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Typ-Beratung Teil 1

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Typ-Beratung Teil 1

Dezember 31, 2018 - 07:30
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Gerade für Anfänger sind die unterschiedlichen Bauformen schwierig zu unterscheiden. Mit der Wohnmobil-Typologie stellen wir in mehreren Teilen die unterschiedlichen Bauformen vor und erleichtern so die Entscheidung.

Urlaub mit dem Reisemobil ist bei den Deutschen so beliebt wie nie zuvor, die Absatzzahlen der Hersteller schießen durch die Decke. Eine billige Investition ist der Kauf eines Reisemobils ganz sicher nicht. Rund 40.000 Euro müssen für ein Einstiegsmodell hingeblättert werden, 70 bis 80.000 Euro kostet die Mittelklasse. Nach oben ist die Skala offen, selbst Fahrzeuge für ein, zwei Millionen Euro finden ihre Käufer. Bei so viel Geld gilt es, den richtigen Typ zu finden, mit dem man auf Urlaubsreisen ohne Hotelzwang glücklich werden kann.

Ob klassischer Campingbus, familienfreundlicher Alkoven oder eine rollende Luxussuite, viele unterschiedliche Reisemobiltypen lassen Urlaubsträume wahr werden. Je nach Ansprüchen, und je nach Geldbeutel. Der Markt ist groß, die Auswahl an Marken und Modellen ist – nicht nur für Neueinsteiger – verwirrend. Und Wohnmobil ist noch lange nicht gleich Reisemobil. Denn beim Reisemobil liegt, wie der Name sagt, der Schwerpunkt auf dem Reisen. Das Fahrzeug sollte also kompakt und wendig sein, zudem relativ flott für schnelle Ortswechsel. Denn Reisemobile sind für all jene ideal, die nicht länger als zwei, drei Tage an einem Ort bleiben wollen. Und die auch ein alltagstaugliches Mobil suchen, für den Einsatz außerhalb der Reisesaison.

Bei einem Wohnmobil liegt der Schwerpunkt – es ist zu ahnen – auf dem Komfort im Stand. Gefragt ist ein entsprechend dimensioniertes Fahrzeug, mit ausreichend Platz und Bequemlichkeit für die Bereiche Wohnen, Kochen, Schlafen und das Sanitärabteil.

Kompakt: Die Minis

Grundsätzlich lassen sich die auf dem Markt angebotenen Wohnmobiltypen nach verschiedenen Aufbauarten unterscheiden. Den Einstieg bilden - preislich und von den Abmessungen her - die Mini-Reisemobile. Als Basis dienen Hochdachkombis wie etwa Citroen Berlingo, Fiat Doblo, Renault Kangoo oder VW Caddy. Sie sind reise- und alltagstauglich, dafür muss die Besatzung mit Abstrichen beim Wohnkomfort leben. Bis zu zwei Personen finden in der Regel Platz, auf den „aufrechten Gang“ müssen sie jedoch verzichten. Denn aufstellbare Schlafdächer sind für die Minis so gut wie nicht im Angebot. Dafür gibt es allerdings ein immer breiter werdendes Angebot an Ausbausätzen. Ab rund 2.500 Euro lässt sich ein Hochdachkombi so für den Urlaub ausreichend möblieren. In der Regel sind in den Sets Schlaffläche, Kühlbox, Kochgelegenheit und Spüle sowie Stauraum enthalten. Der Ein- und Ausbau klappt innerhalb weniger Minuten - und verwandelt den Alltags-Pkw in ein reisetaugliches Mini-Reisemobil.

Ähnliche Ausbausätze gibt es auch für die von den Abmessungen her größer geratene Kategorie der Kleinbusse wie Ford Transit, Mercedes V-Klasse oder VW Bus. Für diese sind - etwa zur Nachrüstung von Gebrauchtfahrzeugen - auf dem Markt auch aufstellbare Schlaf- und Hochdächer zu haben.

Damit sind wir bei der Kategorie der „ausgebauten Kastenwagen“ gelandet. Mittlerweile nutzen die Hersteller diesen Begriff nicht mehr so gerne, klingt er doch zu sehr nach Transporter und Handwerkerauto und zu wenig nach Freizeit. So ist in der jüngsten Vergangenheit immer mehr von Campingbusse oder Campervans die Rede.

Alltagstauglich: Campervans

Diese Vans nutzen als Basis Kleinbusse mit einer serienmäßigen Stahlblech-Karosserie. Durch ihre kompakten Abmessungen und die erreichbaren Geschwindigkeiten sind sie reise- und alltagstauglich. Beim Platzangebot muss man hingegen Abstriche machen. Das klassische Beispiel eines Campingbusses ist der California auf Basis des VW Bus. Die im Heck befindliche Sitzbank lässt sich zum Doppelbett umklappen, ergänzt durch ein weiteres im Dachbereich. Das befindet sich entweder unter einem festen Hochdach oder - wie beim California - unter einem aufstellbaren Schlafdach. Das ist in der Regel nicht so gut isoliert wie ein Hochdach. Damit taugt es eher für den Sommerurlaub, punktet aber durch geringere Fahrzeughöhe und geringeren Kraftstoffverbrauch. Inklusive kleinem Küchenblock ist ein ausgebauter VW Bus ab etwa 45.000 Euro zu haben. Ein voll ausgestatteter VW Bus als Camper kann jedoch, mit großem Motor, Allradantrieb und allen Assistenz- und Sicherheitssystemen ausgestattet auch schon mal die 100.000 Euro-Marke reißen. Weitere Anbieter sind in dieser Klasse neben VW mit dem ausgesprochen erfolgreichen California etwa Mercedes mit dem Marco Polo oder Ford mit dem Nugget. Neben den Automobilherstellern haben auch viele Freizeitfahrzeug-Produzenten vergleichbare Modelle auf der Basis von Transportern oder Kleinbussen im Programm.