Der Citroën Typ H wird 70 Jahre

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Der Citroën Typ H wird 70 Jahre

Oktober 20, 2017 - 07:59
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Dieses Jahr feiert der französische Transporter „par excellence“ einen runden Geburtstag.

Der Citroën H als klassischer Werkstattwagen. (Foto: Werk)

Etwa 300 Fahrzeuge sollen in Deutschland noch existieren. Keine geringe Zahl für ein Mobil, das als Nutzfahrzeug konzipiert war. Das zeigt, wie beliebt die „Wellblech-Kiste“ Citroën Typ H auch hierzulande ist. Vor genau 70 Jahren fierte das Fahrzeug auf dem Pariser Automobilsalon 1947 seine Weltpremiere.

Das Erfolgsrezept des Citroën Typ H war typisch für die Nachkriegszeit: Seine einfache Bauart, robuste Technik, die Reduktion auf das Wesentliche und seine Vielseitigkeit machten den frontgetriebenen Kleintransporter zu einem Kassenschlager. Zum Einsatz kam er als rollender Verkaufswagen, als Wohnmobil oder als Feuerwehrfahrzeug. Der Kreativität waren beim Einsatz des Citroën Typ H kaum Grenzen gesetzt. Rund 483.000 Exemplare des schnuckligen Franzosen-Transporters wurden bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1981 gebaut.

Im Juni 1948 begann die Kommerzialisierung des frontgetriebenen Kleintransporters mit der charakteristischen Wellblech-Karosserie nach Art des legendären Flugzeugs „Ju 52“. Abhängig von der möglichen Zuladung wurden verschiedene Typenbezeichnungen (H, HY, HX, HW, HZ und 1600) verwendet. Zahlreiche Karosseriebauer, darunter auch einige in Deutschland, sorgten für eine große Vielfalt an Variationen des Typ H. Die verschiedenen Verlängerungen von Radstand und Überhang hinten erhielten die Bezeichnungen Modification A (mit 40 Zentimeter Überhang) bis Modification F (mit einer Verlängerung des Radstands um 1,2 Meter und 60 Zentimeter Überhang). Dacherhöhungen von zehn, 20 oder 40 Zentimetern waren möglich. Zudem konnte nach Kundenwunsch auch das Dach des Fahrerhauses zusätzlich erhöht werden.

Die Drehstabfederung verschaffte dem Citroën Typ H neben einer guten Straßenlage einen hohen Federungskomfort, auch in unbeladenem Zustand. Der tiefe Einstieg des flachen Laderaums und der u-förmige Versteifungsrahmen erlaubte dem Team um Ingenieur Pierre Franchiset und Konstrukteur André Lefèbvre eine Vielzahl an Aufbauten: Karosserieverlängerungen, Hochdächer, Pritsche mit Doppelkabine und vieles mehr. Ab Werk gab es den Lieferwagen in einer Länge von 4,28 Meter und als Fahrgestell mit Fahrerhaus.

Große Verbreitung fanden die Varianten des Citroën Typ H im öffentlichen Dienst, beispielsweise als Fahrzeug der Feuerwehr oder der Post. Das Angebot der zahlreichen Karosseriebauer richtete sich vor allem an mittelständische Betriebe. Zum Einsatz kam der Citroën Typ H hier etwa als Planwagen (auch mit Doppelkabine), als Autotransporter, Niederflur-Hubwagen, Verkaufswagen, als Bus, Kühlwagen, Wohnmobil, Tiertransporter, Bestattungsfahrzeug oder als rollendes Labor. Zudem wurde in einigen Varianten die hydropneumatische Federung der DS an der Hinterachse eingebaut.

Der Citroën Typ H verfügte über Motor und Getriebe des Traction Avant und später der DS – jeweils „rückwärts“ eingebaut, also mit dem Motor vor der Vorderachse – und mit entgegengesetzter Motor-Drehrichtung (Droit). Im Angebot waren auch Dieselmotoren von Perkins und Indénoor. Bis zum Produktionsende am 14. Dezember 1981 wurden insgesamt 483.308 Exemplare des Citroën Typ H in Frankreich (Quai de Javel / Aulnay-Sous-Bois), Belgien (Forest, 5.343 Fahrzeuge) und den Niederlanden (circa 10.000 Fahrzeuge) gebaut.

Info: www.citroen.de

Der Citroën Typ H auf einen Blick:
Erste Vorstellung: 1947 auf dem Pariser Automobilsalon
Designer: Karosseriebau-Ingenieur Pierre Franchiset
Produktionszeitraum: 1948 bis 1981
Produzierte Fahrzeuge: 483.308 Exemplare
Karosserieversionen: Kleintransporter mit zahlreichen Aufbau-Sonderlösungen
Otto-Motoren (Auszug): 48 kW / 50 PS (1.911 ccm Hubraum)
Maße und Radstand: Je nach Version
Fahrzeug-Highlights: Wellblechkarosserie, Drehstabfederung, Vielzahl an Aufbauten
Fahrzeugbestand in Deutschland: Ca. 300