Ultra-Schnellladetechnik macht E-Mobility auch für Reisemobile interessant

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Ultra-Schnellladetechnik macht E-Mobility auch für Reisemobile interessant

Dezember 15, 2018 - 15:09
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E-Mobilität steckt noch in den Kinderschuhen. Gerade für Reisemobile sind die aktuellen Reichweiten noch nicht ausreichend beziehungsweise das Aufladen dauert zu lang. Das Projekt „Fastcharge“ könnte jetzt Abhilfe schaffen.

(Foto: Porsche)

Noch ist es ein Forschungsprojekt, das Zwischenergebnis lässt aber hoffen. Das Laden von Elektrofahrzeugen könnte bald fast so schnell erfolgen wie heute das Betanken mit Kraftstoff. In der Nähe der BAB 8 zwischen Ulm und Augsburg wurde jetzt der Prototyp einer Ladestation mit 450 Kilowatt vorgestellt. Ein Forschungsfahrzeug von Porsche mit einer Netto-Batteriekapazität von zirka 90 kWh erreichte an der Station eine Ladeleitung von über 400 kW. Für die ersten 100 Kilometer Reichweite benötigte der Porsche weniger als drei Minuten Ladezeit. Die neue Ladestation ist für Elektro-Modelle aller Marken mit der in Europa üblichen Typ-2-Variante des weltweit verbreiteten Combined Charging System (CCS) geeignet und kann ab sofort kostenlos genutzt werden.

Das Forschungsprojekt „FastCharge“

Das im Juli 2016 initiierte Forschungsprojekt „FastCharge“ wird mit insgesamt 7,8 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Umsetzung der Förderrichtlinien wird von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) koordiniert. Zum Industriekonsortium gehören als Automobilhersteller die BMW Group und die Porsche AG, als Betreiber die Allego GmbH, die Phoenix Contact E-Mobility GmbH (Ladetechnik) sowie die Siemens AG (Elektrotechnik).

Mit schnellen und komfortablen Ladelösungen steigt die Attraktivität der Elektromobilität. Die Erhöhung der verfügbaren Ladeleistung auf bis zu 450 kW ermöglicht eine deutliche Verkürzung der Ladezeiten. Die Ladeleistung an den neuen Fastchargern ist drei- bis neunmal so hoch wie an den bisherigen DC-Schnellladestationen. Im Rahmen des Forschungsprojektes wird untersucht, welche technischen Voraussetzungen bezüglich Fahrzeugen und Infrastruktur erfüllt werden müssen, um die extrem hohen Ladeleistungen einsetzen zu können.

Die jetzt vorgestellten Ladesäulen-Prototypen verwenden die Ladestecker des bewährten CCS in der Typ-2-Variante für Europa. Dieser Ladestandard hat sich bereits heute bei einer Vielzahl von elektrifizierten Fahrzeugen bewährt und wird in weiten Teilen der Erde genutzt. Je nach Fahrzeugmodell kann die neue, kostenfrei nutzbare Ultra-Schnellladestation sowohl für Autos mit 400-Volt- als auch 800-Volt-Batteriesystemen eingesetzt werden. Die jeweils bereitgestellte Ladeleistung passt sich automatisch der maximal zulässigen Ladeleistung des Fahrzeugs an.

Das Porsche-Forschungsfahrzeug im Projekt „FastCharge“ erreicht als erster PKW eine initiale Ladeleistung von 400 kW. Möglich macht dies ein innovatives Kühlsystem, das für eine gleichmäßige und schonende Temperierung der Batteriezellen sorgt.

Info: www.porsche.de