Bankkarten bei Verlust unbedingt doppelt sperren

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Bankkarten bei Verlust unbedingt doppelt sperren

Juni 01, 2016 - 09:04
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Ist die Konto- oder Giro Card verloren gegangen, reicht die einfache Sperrung bei der Kartenhotline nicht aus. Darauf weist die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes hin.

Bei Verlust von Debitkarten sollte die Karte unbedingt doppelt gesperrt werden. (Foto: jn)

Urlaubszeit ist Reisezeit und gleichzeitig Hochsaison für Taschen- und Trickbetrüger. Wird die Brieftasche gestohlen oder geht verloren, ist der Verlust der Bankkarten besonders ärgerlich, da die Täter unter bestimmten Voraussetzungen mit der Karte Ausgaben auf ihre Kosten tätigen können.

Die Banken und Sparkassen weisen darauf hin, dass ein Kartenverlust möglichst schnell über die weltweit erreichbare Rufnummer +49 116 116 gemeldet werden sollte. Alternativ kann man bei Verbindungsproblemen auch die Rufnummer 030/40504050 nutzen.

Wie die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes mitteilt, ist diese Sperrung alleine nicht mehr ausreichend. Grund dafür sind zwei unterschiedliche Verfahren, die bei der Zahlung mit einer Girocard, der ehemaligen EC-Karte, zum Einsatz kommen können.

EC-Cash ist das offizielle Verfahren der deutschen Kreditwirtschaft und ist für die Händler mit nicht unerheblichen Gebühren verbunden. Als Alternative wurde das ELV-Verfahren, das elektronische Lastschriftverfahren, als kostengünstige und von der Kreditwirtschaft unabhängige Alternative von deutschen Handels- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt.

Seit 2006 informieren Banken und Sparkassen den Einzelhandel jedoch nur beim PIN-basierten Bezahlverfahren über gesperrte Karten. Das wesentlich stärker verbreitete Lastschriftverfahren bleibt dabei von Seiten der Geldinstitute weitestgehend ungeschützt.

Unter dem Namen KUNO ist ein zusätzliches Sperrsystem von Polizeibehörden und Wirtschaft entwickelt worden, umso auch Zahlungen im elektronischen Lastschriftverfahren, also mit Unterschrift, sicherer zu gestalten. Bei Verlust der Karte sollte daher unbedingt bei der Polizei eine zusätzliche Verlust-oder Diebstahlsanzeige erstattet werden. Die Polizei trägt dann, außer in Hessen, die relevanten Kartendaten direkt in das Sperrsystem ein, so dass die Karte für das elektronische Lastschriftverfahren nicht mehr benutzt werden kann. Daher ist ein Gang zur Polizei unerlässlich, weil die Diebe sonst mit der Karte und einer gefälschten Unterschrift problemlos in vielen Geschäften bezahlen können.

Info: www.kuno-sperrdienst.de, www.sperr-notruf.de