MAN eTGE-Produktion startet im Juli

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MAN eTGE-Produktion startet im Juli

März 23, 2018 - 07:30
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Im polnischen Września wird läuft der MAN TGE bereits vom Band. Ab Juli soll die Produktpalette um den eTGE mit Elektroantrieb erweitert werden.

Der neue eTGE soll zunächst im städtischen Lieferverkehr eingesetzt werden. (Foto: MAN)

MAN geht mit dem Vertrieb eines rein elektrisch angetriebenen Transporters einen weiteren Schritt Richtung emissionsfreier Ballungsräume. Der MAN eTGE trägt mit seinem Elektromotor den Ansprüchen des zukünftigen Verteiler- und Lieferverkehrs in Städten Rechnung. Mit einer Reichweite von bis zu 160 Kilometern und einer Zuladung von 950 bis 1.700 Kilogramm ist der elektrische MAN TGE je nach Zulassung (3,5- oder 4,25-Tonner) dafür bestens gerüstet.

Städte sehen sich zunehmend vor die Herausforderung gestellt, ein gesundes Klima und die Anforderungen der Bewohner an Lebensqualität mit dem innerstädtischen Waren- und Lieferverkehr in Einklang zu bringen. Seit Jahren arbeitet MAN an diversen Ideen und Studien. In konsequenter Weiterführung startet mit dem eTGE nun der Verkauf des ersten Serienfahrzeugs von MAN mit rein elektrischem Antrieb.

Rund 70 Prozent der leichten, in der Stadt eingesetzten Nutzfahrzeuge legen am Tag durchschnittlich unter 100 Kilometer zurück. Die dabei erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit ist gering. Vor diesem Hintergrund deckt die theoretische Reichweite von bis zu 160 Kilometern zirka Dreiviertel aller innenstädtischen Transporte ab. Denn auf kurz oder lang wird es selbstverständlich sein, dass ein rein elektrisches Fahrzeug, wie auch das Handy, für den kommenden Tag an die Steckdose kommt – meist über Nacht.

Die Ladezeiten sind unterschiedlich. Mit einer 40 kW-Ladestation sind in 45 Minuten 80 Prozent der Batterie befüllt. An einer Wallbox mit Drehstrom lässt sich der MAN eTGE nach knapp fünfeinhalb Stunden wieder voll einsetzen. Bei Ladevorgängen mit 220V Wechselspannung sind circa neun Stunden für eine vollständige Ladung nötig. Bei entsprechender Batteriepflege liegt der Kapazitätsverlust des 36 kWh Akkus nach zehn Jahren und rund 2.000 Ladezyklen lediglich bei 15 Prozent. Hinzu kommt, dass einzelne Module von sechs oder zwölf Zellen separat austauschbar sind. Platz finden die Module unter dem leicht höheren Ladeboden, wie er auch bei den heckangetriebenen Karosserieversionen mit Dieselmotor zum Einsatz kommt.

Die Wahl fiel beim elektrisch frontangetriebenen TGE auf einen permanent erregten Synchronmotor mit einer maximal abrufbaren Leistung von 100 kW (136 PS). Für ein durchaus agiles Fahrverhalten sorgt dabei das sofort anliegende und über den gesamten Drehzahlbereich abrufbare Drehmoment von 290 Nm. Im Zusammenspiel mit der auf 90 km/h abgeregelten Höchstgeschwindigkeit ergibt sich ein Verbrauch von zirka 20 kWh pro 100 Kilometer.

Neben dem Ladevolumen blieben auch die Assistenzsysteme durch die e-Technologie unberührt. Der eTGE kommt bereits ab Werk in einer umfangreichen Basisausstattung mit Navigationssystem, beheizbarer Frontscheibe und weiteren Helfern, die das automobile Fahren erleichtern und sicherer machen. Selbstverständlich ist der Notbremsassistent EBA (Emergency Brake Assist) wie bei allen TGE serienmäßig verbaut.

Zum Start der Einführung ist der MAN eTGE mit dem Standard-Radstand und Hochdach bestellbar. Das Angebot richtet sich primär an Flottenkunden, die durch ein maßgeschneidertes Service-Konzept betreut werden. Erste Kundenanfragen und unterzeichnete Kaufverträge liegen für den rund 69.500 Euro teuren MAN eTGE bereits vor. Und so finden die ersten elektrisch angetriebenen Transporter aus dem Hause MAN vorerst in Ballungsräumen von Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Norwegen sowie den Niederlanden ihren ersten Einsatz.

Für einen Kastenwagen ist die Reichweite des eTGE noch zu gering. In Anbetracht der weltweiten Forschung in der Batterietechnologie könnte es vielleicht schon bis zur nächsten Modellpflege adäquate Lösungen geben.

Info: www.mantruckandbus.com