Weitere Dieselfahrverbote drohen auf Fernstraßen

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Weitere Dieselfahrverbote drohen auf Fernstraßen

April 01, 2019 - 08:03
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Kurz vor dem Start in die neue Caravaning-Saison verkünden einige Regionen neue Dieselfahrverbote. Auch für Wohnmobile wird es keine Sonderregelungen geben.

Zukünftig nur noch für modernste Diesel befahrbar - der Brenner. (Foto: pd)

Eigentlich hätte das Wort „Dieselfahrverbot“ schon jetzt das Zeug zum Unwort des Jahres. Während die Autoindustrie technisch machbare Lösungen ablehnt und den Eigentümern von Dieselfahrzeugen bei der Nachrüstung auf eigene Kosten mit Entfall der Garantie droht, versuchen deutsche Behörden verzweifelt ein Bußgeldverfahren der EU zu verhindern. Dabei klagt die selbsternannte Deutsche Umwelthilfe nicht gegen die Autohersteller um für die Produktion sauberer Autos zu sorgen, sondern gegen die Kommunen um ihnen per Gerichtsentscheid Fahrverbote aufzuerlegen. Offensichtlich ist die Kriegskasse der öffentlichen Hand für juristische Streitigkeiten nicht so gut gefüllt wie die der Industrie. Der Dumme ist und bleibt der Autofahrer.

Ein Paradebeispiel für diesen Unsinn ist die Autobahn A 40, der sogenannte Ruhrschnellweg. In den letzten Jahren ist er konsequent ausgebaut worden, schließlich nutzen rund 115.000 Fahrzeuge täglich die Strecke. Im letzten Jahr hat die DUH ein Dieselfahrverbot erstritten, das erste für eine Autobahn. Jetzt müssen sich jeden Tag 44.000 Dieselfahrzeuge eine andere Strecke suchen.  Ob dies der Umwelt zuträglich ist, bleibt fraglich.

Ähnliches droht jetzt auf den großen Urlaubsstrecken Richtung Süden. Ohne große Aufmerksamkeit in den Medien ist zum 1. April für den Brennerpass ein Fahrverbot in Kraft getreten. Damit dürfen nur noch Diesel der Schadstoffstufe Euro 6d temp die Hauptroute nach Italien nutzen. Dies gilt sowohl für die Autobahn als auch die Landstraßen. Betroffen sind somit allle Reisemobile. Nur mit einer zusätzlichen Vignette in der das Kennezichen eingetragen ist kann die Region weiter befahren werden. Die Vignette kostet einmalig sechs Euro und ist unbegrenzt gültig. Zur Kontrolle gibt es eine Videoüberwachung mit Kennzeichenerkennung. Bis zum 1. Juli gilt noch eine Übergangsfrist, dann wird das Befahren des Passes durch ältere Diesel mit einem Bußgeld zwischen 400 und 1.600 Euro im Wiederholungsfall geahndet.

Wer auf eine Ersatzroute ausweichen will, dürfte es schwer haben. Die Gemeinde Reschen hat bereits angekündigt ein ähnliches Fahrverbot zu verhängen. Damit soll verhindert werden, dass sich der gesamte Verkehr des Brenners auf den Reschenpass verlagert. Grundsätzlich wäre die Fahrt per Autozug möglich. Das die Deutsche Bahn als "Unternehmen Zukunft" diese logistische Zusatzleitung stemmen wird, darf nach bisheriger Erfahrung mit ziemlicher Sicherheit verneint werden.

Damit kann die Fahrt von und nach Italien zukünftig deutlich länger werden. Wer gerne Weine oder Grappa aus dem Süden mitbringt, sollte die Schweiz meiden. Hier würde Zoll fällig werden, da die Schweiz nicht Mitglied der EU ist. Hinzu kommen noch die Mühen der Abfertigung. Was bleibt ist der lange Weg über das französische Jura an Lyon vorbei in Richtung Turin. Herzlich willkommen in Europa!

Info: www.autobrennero.it

Nachtrag vom 2. April
Üblicherweise trudeln in den ersten zwei Wochen des Aprils E-Mails und Briefe in der Redaktion ein. Meistens ist der Tonfall unfreundlich bis beleidigend. Der Tenor der Mails ist "ich kann ja viel Spaß verstehen und bin ein humorvoller Mensch, aber das geht eindeutig zu weit". Hier lassen "humorvolle" Menschen Ihren Frust ab, wenn sie auf einen April-Scherz hereingefallen sind. Hinzu kommen üblicherweise Klageandrohungen aus den unterschiedlichsten Gründen.

Wir geben uns beim Entwickeln und Schreiben der Aprilscherze große Mühen. Häufig müssen die Geschichten einen "Testlauf" im Freundeskreis bestehen. Wir möchten Euch damit eine Freude bereiten, lacht doch mal bitte wieder über Euch selbst. Also liebe Leser, verschont uns mit Euren Beleidungen. Sie beeindrucken uns genauso wenig wie Klageandrohungen. Deswegen aber an dieser Stelle der Hinweis: Bei der obigen Geschichte handelt es sich um einen Aprilscherz!!
Für die "humorvollen" Menschen noch ein Tipp: Überlegt Euch, ob Camping für Euch vielleicht die falsche Urlaubsform ist. Eigentlich gehen wir Camper offen und freundlich miteinander um.