Italiens kleinste Region bittet zu Tisch

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Italiens kleinste Region bittet zu Tisch

September 30, 2016 - 08:01
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Bis Mitte November 2016 geben sich die Gastro-Feste im Valle d’Aosta die Klinke in die Hand.

Im Herbst gibt es im Aostatal viel kulinarische Feste. (Foto: Valle d’Aosta Turismo)

Trauben, Äpfel, Maronen und Honig – in den Herbstmonaten feiert das Aostatal seine kulinarischen Protagonisten mit einer Vielzahl von Festen. Bis Mitte November vergeht dann kaum ein Wochenende ohne Gastro-Event, oftmals finden sogar mehrere Veranstaltungen gleichzeitig statt. Bei den Festen steht entweder – wie bei besagter Féta di Résen – ein Produkt recht prominent im Mittelpunkt, oder es geht gleich um eine ganze Reihe lokaltypischer Delikatessen. So beim Ausstellungs- und Verkaufsmarkt Marché au Fort, der Anfang Oktober am Fuße der Forte di Bard veranstaltet wird.

Gekrönt von ihrer eindrucksvollen Festung, liegt die kleine Gemeinde Bard am Eingang des Aostatals. Sie zählt zu den „Borghi più belli d’Italia“, also zu den schönsten Dörfern Italiens. Wenn am Sonntag, den 09. Oktober, der Marché au Fort seine Pforten öffnet, werden wieder ganz besonders viele Besucher erwartet. Er ist der größte und beliebteste Markt der Region, der den ganzen Tag über zum Probieren und Einkaufen verschiedenster Leckereien einlädt. Filmvorführungen, Musik- und Theaterbeiträge, Expertengespräche sowie diverse Show-Cooking-Einlagen runden die Veranstaltung ebenso ab wie ein Buchmarkt mit kulinarischer Fachliteratur und der Fotowettbewerb Fotomarché. Und wer bereits am Vortag vorbeischaut, der kann sich beim Wein- und Maronenfest Chicchi & Ricci gütlich tun. Oder aber der Forte di Bard einen Besuch abstatten, die mit ihrem Alpenmuseum und weiteren Ausstellungen sehr lohnenswert ist.

Eine Woche nach den Feierlichkeiten in Bard macht sich die ganze Region ans Brotbacken. Anlass ist die Festa del Pane Nero, die am 15. und 16. Oktober in rund 50 valdostanischen Gemeinden gefeiert wird. Der historische Hintergrund ist folgender: In vielen Orten der Region steht noch immer mindestens ein Gemeinschaftsbackofen, in dem die Einwohner in früheren Zeiten ihr Brot für den Eigenbedarf gebacken haben. In der Regel einmal im Jahr zu Beginn des Winters. Das einfache Weizen- und Roggenbrot hielt sich viele Monate lang und eignete sich daher ideal für die kalte Jahreszeit, in der die Dörfer häufig von der Außenwelt abgeschnitten waren. Mitunter wurde es auch mit Kastanien, Kümmel und getrockneten Früchten angereichert.

Am 15. und 16. Oktober wird nun mit der Festa del Pane Nero an diese Tradition erinnert. Die alten, teilweise restaurierten Öfen werden erneut in Gang gesetzt, um in ihnen Brot zu backen. Begleitend dazu organisieren viele der teilnehmenden Orte geführte Besichtigungen, Musik und Verkostungsrunden. Den passenden Brotaufstrich erhält man übrigens zwei Wochenenden später, am 29. und 30. Oktober in Châtillon. Dann nämlich steht der Honig in all seinen Varianten im Mittelpunkt, bei der 13. Sagra del Miele. Rhododendron-Honig, heller und dunkler Blütenhonig, Kastanienhonig, Löwenzahnhonig und Lindenhonig: Für Liebhaber der süßen Köstlichkeit stellt die Veranstaltung mit zahlreichen Marktständen und einem bunten Begleitprogramm ein wahres Paradies dar.

Neben den vielen gastronomischen Volksfesten lädt die Valle d’Aosta im Herbst auch immer noch zum Wandern ein. Die zwei Höhenpfade, die sich wie ein Ring um die gesamte Region legen und zu den vier Bergriesen Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und Gran Paradiso führen, sind dann zwar schon wegen Schnee und Kälte geschlossen, in etwas tieferen Gefilden kann man sich aber immer noch hervorragend auf den Weg machen. Ganz besonders stimmungsvoll ist dann zum Beispiel der Chemin des Vignobles. Er führt von Aosta-Stadt bis Pont-Saint-Martin durch die Weinberge der Alpenregion und bietet dem Wanderer Berglandschaften von unvergleichlicher Schönheit.

Info: www.lovevda.it