Abgefackelt: Cinderella Verbrennungstoilette

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Abgefackelt: Cinderella Verbrennungstoilette

Februar 15, 2018 - 07:30
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Mit der Cinderella gehört die Kassettenentsorgung der Vergangenheit an. (Foto: Kappler)

Werner Kappler ist Chef der Firma KA-Mobile in Althengstett. Seit mehr als einem Jahrzehnt baut er individuelle Reise- und Fernreise-Mobile. Daher weiß er auch um die Bedürfnisse umweltbewusster Campern, die zunehmend genug vom Einsatz von Chemie in den WCs ihrer Fahrzeugen haben. Kappler bietet eine Alternative an: Die Cinderella Verbrennungstoilette.

Einsatzbereiche für dieses System sieht er nicht nur im Reisemobil, sondern auch an Standorten ohne Infrastruktur wie Wasserversorgung, Anbindung an die Abwasserkanalisation oder ans Stromnetz. Kappler denkt dabei etwa an abgelegene Berg- oder Waldhütten, Baum- und Ferienhäuser oder Angelhütten, an den Einsatz auf Baustellen oder in Wohncontainern. Denn eine Verbrennungstoilette kommt ohne Anschluss an die Kanalisation aus. Sie verbrennt die Hinterlassenschaften der menschlichen Verdauung bei rund 600 Grad in einer geschlossen Brennkammer. Übrig bleibt lediglich ein kleiner, keimfreier Ascherest. Die Abgase der Verbrennung werden ins Freie abgeführt. Zur Nutzung wird eine Papiertasche eingelegt, mit ihr gelangen die Fakalien in die Brennkammer, wo sie verbrannt werden. Damit ist auch ein Wasseranschluss für die Spülung nicht erforderlich und der Einsatz von Toilettenchemie überflüssig.

Kappler verspricht, die Installation einer Verbrennungstoilette sei einfach und ihr Platzbedarf gering. Obendrein sei die Technik erprobt und bewährt. Immerhin ist Cinderella europäischer Marktführer bei Verbrennungstoiletten, verschiedene Ausführungen sind in mehr als 65.000 Exemplaren in Skandinavien und weltweit im Einsatz. Vier Ausführungen sind im Programm. Die Varianten Comfort, Classic und Gas sind für Immobilien geeignet, das Modell Cinderella Motion für den mobilen Einsatz etwa in Wohnmobilen oder Caravans. Comfort und Classic werden mit 230 Volt betrieben, Cinderella Gas und Motion benötigen 12 Volt. Rund 4.000 Euro sind für die etwa 20 Kilogramm wiegende mobile Version (Sitzhöhe 490 mm, Gesamthöhe 510 mm, Breite 390 mm, Tiefe 590 mm) zu zahlen. Betrieben wird sie mit Propangas bei üblichen 30 mbar Druck und 12 V, etwa aus einer Solarbatterie.

Eine bei vielen Reisemobilen verbaute Cassettentoilette kann häufig gegen eine Cinderella Motion getauscht werden. Notwendig sind dazu die Installation der Luftführung für die Verbrennungszu- und -abluft, außerdem der zusätzliche Gasanschluss und die Stilllegung des Wasseranschlusses. Auf einen Fäkaltank kann hingegen künftig ebenso verzichtet werden wie auf den Gang zur Entleerung desselben. Dem gegenüber steht ein erhöhter Gasverbrauch, rund 110 Gramm sollen pro Verbrennung erforderlich sein.

Info: www.verbrennungstoilette.de