AvD: ''Blitzmarathon'' ist wirkungslos

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AvD: ''Blitzmarathon'' ist wirkungslos

April 26, 2017 - 07:15

In seiner Auswertung des gerade stattgefundenen Blitzmarathons kommt der Automobilclub von Deutschland zu einem ernüchternden Ergebnis. Der Blitzmarathon, an dem nicht alle Länder teilnahmen, scheint wirkungslos zu sein.

Weniger als drei Prozent der Autofahrer fuhren beim Blitzermarathon zu schnell. (Foto: Tim Reckmann/pixelio.de)

Jährlich wird der sogenannte Blitzmarathon von einem großen Medienecho begleitet. Die Idee hinter der Aktion ist, Autofahrer für das Thema Geschwindigkeit zu sensibilisieren. Eine Auswertung des AvD zeigt, dass der deutsche Autofahrer besser ist als sein Ruf. Die Behauptung, dass auf deutschen Straßen mehrheitlich gerast wird, ist sachlich falsch. Rund 97 Prozent der Autofahrer fuhren während der Kontrollphase vorschriftsmäßig.

Erste Auswertungen etwa aus Bayern belegen, dass dort von 47.000 gemessenen Fahrzeugen 1.394 als zu schnell befunden wurden, das sind 2,97 Prozent. Davon waren aber nur 10 Prozent so schnell, dass sie mit einem Punkteeintrag im Zentralregister rechnen müssen. Das entspricht rund 0,30 Prozent aller gemessenen Autofahrer.

Offensichtlich sieht es in den anderen beteiligten Bundesländern ähnlich aus. Auch hier lag die Quote der Verstöße bei höchstens 3 Prozent. Neben Personalengpässen war es auch die geringe „Raserquote“, auf Grund derer sich 2017 viele Polizeidirektionen nicht an der Kampagne zu beteiligten. Einige Bundesländer verzichteten komplett auf diese Aktion.

Auch wenn „nicht angepasste Geschwindigkeit“ die häufigste Unfallursache ist, gilt dies hauptsächlich in Zusammenhang mit zu geringem Abstand oder einer, für die Situation zu hohen Geschwindigkeit, wie etwa auf Eis oder bei Nebel. Daher sollte die Faustformel "Sicherheitsabstand = halber Tachostand" ein Mindestmaß sein.

Info: www.avd.de