Das Leben ist ein Ponyhof

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Das Leben ist ein Ponyhof

Januar 04, 2018 - 07:23
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Mittlerweile rollt er in der sechsten Modellgeneration über die Straßen in den USA und in Europa: Der Ford Mustang, der einst die Klasse der Pony-Cars begründete. Auf 176 Seiten setzt Dani Heyne in seinem Buch „Ford Mustang. Das schnellste Pony der Welt“ dem erfolgreichen und legendären Kult-Sportwagen aus den USA ein Denkmal.

Am 9. März 1964 rollt der erste Mustang vom Band. Beim amerikanische Automobilhersteller Ford löst er den Thunderbird als Nummer Eins der Sportcoupés ab. In Deutschland wird der Mustang zunächst als „T5“ vertrieben, denn die Bezeichnung „Mustang“ haben sich die Unternehmen Krupp und Kreidler markenrechtlich schützen lassen. Technische Basis des Mustang ist der Ford Falcon. Die erste Generation des Mustang gibt es als Coupé und als Cabriolet - sie begründe die nach dem Mustang benannte Klasse der Pony-Cars. Der Gattungsbegriff leitet sich vom Namen Mustang her, der eine Bezeichnung für Pferde ist. Das wesentliche Designmerkmal der für damalige US-Verhältnisse eher kleinen Coupés und Cabrios sind „long hood, short deck", also eine lange Motorhaube und ein kurzes Heck. Angetrieben werden die Fahrzeuge von großvolumigen Motoren mit sechs oder acht Zylindern - und mit teilweise mehr als 400 PS. Die Fahrzeuge haben einen relativ günstigen Anschaffungspreis und sind deswegen vor allem für junge Kunden interessant. Bereits Mitte der 1970-er Jahre wird die Produktion der meisten Pony-Cars mit dem Ende der Äa der Muscle-Cars wieder eingestellt. Der Ford Mustang hingegen lebt bis heute weiter.

Vom Start weg war der Mustang erfolgreich. Zu einem Preis ab 2.368 US-Dollar spricht er vor allem ein jüngeres Publikum an. Am Abend des 17. April sind zum offiziellen Verkaufsstart bereits rund 22.000 Fahrzeuge verkauft. Bis Ende des ersten Modelljahres werden 680.992 Exemplare verkauft, ein Rekord in den USA. Ford selbst rechnete „nur“ mit 240.000 verkauften Exemplaren. Jeder Kunde kann sich seinen Mustang mittels einer umfangreiche Liste von Extras und Ausstattungspaketen individuell zusammenstellen. Sei es als eher karg ausgestatteten Sechszylinder, als Luxuscoupé oder als Sportgerät mit starkem V8-Motor.

Zu großer Bekanntheit gelangt der Ford Mustang 1968 mit dem Film „Bullitt“. In dem Streifen fährt Schauspieler-Legende Steve McQueen einen 1968-er Fastback in Dark Highland Green und brennt eine der wohl längsten und spektakulärsten Autoverfolgungsjagden der Filmgeschichte auf den Asphalt.

In seinem Bildband „Das schnellste Pony der Welt“ setzt Dani Heyne dem Mustang ein literarisches Dankmal. Der Autor ist vom flotten Ford hellauf begeistert und schreibt dennoch im Vorwort: „Historische Abhandlung zum Thema Mustang? Nicht doch!“. Konsequent liefert er also kein Stück trockener Automobilgeschichte ab, sondern eher eine flott erzählte Darstellung der Entwicklung des Kultmobils durch all seine Modellreihen von 1964 bis heute. Dazu liefert er technische Daten und Besonderheiten. Dazu gibt es einen Abschnitt über eine erfolgreiche Mustang-Restaurierung.

Das Buch ist enthusiastisch geschrieben und überzeugt mit Detailfreude und seinen tollen Fotos. Für Freunde amerikanischer Fahrzeuge, die mit der Anschaffung eines Mustangs liebäugeln, gibt es als besonderen Service eine Kaufberatung: Welcher Mustang passt zu mir? Hier lotst Heyne seine Leser auf humorvolle Art durch den Typendschungel.

Dani Heyne erzählt die Geschichte der amerikanischen Auto-Ikone nicht nur mit typischen Studio- und Werbeaufnahmen, er porträtiert in zeitgenössisch gehaltenen Fotografien je einen Mustang samt Besitzer aus jeder Ära der Modellgeschichte. Der reich bebilderte Prachtband für alle Mustang-Fans – und die, die es werden wollen - ist für knapp 30 Euro zu haben.

Info

Ford Mustang. Das schnellste Pony der Welt - seit 1964
Dani Heyne
Delius Klasing Verlag, Bielefeld
www.delius-klasing.de

1. Auflage, 176 Seiten, 203 Fotos (farbig), Format 23,5 x 27 cm, gebunden
ISBN 978-3-667-11065-7
Preis: 29,90 Euro (D) / 30,80 Euro (A)