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Typ-Beratung Teil 2

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Typ-Beratung Teil 2

Januar 01, 2019 - 07:30
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Gerade für Anfänger sind die unterschiedlichen Bauformen schwierig zu unterscheiden. Mit der Wohnmobil-Typologie stellen wir in mehreren Teilen die unterschiedlichen Bauformen vor und erleichtern so die Entscheidung.

Die Mini und Campingbusse - neudeutsch Campervans - bilden den Einstieg. Diese Gruppe haben wir in Teil 1 unserer Typberatung vorgestellt.

Kastenwagen - die „großen“ Campingbusse mit Sanitärabteil

Eine Nummer größer sind Reisemobile auf Basis des Fiat Ducato, des Mercedes-Benz Sprinter oder des VW Crafter.Auch sie verfügen über eine durchgängige Stahlblech-Karosserie. Hier findet sich aber auch noch Platz für eine Nasszelle und, je nach Abmessungen und Grundriss, auch für ein fest installiertes Doppelbett. Damit sind die Fahrzeuge recht flexibel nutzbar. In der Woche geht es zum Einkaufen und zur Arbeit, am Wochenende auf Tour. Da der Ducato breiter ausfällt als die Wettbewerber von Mercedes und Fiat, lassen sich beim Italiener auch Grundrisse mit quer angeordneten Betten realisieren. So ist eine kürzere Gesamtlänge möglich. Beim Sprinter und Crafter kann man nur dann quer schlafen, wenn in Fensterhöhe Verbreiterungen angebracht werden. Die Preise für Campingbusse auf Fiat-Basis starten bei rund 40.000 Euro, die Modelle auf Mercedes oder VW sind deutlich teurer. Einige Hersteller finden die Bezeichnung "Kastenwagen" nicht attraktiv genug und erfinden neue Bezeichungen für diese Klasse wie beispielsweise "CUV" (Caravaning Utility Vehicle).

Schlafabteil im Oberstübchen: Alkovenmobile

Früher war ein Alkovenmobil „das“ Reisemobil schlechthin, mittlerweile hat diese Kategorie deutlich an Marktbedeutung verloren. Optisches Kennzeichen dieser Gattung ist der über das Fahrerhaus hinaus ragende Überbau, der Alkoven eben. Er brachte dieser Fahrzeugkategorie auch den spöttisch-liebevollen Namen „Nasenbären“ ein. Im Alkoven befindet sich üblicherweise ein Doppelbett, seltener Schrankraum. Das macht die Mobile ideal für Familien mit Kindern - oder den Einsatz in der Vermietung. Mit Stockbetten im Heck oder an der Seite können neben den Eltern auch mehrere Kinder für die Nacht unterkommen. Aber auch Paare ohne Nachwuchs schätzen das Platzangebot. Der schnarchende Partner kann ins Oberstübchen verbannt werden, obendrein ist dort reichlich Platz für Bettzeug, Jacken oder sonstigen Kram. Außerdem sind die Betten meist über zwei Meter lang und damit auch für große Camper geeignet. Als Sonderform gibt es die Alkoven auch mit zwei Einzelbetten in Längsrichtung. Allerdings sind die Fahrzeuge durch die dicken Nasen meist relativ hoch, mit entsprechendem Windwiderstand. Der Kraftstoffverbrauch ist rund 0,5 bis 1,5 Liter pro 100 Kilometer höher als bei einem Teilintegrierten. Dafür ist aber die Stehhöhe im Wohnbereich auch für sehr groß Ewachsene geeignet. Die Preise der Fahrzeuge, die meist auf dem Fiat Ducato basieren, starten bei rund 45.000 Euro.

Schnittig: Die Teilintegrierten

Der Name beschreibt die Bauform: Das Basisfahrzeug ist teilweise in den Aufbau integriert, nur das Fahrerhaus ist noch im Original sichtbar. In der Käufergunst haben die Teilintegrierten die einst so beliebten Alkovenmobile abgelöst. Ihre Frontpartie ist deutlicher flacher, schnittiger und aerodynamischer ausgelegt. Das ganze Fahrzeug hat daher gegenüber dem Alkoven eine geringere Außenhöhe, die meistens kleiner als drei Meter ist. Gerade für Frankreich ist die 3-Meter-Grenze für die Maut wichtig. Der Spritverbrauch ist niedriger, dafür muss jedoch auf das ständig verfügbare Doppelbett verzichtet werden. Etliche Hersteller offerieren jedoch mittlerweile absenkbare Betten, die nachts über den Sitzen des Fahrerhauses zusätzlichen Schlafraum bieten. So können auch die Kinder oder Enkel mit in den Urlaub. In der Regel ist ein Teilintegrierter jedoch ein Fall für ein reisendes Paar. Das schläft in der Regel im Heck, auf längs angeordneten Einzelbetten, einem mittig angeordneten Queensbett, einer über die gesamte Fahrzeugbreite reichenden Liegefläche oder einem großen Querbett, je nach Wunsch. Einige Hersteller offerieren sogenannte "Hybrid-Modelle". Dabei handelt es sich um Teilintegrierte mit einer kleinen "Beule" über der Sitzgruppe. In dieser verschwindet tagsüber das Hubbett.

 

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