Bulli reloaded: Der neue VW T6.1

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Bulli reloaded: Der neue VW T6.1

Februar 25, 2019 - 07:30
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Ab Herbst 2019 wird er zu haben sein - und kaum jemand wird ihn auf der Straße erkennen. Die Rede ist vom neuen VW Bus, den T6.1, wie er offiziell heißt. Präsentiert wurde er dieser Tage in Wolfsburg, wo einst die Wiege ders „Bulli“ stand.

Sie stellten den neuen VW Multivan 6.1 vor: (v.l.) Dr. Thomas Sedran (Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge), Albert Kirzinger (Designchef Volkswagen Nutzfahrzeuge), Jörn Hasenfuß (Vorstand für Beschaffung Volkswagen Nutzfahrzeuge), Heinz-Jürgen Löw (Vorstand für Vertrieb und Marketing Volkswagen Nutzfahrzeuge) und Dr. Josef Baumert (Vorstand für Produktion und Logistik Volkswagen Nutzfahrzeuge).

Vor rund 70 Jahren stellte VW dort die ersten Prototyen der Baureihe auf die Räder. Seither wurde der Bus, der weltweit als Transporter, Großraumvan und Reisemobile zum Einsatz kommt, stetig weiterentwickelt und verbessert. Mit dem T6.1 verhält es sich ebenso. Dr. Thomas Sedran, der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen Nutzfahrzeuge erläutert: „Der neue T6.1 ist das Auto für das Hier und Jetzt. Wir haben ein bewährtes Fahrzeug genommen und die Assistenz- und Infotainmentsysteme und die Konnektivität auf den neuesten Stand der Technik gebracht: Die hydraulische Servolenkung des T6 wich im T6.1 einer elektromechanischen. Das ändert alles, da sie den Zugang zu neuen Assistenzsystemen öffnet.“

Damit ist die Katze auch aus dem Sack, die größten Neuerungen und Verbesserungen beim T6.1 stecken mit der elektromechanischen Lenkung, die seit geraumer Zeit bereits auch beim Crafter zum Einsatz kommt, unter dem Blech. Rein äußerlich hat sich der VW Bus kaum verändert, die Karosserie hat man weitgehend unangetastet belassen. Erkennbar ist die neue Generation des Busses an neuen Frontscheinwerfern, die es in H7- und LED-Ausführung gibt. Auch bei den Rückleuchten hat der Kunde künftig die Wahl zwischen einer Standard- und einer LED-Version. Hinzu kommen Kühlergrill und Stoßfänger in neuem Design sowie neu gestaltete Leichtmetallräder. Das wars - rein äußerlich. Freuen dürften die behutsamen Retuschen die Besitzer eines T6. Denn dessen Wertverlust wird nicht ganz so hoch liegen, wie er bei einem komplett neuen - und damit deutlich erkennbaren - Re-Design des Busses wäre.

Nicht auf den ersten Blick sicht- und erkennbar sind die neuen Infotainment-, Fahrerassistenz-, und Sicherheitssystemen für den 6.1 in seinen verschiedenen Versionen wie Transporter, Caravelle, Multivan oder California. Die elektromechanische Lenkung ist die Basis der Fahrerassistenzsysteme, zu denen etwa der serienmäßige Seitenwindassistent gehört. Wenn der Seitenwind sich zum Sturm auswächst, stablisiert er den Bulli 6.1 automatisch. Optional ist das Spurhaltesystem „Lane Assist“ zu haben. Der „Park Assist“ vereinfacht das Einparken, Unfalle beim Zurücksetzen soll der Ausparkassistent vermeiden. Hilfe beim manuellen Rangieren gibt der gegen Aufpreis erhältliche Flankenschutz. Er überwacht die Fahrzeugseiten und warnt optisch und akustisch bei kritischen Annäherungen an Hindernisse oder Personen. Der Knüller für all jene, die es mit dem Anhängerfahren nicht sooo irssinnig gut drauf haben, ist der „Trailer Assist“: Er vereinfacht das Manövrieren mit Anhänger, sei es mit gewerblich genutztem Anhänger oder mit dem Wohnwagen. Eine Verkehrszeichenerkennung ergänzt das Spekturm der neuen Assistenzsysteme.

Im weitgehend bekannt ausschauenden Innenraum fällt vor allem das digitale Cockpit ins Auge. Beim Comfortline wird auf Wunsch die klassische Anzeige durch ein 26 cm (10,25 Zoll) großes, hochauflösendes und selbstleuchtendes Display ersetzt. Beim Highline ist es serienmäßig an Bord. Das Kombi-Instrument soll viele - über Geschwindigkeit und Tankanzeige hinaus gehende - Informationen liefern. In der Mitte des Cockpits steckt das modulare Infotainment-Systems mit einem 23 cm (9,2 Zoll) großen Touchscreen. Das optionale Navigationssystem „Discover Pro“ bietet eine Gestensteuerung und Zugriff auf eine Auswahl nützlicher Funktionen. Die Infotainment-Systeme im T6.1 reagieren künftig auch auf Sprachbefehle. Ein wichtiges neues Ausstattungsfeature ist die integrierte SIM-Card (eSIM), mit der über permanenten Online-Zugang Internet und Online-basierte Services und Features wie Internet-Radio und Musik-Streaming-Dienste möglich werden.

Auf der Antriebsseite kommen neueste TDI-Motoren mit zwei Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 77 kW / 90 PS bis 146 kW / 199 PS zum Einsatz, alle erfüllen die Abgasnorm Euro-6d-TEMP-EVAP. Zudem sind verschiedenen Getriebevarianten und optional das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ohne Zugkraftunterbrechung erhältlich. Weiterhin im Angebot bleibt der traktionsfördernde Allradantrieb 4Motion. Neben den Selbstzündern sind künftig auch zwei Versionen mit E-Antrieb im Angebot. Die 82 kW / 112 PS starken E-Busse (maximales Drehmoment 200 Nm) wird Abt aus Kemptem im Allgäu liefern, mit einer Reichweite von mehr als 400 Kilometern (NEFZ) in der Version mit größerem Akku und 77,5 kWh Batteriekapazität. Im Jahre 2020 wird Volkswagen dann den (kleineren) ID Buzz als Stromer auf die Straßen lassen.

Nützlich, vor allem im gewerblichen Einsatz, sind nette Features wie eine 230-Volt Steckdose am Fahrersitz oder auf der Beifahrerseite das abschließbares Fach in der Doppelsitzbank. Beim Transporter gibt es eine Lademöglichkeit für langes Transportgut, das sich unter die Beifahrersitzbank schieben lässt werden. Die maximale Laderaumlänge wächst um 35 cm von 2.450 auf 2.800 Millimeter beim kurzen bzw. von 2.900 auf 3.300 Millimeter beim langen Radstand.

Künftig sind bei den Nutzfahrzeugen elektrische Fenster und Seitenspiegel, Zentralverriegelung und ein Radio mit Bluetooth-Freisprechanlage serinmäßig an Bord. Dinge, die bisher beim Transporter extra bezahlt werden mussten. Zum Herbst diesen Jahres sollen die ersten Varianten des T6.1 ausgeliefert werden, zu Preisen ab 35.000 Euro.

Info: www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de