, treibt den Preis seines individualisierten Light Opens rasch in beinahe schwindelerregende Höhen. Der Testwagen schrammt am Ende, mit allen Extras, nur ganz knapp die Schwelle eines sechsstelligen Preises. Satte 99.999,98 Euro stehen unter dem Strich auf dem Zettel. Damit hat sich der – theoretische – Grundpreis beinahe verdoppelt. Die Kunden von Spacecamper scheint es nicht zu stören. Der größte Teil der produzierten Fahrzeuge wird, sagen wir mal, gut und anständig ausgestattet. Gut mehr als die Hälfte der ausgelieferten Fahrzeuge verfügen beispielsweise über 4Motion-Antrieb.

Fazit also:

Rumms – das ist er. „Der“ Reise-Bus, der alltagstaugliche, variable Camper für jede Gelegenheit. Der durchdachte Light Open von Spacecamper macht im beruflichen Einsatz als rollendes Büro eine ebenso gute Figur wie als Basislager am Wochenende bei sportlichen Aktivitäten. Mit seinen bis zu vier Schlafplätzen taugt er auch für die sommerliche Urlaubsreise. Kurz, ein Bus für alle Fälle. Wenn da nicht diese Preisliste wäre. Dennoch gilt: Selten so ungern einen Testwagen zurück gegeben wie den Light Open.

Info: www.spacecamper.de

Technische Daten - Basisfahrzeug SpaceCamper Light Open
Basis: VW T6 Caravelle Comfortline 2.0 TDI, kurzer Radstand (3.000 mm)
Motor: 2.0 TDI EURO 6 SCR, Vierzylinder Diesel, vorn quer, Hubraum 1.968 ccm, 62 kW / 84 PS, max. Drehmoment 220 Nm bei 1.250 U/min, 5-Gang Schaltgetriebe, Höchstgeschwindigkeit 146 km/h
Maße (L x B x H): 4.904 x 1.904 x 1.990 mm
Leermasse: 2.200 - 2.500 kg
Gesamtmasse: 3.080 kg (optional bis 3.400 kg)
Anhängelast: 2.200 kg
Dachlast: 100 kg (50 kg bei Aufstelldach)
Sitz-/Schlafplätze: 5 Sitzplätze 2 Schlafplätze (200 x 155 cm), optional 4 Schlafplätze, herausnehmbare Rücksitzbank für drei Personen
Serienausstattung: zwei Schubladen unter Rückbank, Stauboxen, zentraler Tisch mit integriertem Trangia-Kochset, Staufach mit Klapptisch und Spüle neben Rückbank Fahrerseite, seitlicher Schrank an Sitzbank mit Staufach und ausklappbarem Tisch Beifahrerseite, 25 l Kompressor-Kühlbox zwischen Fahrer- und Beifahrersitz
Preis:  ab 52.995,44 Euro
Preis Testwagen: ab 67.400,39 Euro
Extras Testwagen:

Paket „Sportlerwagen“: Modifiziertes Aufstelldach SCA 190 in Wagenfarbe mit Panoramafunktion, Heckzelt und Heckdusche, 6.699,- Euro

 

Paket „Energiemanagement“:Außenstromanlage, 2. Batterie 90Ah Gel, Ladebooster 25A, Spannungskontrolle, Beleuchtungsset, LED Beleuchtung an der Heckklappe 1.990,- Euro, 
Solaranlage superflach 1 Panel 100 Wp 1.299,- Euro
3. Batterie (90 Ah Gel zur Erweiterung einer 2. Gel Batterie) 499,- Euro