Vorsicht bei Änderungen an der Gasanlage von Wohnmobilen oder Caravans

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Vorsicht bei Änderungen an der Gasanlage von Wohnmobilen oder Caravans

April 15, 2018 - 12:04
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Um- und Nachrüstungen an Gasanlagen  sollten nur vom Fachmann durchgeführt werden. Leider sieht die Realität häufig anders aus - mit Lebensgefahr nicht nur für das eigene Leben.

Die Expertenorganisation Dekra rät den Haltern von Wohnmobilen bei einem Wechsel von üblichen Gasflaschen zu Tanks in Flaschenform zur Vorsicht. Denn wenn beim Umstieg auf Tanks in Flaschenform die gesetzlichen Anforderungen nicht beachtet werden, kann die für Gasanlagen erforderliche Prüfbescheinigung nicht erteilt werden. Die Experten empfehlen, den Einbau durch einen sachkundigen Betrieb durchführen und von einem Sachverständigen abnehmen zu lassen.

Eine fehlende oder mehr als zwei Jahre zurückliegende Prüfung der Gasanlage wird bei der Hauptuntersuchung von Wohnmobilen als erheblicher Mangel eingestuft. Das bedeutet: Das Fahrzeug erhält keine HU-Prüfplakette. Hinzu kommt: Wurde die Gasanlage des Wohnmobils ursprünglich nicht mit Gastank betrieben, muss der nachträgliche Einbau eines Tanks in Flaschenform nach § 19 Abs. 2 StVZO von einem Sachverständigen abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Beim Einbau von Gastanks in Flaschenform sind die gleichen technischen Anforderungen (nach ECE-Richtlinie 67.01) zu erfüllen wie bei anderen Flüssiggastanks in Fahrzeugen. Vor allem muss der Betreiber der Anlage nachweisen, dass die Befestigung des Tanks - und nicht nur Befestigungselemente wie Schrauben oder Spannbänder - einer Belastung vom 20-fachen der Erdbeschleunigung standhalten. Bei einem Tank von zirka zwölf Kilogramm Eigenmasse und rund elf Kilogramm Gasfüllung entspricht dies etwa 4.600 Newton. Um diese Kräfte aufzufangen, ist ein nicht zu unterschätzender konstruktiver Aufwand erforderlich, betont die DEKRA. Die üblichen Flaschenkästen und Wohnwagenwände halten dieser Belastung in der Regel nicht stand.

Die Dekra weist darauf hin, dass bei Wohnanhängern eine erfolgreich absolvierte Gasanlagenprüfung zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen ist. Bei Caravans gibt es bei der HU lediglich einen Hinweis zur fehlenden Gasanlagenprüfung im HU-Bericht. Er legt dem Halter nahe, die Gasanlage zur eigenen und Sicherheit anderer prüfen zu lassen. Auch manche Campingplatzbetreiber verlangen den Nachweis von Reisenden mit Wohnwagen.

Info: www.dekra.de