OLG stärkt Versicherungsschutz bei Bisschäden durch Nagetiere

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OLG stärkt Versicherungsschutz bei Bisschäden durch Nagetiere

Oktober 07, 2018 - 16:44
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Allein 2016 mussten die Versicherer rund 200.00 Fälle von Bissschäden durch Nagetiere regulieren. Jetzt hat das OLG Frankfurt die Verbraucherrechte gestärkt.

(Foto: clipedealer.de)

Im vorliegenden Fall hatte eine Maus Bissschäden am Kopfairbag, unterhalb des Bodenbelags und hinter dem Armaturenbrett verursacht. Die Versicherung verweigerte die Zahlung mit der Begründung, dass laut deren AGB der Innenraum nicht versichert sei.

Das Oberlandesgericht Frankfurt stellte fest, dass nur der Kofferraum und die Fahrgastzelle vom Versicherungsschutz gegen Tierbiss ausgeschlossen werden können. Die Richter stellten allerdings ausdrücklich klar, dass der Bereich zwischen Innenraumverkleidung und Karosserie nicht zum Innenraum gehört und somit versichert ist, selbst wenn die AGB der Versicherung das anders auslegen.

In der Begründung hieß es, dass der durchschnittliche Versicherungsnehmer davon ausgehen dürfe, dass nur durch den Menschen nutzbare und zugängliche Bereiche zum Innenraum zählen. Darin eingeschlossen sind Fahrgastzelle und Kofferraum, sofern der Versicherungsnehmer die Schäden bemerken könne, ohne das Auto vorher auseinanderbauen zu müssen. (Oberlandesgericht Frankfurt am Main Aktenzeichen 8 L 700/18)

Info: OLG Frankfurt